Rezension: Innocentia Park (von Ingvar Ambjörnsen)

24 11 2009

gelesen von Michele Rassinger

Innocentia Park (von Ingvar Ambjörnsen)Worum geht’s?

Der erfolgreiche Geschäftsmann Thomas Mader kann sich alles kaufen, was er möchte. Nur die Leere in ihm kann er nicht füllen. Sein Sohn lebt in Spanien und ist ihm fremder als der Nachbar, und den Aufenthalsort seiner Frau kennt Thomas die meiste Zeit nicht. Seine Firmen löst er auf und zahlt seinen Mitarbeitern eine dicke Abfindung. Von nun an lässt er sich einfach treiben. Läuft durch den Park. Trinkt Mineralwasser in einer Kneipe. Kauft Hawaihemden statt Anzüge. Läuft wieder durch den Park.
Und dann wird er verdächtigt, einen Jungen entführt zu haben.

Und, wie war’s?

Die 72 Seiten, die ich gelesen habe, waren zäh, anstrengend und langweilig. Der Klappentext, der lediglich auf eine Entführung eines Jungens im Park hinweist, hatte bei mir völlig falsche Erwartungen geweckt. Denn die Entführung des Jungens geschieht wohl erst auf den letzten 30 Seiten des Buches. So lange habe ich diese eintönige Schilderung sinnloser Tätigkeiten aber nicht ausgehalten.

Dass Thomas Maders Leere und Orientierungslosigkeit im Leben auf ein Burn-out zurückzuführen ist, wird einem schnell klar. Die daraus resultierenden Probleme und Gedankengänge hätte man sicherlich auf die ein oder andere Weise interessant darstellen können. Doch das Psychogramm dieses ausgebrannten, in die Jahre gekommenen Mannes liest sich so langweilig wie die Bedienungsanleitung einer Telefonanlage.

Innocentia Park, Ingvar Ambjörnsen
Fischer Tb., 8,95 €, 223 Seiten, ISBN 359616981X





Rezension: Die Novizin (von Trudi Canavan)

21 11 2009


 

Die Novizin (Canavan)

Die Novizin (Canavan)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Seit sie mit ihrer Novizen-Ausbildung in der Gilde begonnen hat, belastet die junge Magiern Sonea ein gefährliches Geheimnis. Auch die anderen Novizen, die ihr, dem armen Mädchen aus den Hüttenvierteln, zuerst mit Neugierde, dann mit Gleichgültigkeit und Hass begegnen, machen ihr das Leben schwer. Nur in Gegenwart ihres Ausbilders Rothen, der ebenfalls von dem Geheimnis weiß, und dessen attraktiven Sohnes fühlt sie sich wohl. Als der mysteriöse und kalte Hohe Lord hinter das Geheimnis kommt, macht er Sonea zu seinem Schützling und verwehrt ihr auch noch diese Kontakte. Doch Sonea gibt nicht etwa auf, sondern nimmt den Kampf mit ihren Problemem auf.

Und, wie war’s?

In diesem Band ging mir alles zu einfach. Obwohl ihre Kollegen ihr teils brutale Streiche spielen, scheint Sonea selbst das nicht wirklich zu berühren. Entsprechend kalt ließ es mich. Ähnlich ging es mir mit allen anderen Bedrohungen. Gerade, wenn es spannend hätte werden können, war auch schon die Lösung gefunden, bzw. das Opfer gerettet.

Auch schien mir die gesamte Geschichte nicht richtig voran zu kommen. Das wird im dritten Band dann deutlich besser, so dass für mich „Die Novizin“ der schwächste Teil der Triologie ist.

Die Novizin, Trudi Canavan
cbt, 537 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-570-30328-3





Rezension: Lila, Lila (von Martin Suter)

18 11 2009
gelesen von Michele Rassinger

Lila, Lila (von Martin Suter)Worum geht’s?

David ist ein unscheinbarer Kellner in der Szenebar Esquina. In dem Moment, als Marie die Bar betritt, weiß er, dass sie die Richtige ist. Doch Marie scheint von David keine Notiz zu nehmen, bis dieser sie bittet, sein Romanmanuskript zu lesen. Von Davids feinfühliger Art, eine tragische Liebesgeschichte zu verfassen, beeindruckt und von seinem schriftstellerischem Können überzeugt, schickt sie sein Manuskript an einen Verlag, der das Werk sofort veröffentlichen will. Doch David sträubt sich. Aus Angst, Marie zu verlieren, gibt er ihrem Drängen dann doch noch nach. Marie versteht jedoch Davids ablehnende Haltung nicht. Wie auch? David hat ihr nie gestanden, dass „Lila, Lila“ nicht aus seiner Feder stammt, sondern in der Schublade eines Trödelmarkt-Nachttischchens lag.

Und, wie war’s?

Martin Suters Werke wie „Small World“ und „Die dunkle Seite des Mondes“ haben mich beim Lesen gefesselt und begeistert und lassen mich jederzeit bedenklos auch zu seinen anderen Büchern greifen. Bei „Lila, Lila“ kommt dies allerdings einem Fehlgriff verflucht nahe. Denn diesmal habe ich Suters sonst so fesselnde Art zu schreiben vermisst. Unzählige Male habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Buch einfach wegzulegen. Doch letztlich war die Neugier darüber, wie David sich aus seinem Lügengepflecht befreien wird, zu groß.

