Worum geht’s?
Ein reiner Indizienprozess brachte den 20-jährigen Tobias vor 10 Jahren ins Gefängnis. Keiner wollte ihm glauben, dass er seine beiden Ex-Freundinnen Laura und Stefanie nicht ermordet hat. Zurück in dem kleinen Dorf im Taunus ist er weit davon entfernt, ein normales Leben aufbauen zu können. Geschockt muss er feststellen, dass die Ehe seiner Eltern zerbrochen, der einst florierende Gasthof seines Vaters geschlossen und der Familienhof längst nicht mehr in Familienbesitz ist. Seine Nachbarn und ehemaligen Freunde begegnen ihm mit Hass und Anfeindungen. Als wäre das nicht alles schon schlimm genug, steht er erneut unter Verdacht, als die 17-jährige Amelie verschwindet, die der ermordeten Stefanie wie aus dem Gesicht geschnitten ist…
Und, wie war’s?
Nele Neuhaus’ Bücher muss man eigentlich nur aufschlagen und in den Händen halten, denn sie lesen sich wie von selbst. Von Anfang an ist man von der Geschichte so gefesselt, dass die Seiten nur so vorbeirauschen. Es gibt keine überflüssigen Längen oder Auschweifungen und doch wird die Handlung so detailreich geschildert, dass Orte und Figuren vor den Augen des Lesers real werden.
Obwohl “Schneewittchen muss sterben” ein hochspannender Krimi ist, musste ich doch hin und wieder schmunzeln. Die Beschreibung der Dorfbewohner, deren kleinkariertes Denken, die eingeschworene Gemeinschaft… herrlich bissig und doch leider sehr realistisch.
Ich habe die Bodenstein/Kirchhoff-Reihe zwar von Anfang an in der richtigen Reihenfolge gelesen, finde es aber gut, dass Nele Neuhaus in jedem Buch genug Hintergrundinfos zu den Hauptfiguren gibt, damit man auch mittendrin einsteigen kann.
Schneewittchen muss sterben, Nele Neuhaus
List, 537 Seiten, 9,95 €, ISBN 3548609821





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