Rezension: The Witches/Hexen Hexen (von Roald Dahl)

6 07 2009
gelesen von Michele Rassinger
  
The Witches (Roald Dahl)

The Witches (Roald Dahl)

Worum geht’s?

Als Lukes Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen, wird er von seiner Großmutter aufgezogen. Von ihr erfährt er, dass es in jedem Land Hexen gibt und dass der schwarze Umhang und der Besen nur ein Märchen sind. Echte Hexen sehen aus wie ganz normale Frauen. Es gibt nur einige wenige Auffälligkeiten (z.B. trage Hexen Perücken, weil sie keine Haare haben oder verstecken ihre Krallennägel unter Handschuhen), an denen man eine Hexe festmachen kann. Ihr Ziel ist es, sämtliche Kinder auf der Welt zu vernichten. Da sie Kinder durch ihren Duft ausfindig machen, verzichtet Luke fortan auf das Baden und achtet peinlichst genau auf all die Hinweise, die seine Oma ihm gegeben hat.

Während des Urlaubs in einem abgelegenen südenglischen Ort gerät Luke mitten in das jährliche landesweite Treffen mit der Oberhexe. Vor Angst fast gelähmt, versucht er sich zu verstecken…

Und, wie war’s?

“The Witches” ist – wie auch die anderen Bücher von Roald Dahl – erfrischend unbelehrend im Vergleich zu deutschen Kinderbüchern. Wieder einmal wurde ich von Roald Dahls humorvollen Phantasie großartig unterhalten. Ich hätte allerdings starke Bedenken, ein 8-jähriges Kind “The Witches” lesen zu lassen. Die Schilderung der Hexen (deren Zehen abgeschnitten sind) und vor allem die der Oberhexe (deren hübsches Gesicht nur eine Maske ist, die ein unbeschreibliches Grauen verdeckt), fand ich doch sehr gruselig. Einem Kind bescherrt es garantiert Albträume.

Aber jedem “großen Kind” kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Ich musste ununterbrochen schmunzeln über die verrückten Ideen (damit ein Zaubertrank zu einer bestimmten Zeit wirkt, muss man diesem einfach einen eingestellten, geschmolzenen Wecker hinzufügen). Doch die unter dem Titel “Hexen Hexen” verfilmte Geschichte ist nicht nur unterhaltsam und lustig, sondern auch spannend und garantiert somit ein Lesevergnügen der besonderen Art.

The Witches, Roald Dahl
Puffin, 208 Seiten, 5,54 €, ISBN 014241011X

Hexen Hexen, Roald Dahl
Rowohlt, 196 Seiten, 6,95 €, ISBN 3499205874

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4 responses

26 02 2014
Rosch

Ich lese das Buch gerade in der Schule bzw. zu Hause.
Bis jetzt habe ich kaum von Roald Dahl gehört…
Fande bis jetzt ‘Hexen hexen’ langweilig!!! ;D

27 08 2009
Lieblingssätze_17 « Leselust

[...] Roald Dahl, The Witches [...]

9 07 2009
Michele Rassinger

Eine Seminararbeit zu Roald Dahl ist sicher sehr interessant. Falls Du sie veröffentlichst, lass es mich doch bitte wissen, ja?
Mich begeistern seine Bücher auch absolut – gerade aus den von Dir genannten Gründen. Aber tatsächlich sollte man nicht jedes seiner Bücher seinen Kindern zum Lesen geben. Wobei z.B. Danny und die Fasanenjagd ein sehr “un-grausames” Buch mit einer schönen Vater-Sohn-Beziehung ist und daher Dahls Kritikern gefallen müsste.

Bei dem Film “Hexen Hexen” ging es mir ähnlich. Ich hatte ewig lange das Bild der hässlichen Hexen und der verwandelten Mäuse im Kopf und fand es ganz gruselig. Aber reizvoll war der Film trotzdem. Vermutlich müsste man ihn sich jetzt Jahre später noch einmal anschauen.

8 07 2009
sternenwanderer

… Ich glaube, langsam aber sicher sollte ich dieses Buch in die Hand nehmen. Von Roald Dahl habe ich ja schon “Charlie und die Schokoladenfabrik” sowie “Sophiechen und der Riese” gelesen, beide herrlich unmoralisch (bzw. ohne den moralischen Zeigefinger) und voller Phantasie.

Ich kann mich nicht mehr so gut an den Film “Hexen hexen” erinnern und weiß nur, dass ich ihn damals (als Kind wohl gemerkt… Ich glaube, ich war 11, als der Film einmal lief.) sehr abstoßend und gruselig fand. Wobei auf eine sehr faszinierende Art abstoßend und gruselig – Ich kann dieses Gefühl nicht näher beschreiben, aber auf eine Art und Weise hat mir der Film gefallen und auf eine andere Art wiederum nicht.

Ganz interessant zu “Hexen hexen” startete eine Gender-Diskussion, weil Dahl im Buch erwähnt, dass nur Frauen Hexen werden können, nur Frauen dazu die Fähigkeiten / Gene / was auch immer haben. Viele haben das Buch deswegen für nicht kindgerecht befunden, weil sie die Vorstellung hatten, dass Kinder, vor allem Mädchen, durch dieses Bild abgeschreckt werden würden und eine Negatividentität bzw. ein schlechtes Bild von ihrer Geschlechtszugehörigkeit entwickeln würden.
Zudem fällt Dahl so oder so durch jedes Raster, er schreibe so “grausame, anarchistische Bücher”, in denen “keine moralische Kind-Eltern-Hierarchie” zu erkennnen ist, in denen Kinder “frei ihre Bestrafungsfantasien ausleben dürfen” bzw. eine Welt, in der es keine “festen moralischen und pädagogischen Parameter des Zusammenlebens” gibt. [Ich schreibe zu Roald Dahl eine Seminararbeit, daher mein sehr ausufernder Kommentar ;=)]

Danke also für die Rezension, ich werde dieses Buch garantiert einmal lesen.

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