Rezension: Bitterböse: Schokoladenkrimis vom Niederrhein (von Ina Coelen/Brigitte Glaser)

7 11 2009

Bitterböse: Schokoladenkrimis vom Niederrhein

Bitterböse: Schokoladenkrimis vom Niederrhein

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

21 Kurzkrimis haben Ina Coelen und Brigitte Glaser in diesem Buch versammelt und auch wenn alle von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden, haben sie doch eines gemeinsam: Schokolade als Mordmotiv, Schokolade als Tatwaffe, Schokolade als Witwentröster. Mal hat die Nascherei in den Kurzkrimis eine Hauptrolle, mal ist sie nur schmuckendes Beiwerk, aber dessen ungeachtet wird zu jeder Geschichte ein passendes und (fast immer) süßes Rezept mitgeliefert.

Und, wie war’s?

Wie immer bei Sammlungen von Kurzgeschichten gab es einige, die mir sehr gut gefielen und andere, die ich nach dem anlesen der ersten zwei Seiten überblättert habe. Bei „Bitterböse: Schokoladenkrimis vom Niederrhein“ sind aber nur zwei Geschichten durch mein persönliches Raster gefallen, die anderen Krimis konnten mich überzeugen. Einige waren richtig spannend, andere eher amüsant. Angeblich sind die Krimis von bekannten deutschsprachigen Krimiautoren geschrieben, zu meiner Schande muss ich aber gestehen, keinen einzigen davon zuvor gekannt zu haben. Z.B. bei Jürgen Ehlers und Jochen Brockmann habe ich aber vor, meine Wissenslücke jetzt aufzufüllen. Somit liefert einem das Buch auch noch zahlreiche Ideen für den Bücherwunschzettel.

Richtig überzeugt hat mich das Konzept mit den zur Geschichte passenden Rezepten. Die klingen nämlich durchweg lecker, kommen ganz ohne Gift aus ;-) und machen Lust aufs Ausprobieren. Deshalb wird das Buch vermutlich auch eher in meinem Küchenregal als im Bücherschrank landen.

Bitterböse, Schokoladenkrimis vom Niederrhein, Ina Coelen/Brigitte Glaser
Leporello Verlag, 286 Seiten, 9,90 Euro, ISBN 9783936783346





Rezension: Drachenläufer (von Khaled Hosseini)

3 11 2009

gelesen von Michele Rassinger

Drachenläufer (von Khaled Hosseini)

Drachenläufer (von Khaled Hosseini)

Worum geht’s?

Amir ist der Sohn eines wohlhabenden Afghanen. Der schiitische Hausdiener Ali ist mit Amirs Vater aufgewachsen, ist seit jeher mit der Familie verbunden und lebt zusammen mit seinem Sohn Hassan in einer Hütte neben dem prächtigen Haus.
Hassan und Amir verbringen jede freie Minute miteinander, lassen Drachen steigen, entdecken die Umgebung oder ruhen sich unter ihrem Lieblingsbaum aus, während Amir dem Analphabeten Hassan Geschichten vorliest.
So sehr Amir die Gesellschaft von Hassan genießt, so sehr schämt er sich aber auch in der Öffentlichkeit für seine Freundschaft mit Hassan, denn ein Hazara ist bei den Paschtunen nichts wert und lediglich als Hausdiener geeignet. Obwohl sich Amir Hassans unendlicher Treue und Loyalität gewiss ist, schafft er selbst es nicht, in einer dramatischen Situation für seinen Freund einzustehen und verändert beider Leben damit unwiderruflich.

Und, wie war’s?

Mir fiel es anfangs recht schwer, einen Einstieg in das Buch zu bekommen. Doch mit dem Schlüsselerlebnis nach den ersten 60 Seiten hat mich die Handlung in ihren Bann gezogen. Die mir bis dahin weitgehend unbekannten Bräuche der afghanischen Kultur haben sich mir auf befremdliche, aber auch interessante Weise durch Hosseinis Erzählung gezeigt.

Khaled Hosseini erzählt so lebhaft, dass ich die Handlung wie einen Film vor meinem inneren Auge gesehen habe und Amirs Leben neugierig gefolgt bin.