Die Nebenhandlung „vom Manuskript zum Bestseller“ hat mir gut gefallen. Martin Suter gewährt einen tiefen Einblick in das Verlagswesen und schildert detailiert und teils humorvoll den Irr- und Wahnsinn rund um Buchmesse, Lesereisen, Vertragsverhandlungen und Vermarktung.

Martin Suter würde ich als Autor jederzeit empfehlen. Jedoch sollte man eher zu einem seiner anderen Büchern greifen.

Lila, Lila, Martin Suter
Diogenes, 352 Seiten, ISBN 3257234694, 9,90 €

P.S. Ab 17.12.2009 im Kino.





Rezension: Die Rebellin (von Trudi Canavan)

14 11 2009

Die Rebellin (Canavan)

Die Rebellin (Canavan)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

„Die Rebellin“ ist der erste Band der Triologie „Die Gilde der schwarzen Magier“ (Rezension Band 2, Band 3).

Es ist der Tag der großen Säuberung. Jahr für Jahr schreiten dabei die Magier der schwarzen Gilde durch die Stadt und vertreiben auf Geheiß des Königs Bettler und Obdachlose in das ärmliche Hüttenviertel. Wütend wehrt sich das Mädchen Sonea gegen diese Aktion und wirft einen Stein nach den Magiern. Der Stein durchdringt den magischen Schutzschild der Gilde und lenkt so die Aufmerksamkeit der Magier auf das junge Mädchen. Sonea flüchtet Rache fürchtend in den Schutz der im Untergrund der Stadt lebenden Diebe, doch die Gilde begibt sich auf die Suche nach ihr. Denn wer ein Schutzschild durchdringen kann, hat magische Kräfte – und alle potentiellen Magier müssen zu ihrem und zu dem Schutz anderer gut ausgebildet werden.

Und, wie war’s?

Mitreißend. Dabei macht den Reiz des Buches weniger die Grundhandlung aus, vielmehr fasziniert mich die Welt, die Trudi Canavan geschaffen hat. Ohne die Skizze vorne im Buch auch nur angesehen oder gar das Glossar am Ende gelesen zu haben, erschien vor meinem inneren Auge ein Bild der Stadt Imardin, sah ich die Armut in dem Hüttenviertel und den Reichtum in der Stadt. Die Charaktere sind schön vielschichtig und entwickeln sich weiter.

Obwohl ich die Geschichte an sich stellenweise ziemlich vorhersehbar fand, habe ich die 537 Seiten in Rekordzeit gelesen. Richtig spannend wird es erst auf den letzten Seiten – weshalb ich übergangslos den Nachfolger „Die Novizin“ gelesen habe.

Die Rebellin, Trudi Canavan
cbt, 537 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-570-30328-3





Lieblingssätze_20

13 11 2009
lieblingssätze„…also lieh Schnuddelmutter ihm ihren grünen Wecker. Sie brauchte keinen Wecker, sie stand von allein auf, um mehr Zeit für die Lebensfreude zu haben.“

Janosch, Schnuddels 2. Schultag





Rezension: Vis a vis Irland (von Lisa Gerard-Sharp)

11 11 2009
erforscht von Michele Rassinger
Vis a vis Irland (Lisa Gerard-Sharp)

Vis a vis Irland (Lisa Gerard-Sharp)

Die Reiseführer von Dorling Kindersley begeistern mich seitdem ich mit Vis a vis New York den Big Apple erkundet habe. Für Irland war meine Entscheidung den Reiseführer betreffend also schnell gefallen.

Überzeugt hat mich auch dieses Mal wieder die übersichtliche und anschauliche Darstellung. Die verschiedenen Regionen Irlands werden in einzelnen Kapiteln beschrieben und reich bebildert. Die Höhepunkte jeder Region werden hervorgehoben und mit allen notwendigen Infos, wie Adresse, ggf. Öffnungszeiten und Eintrittspreisen ausgestattet. Aber nicht nur die Top10 der Regionen werden erwähnt, sondern auch sehenswerte Kleinigkeiten mit tollen Tipps.

Einige „wichtige“ Sehenswürdigkeiten oder Touren werden ausführlich auf Doppelseiten und oftmals als 3D-Grafik sehr informativ dargestellt. Tipps zu Unterkünften, Shoppingmöglichkeiten und Restaurants sind ausreichend vorhanden, wurden von mir aber nicht auf Wahrheitsgehalt getestet.

Negative Punkte kann ich nicht wirklich finden. Wünschenswert wäre jedoch gewesen, dass man bei etwas versteckteren Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Johnstown Castle bei Wexford noch zusätzliche Hinweise zur Anfahrt erhalten hätte. Die Iren sind leider dafür bekannt, nicht durchgängig auszuschildern und das führte mich doch hin und wieder mal in die Irre.

Vis a vis Irland, Lisa Gerard-Sharp
Dorling Kindersley, 416 Seiten, 20,90 €, ISBN 3928044281