Sehr tragisch ist Amirs lebenslanger Versuch, vor seinem Vater zu brillieren und seine Aufmerksamkeit und seinen Stolz auf sich zu ziehen. Die fehlende Anerkennung setzt ihm dermaßen zu, dass er sogar seinen besten Freund verrät. Diese unerträgliche Schuld verfolgt ihn sein ganzes Leben und beeinflusst seine Handlungen unbewusst.

Nicht nur Amir, sondern auch sein Vater und Hassan sind wunderschön und detailliert gezeichnete Charaktere, denen es an Menschlichkeit aufgrund all ihrer Stärken, Schwächen und Verfehlungen nicht mangelt.

„Drachenläufer“ ist so bewegend, traurig und menschlich, dass ich es jedem nur weiterempfehlen kann.

Drachenläufer, Khaled Hosseini
bvt, 385 Seiten, ISBN 383330149X, 10,50 €





Rezension: It’s in his kiss (von Julia Quinn)

30 10 2009

It's in his kiss (Quinn)

It's in his kiss (Quinn)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?
„It’s in his kiss“ ist der siebte Band der Bridgerton-Reihe (Rezension Band 1Band 2Band 3Band 4; Band 5; Band 6)

 

Als Hyacinth Briderton zum ersten Mal auf Gareth St. Claire trifft, ist die sonst so schlagfertige Jüngste des Briderton-Clans sprachlos. Der begehrte Junggeselle kann es an Frechheit locker mit ihr aufnehmen und ist der erste Mann in ihrem Umfeld, der nicht vor dem Selbstbewusstsein und der Unverblümtheit Hyacinths zurückschreckt.

Zufällig bekommt Hyacinth mit, dass Gareth Hilfe bei der Übersetzung eines auf italienisch verfassten Tagebuchs braucht. Sofort bietet sie ihre Dienste an. In dem Tagebuch liest sie von einem wertvollen Collier, das Gareths Mutter versteckt haben soll. Gemeinsam begeben sie sich im Haus seines verhassten Vaters auf die Suche und kommen sich dabei näher.

Und, wie war’s?

Durchwachsen. Die Suche nach dem Collier war mal eine angenehme Abwechslung zu den anderen Bridgerton-Bänden. Aber dafür hat mich die Liebesgeschichte diesmal nicht so richtig überzeugt. Vermutlich lag das daran, dass mir zwar Gareth sehr sympathisch war, ich aber dafür Hyacinth anstrengend fand.

Richtig gut gefallen hat mir, dass die in vorherigen Bänden schon zu einiger Ehre gekommene Lady Danbury hier als Großmutter von Gareth eine größere Rolle bekommen hat.

It’s in his kiss, Julia Quinn
Piatkus, 368 Seiten, ca. 7 Euro, ISBN 978-0-7499-3663-1

Mitternachtsdiamanten,
Mira Taschenbuch im Cora Verlag, 368 Seiten, 5,95 Euro, ISBN 978-3-8994-1640-4





Rezension: Der Fotograf (von John Katzenbach)

26 10 2009
gelesen von Michele Rassinger

Der Fotograf (John Katzenbach)

Der Fotograf (John Katzenbach)

Worum geht’s?

Die hübsche Literaturstudentin Anne wird von dem psychopathischen Serienkiller Doug entführt. Auf übelste Weise macht er sie sich gefügig, so dass Anne willenlos eine Marionette in Dougs teuflischem Plan spielt. Währenddessen versucht Detective Mercedes Barren aus Miami den Mord an ihrer Nichte aufzuklären. Annes Hilfe scheint nun nicht mehr weit, denn auch der Mord an Barrens Nichte geht auf Dougs Konto.

Und, wie war’s?

Ein endgültiges Urteil über „Der Fotograf“ kann ich nicht abgeben, denn ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen. Dieses als Thriller eingeordnete Werk hat einfach nichts Spannendes oder Mitreißendes. Anfangs kam der Hauch einer Spannung auf, verflog aber schnell wieder. Bis zur Mitte des Buches habe ich durchgehalten und mich dann dafür entschieden, meine Zeit wirklich guten Büchern zu widmen.

John Katzenbach verliert sich in ausufernden Beschreibungen, unwichtigen Details und schafft es nicht, seinen handelnden Personen Leben einzuhauchen. Die Dialoge sind langweilig und langwierig. Die Story könnte spannend sein, ist aber einfach nur fürchterlich öde. Ganz klar: Finger weg!

Der Fotograf, John Katzenbach
Droemer/Knaur, 688 Seiten, 8,95 €, ISBN 3426636980





Rezension: Kindheit 2.0 (von Thomas Feibel)

23 10 2009

Kindheit 2.0

Kindheit 2.0

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Wenn Kinder stundenlang am Computer „GTA4“ spielen oder an die beste Freundin „mak“ simsen, wissen Eltern häufig gar nicht so genau, was der medienaffine Nachwuchs da treibt. Dem will das Buch „Kindheit 2.0. So können Eltern Medienkompetenz vermitteln“ abhelfen. Ausführlich werden verschiedene Medien mit ihren Möglichkeiten vorgestellt. Die Gefahren von Fernsehen, Internet, Handy und Computerspielen aber auch ihr Nutzen für Kinder werden ausführlich dargestellt.

Und, wie war’s?

In Zeiten, in denen schon viele Kindergartenkinder ihr eigenes Handy haben, sollten dieses Buch meiner Meinung nach alle Eltern gelesen haben. Damit sie ihren Kinder Medienkompetenzen vermitteln können, müssen sie nämlich erstmal selbst welche haben. Und genau da setzt das Buch an.

Buchautor Thomas Feibel erklärt ausführlich, aber nie langatmig die verschiedenen Medien und ihre Hauptnutzung durch Kinder und Jugendliche. Dabei ist das im Herbst 2009 erschienene Buch auf dem Stand der Zeit und informiert auch z.B. über Twitter. In Interviews kommen zusätzlich noch Experten zu Wort.

Sehr angenehm finde ich, dass Feibel zwar keine Gefahren verschweigt, aber doch gegen die allgemeine Hysterie z.B. in Bezug auf Computerspiele anschreibt.

Außerdem gibt er klare Tipps, beispielsweise dazu, wie lange Kinder in verschiedenen Altersgruppen fernsehen sollten. Das macht das Buch für Eltern zu einem hilfreichen Nachschlagewerk.

Dank kurzer, klar gegliederter Artikel, farblich abgehobener Infoboxen und grafisch aufbereiteter Statistiken ist „Kindheit 2.0“ sehr übersichtlich gestaltet. Literaturverweise und Linktipps erleichtern die tiefer gehende Recherche – wobei sie nach der Lektüre dieses Buches nicht mehr nötig sein wird.

Kindheit 2.0. So können Eltern Medienkompetenz vermitteln, Thomas Feibel
Stiftung Warentest, 191 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3-86851-203-8





Rezension: Der träumende Delphin (von Sergio Bambaren)

20 10 2009
gelesen von Michele Rassinger

Der träumende Delphin (Sergio Bambaren)

Der träumende Delphin (Sergio Bambaren)

Worum geht’s?

Daniel Alexander Delphin hat einen Traum: er möchte die perfekte Welle finden. Denn das Surfen ist seine Leidenschaft und macht ihn glücklich. Die anderen Delphine aus seinem Schwarm empfinden dies nur als Spinnerei, schließlich muss ein Delphin fischen und für viel mehr bleibt da einfach keine Zeit.
Doch Daniel Delphin möchte seinen Traum nicht aufgeben und so verlässt er eines Tages das sichere Riff, um die Weiten des Meeres zu erkunden und seinen Traum zu verwirklichen. Dabei lernt er allerhand kennen und fürchten…

Und, wie war’s?

„Der träumende Delphin“ möchte auf leichte und spielerische Weite vermitteln, dass es sich lohnt, an seinen Träumen festzuhalten, sich von Normen und Zwängen zu befreien, um so letztlich die Glückseligkeit zu finden. Sergio Bambaren verschreibt sich hier dem Motto „Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deinen Traum“ und das unabhängig vom Alter, schafft es dabei aber nicht, ein wenig Anspruch in seine Geschichte zu bringen.

Daniel Alexander Delphins Erlebnisse sind in einer netten, kleinen Geschichte verpackt, die aber ein wenig zu platt ist, um meine Begeisterung hinterm Ofen hervorzulocken.

Der träumende Delphin, Sergio Bambaren
Piper, 94 Seiten, 7,95 €, ISBN 3492229417