Rezension: Saphierblau (von Kerstin Gier)

7 06 2010

 

Saphierblau (Gier)

Saphierblau (Gier)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Saphierblau ist der zweite Teil der Triologie “Liebe geht durch alle Zeiten”.

Gwendoly versteht die Welt nicht mehr. Im einen Moment küsst Gideon sie so intensiv, dass sie sich in eine Achterbahn versetzt fühlt. Und dann wieder betrachtet er sie mit kaltem Blick, als sei sie seine schlimmste Feindin. Was ja sogar sein könnte, schließlich deutet einiges darauf hin, dass Gwendolyn selbst in der Zukunft ihre aktuelle Mission in Gegenwart und Vergangenheit manipulieren wird.

Und, wie war’s?

Übergangslos geht es da weiter, wo Rubinrot aufgehört hat, weshalb es auch eher so wirkt, als habe Gier ein sehr dickes Buch geschrieben, das in mehrere Bände gestückelt wurde. Wobei mir der zweite Teil sogar besser gefiel als der erste, was bei Fortsetzungen ja wahrlich nicht immer der Fall ist. Es gibt mehr Zeitreisen und das Zusammenprallen der beiden Teenager aus der heutigen Zeit mit den Gepflogenheiten der Vergangenheit ist humorvoll und interessant geschildert.

Immer noch nimmt die Liebesgeschichte rund um den ach so attraktiven Gideon und die schwer verliebte Gwendolyn einen großen Raum der Handlung ein. Erwachsenen Lesern mag das Hin und Her ab und an etwas albern vorkommen. Aber schließlich wurde “Saphierblau” nicht für Erwachsene geschrieben sondern für 12- bis 13-Jährige und ich kann mir gut vorstellen, dass Gier deren Nerv trifft.

Mir gefiel gut, dass im zweiten Teil der Triologie auch die Spannung rund um die Mission der Beiden etwas zunimmt. So richtig was zum aufgeregt die Luft anhalten ist das Buch zwar nicht, aber ich wüsste jetzt doch gerne, welche Rolle wohl der merkwürdige (falsche) Graf spielt und was passiert, falls es Gideon und Gwendolyn gelingt, das Blut aller Zeitreisenden vor ihnen einzusammeln.

Saphierblau, Kerstin Gier
Arena, 400 Seiten, 15,95 Euro, ISBN 978-3401063478





Rezension: Rubinrot (von Kerstin Gier)

18 05 2010
Rubinrot (Gier)

Rubinrot (Gier)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Rubinrot ist der erste Teil der Triologie “Liebe geht durch alle Zeiten”.

Als sie sich überraschend auf einer Straße im London des 19. Jahrhunderts wiederfindet, ist der sechzehnjährigen Gwendolyn mit einem Schlag klar, dass ihr normales Teenagerleben vorbei ist. Dabei dachten doch alle, ihre Cousine Charlotte hätte das Zeitreise-Gen geerbt. Seit Kindertagen wurde Charlotte auf ein Leben zwischen den Zeiten getrimmt, kann Violine spielen, Menuett tanzen und auf Französisch parlieren – ganz im Gegensatz zur etwas trotteligen Gwendolyn, die völlig unvorbereitet auf Zeitreisen geht.

Gut, dass ihr der Geheimbund, dem alle vergangenen Zeitreisenden, ihre Familien und einige Wächter angehören, sofort Gideon zur Seite stellt. Er saust schon seit zwei Jahren in die Vergangenheit und zurück. Allerdings scheint er über seine neue Begleiterin alles andere als erfreut. Bei einer gefährlichen Aufgabe, die die ganze Welt verbessern soll, scheint ihm die ahnungslose Gwendolyn nur im Weg.

Und, wie war’s?

Was ich bisher von Kerstin Gier gelesen hatte, mochte ich nicht. Ihr Frauenroman “Lügen, die von Herzen kommen” war mir zu flach – inhaltlich wie sprachlich. Schon vor Monaten fiel mir in der Buchhandlung der besonders schön gestaltete Einband von “Rubinrot” auf. Doch der Name der Autorin hielt mich trotz ansprechendem Klappentext vom Kauf ab. Als sich dann die Begeisterung bei so ziemlich allen von mir geschätzten Literaturbloggern für die “Liebe geht durch alle Zeiten”-Reihe überschlug, habe ich es doch noch gelesen.

Zu meiner Überraschung hat mich Giers einfacher Schreibstil diesmal nicht gestört. Er passte zu den Gedanken der 16-Jährigen Gwendolyn, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. Die Idee der Zeitreisen gefällt mir sehr gut und Gier ist die Hüpferei in verschiedene Epochen gelungen, ohne den Leser allzu sehr zu verwirren. In diesem Fall sind die teils peinlichen und immer herausfordernden Besuche in der Vergangenheit auch ein schönes Symbol für das Leben als Teenager.

Alles in allem habe ich “Rubinrot” gerne gelesen und werde sicher auch noch zu Saphierblau und Smaragdgrün greifen. Das hat Kerstin Gier schon mit ihrem sehr aprupten Ende als Cliffhanger sicher gestellt. Ich glaube allerdings nicht, dass über diese Reihe in zehn oder gar fünfzig Jahren noch viele reden werden, so wie es bei Büchern von Erich Kästner, Enid Blyton oder J.K. Rowling der Fall ist. Aber das muss ja auch gar nicht sein, gute Unterhaltung ist die Reihe allemal.

Rubinrot, Kerstin Gier
Arena, 345 Seiten, 14,05 Euro, ISBN 978-3401063348





Rezension: Bis(s) zum Ende der Nacht / Breaking Dawn (von Stephenie Meyer)

19 01 2009
Breaking Dawn (Meyer)

Breaking Dawn (Meyer)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Bis(s) zum Ende der Nacht / Breaking Dawn ist der vierte Band der Twiligth Saga (Rezension Band 1; Rezension Band 2; Rezension Band 3).
Die junge Frau Bella heiratet ihren Vampir-Freund Edward und das ungleiche Paar reist gemeinsam in die Flitterwochen. Dort passiert etwas, das erst ihr Leben in Gefahr bringt, dann für sehr viel Freude sorgt – und schließlich die Volturi gegen die gesamte Cullen-Familie auf- und sehr viele Vampire in Gefahr bringt.
Und, wie war’s?

Selten hat mich das Ende einer Serie so innerlich unberührt gelassen. Der Anfang ist romantisch, der Mittelteil spannend – aber nach der letzten Seite habe ich nur mit der Schulter gezuckt. Vielleicht war es für mich doch zu vorhersehbar, vielleicht auch einfach ein Hauch zu viel Glück.
All die Probleme, die sich in den Bänden zuvor aufgetan hatten oder für künftige angedroht wurden, sind einfach weggewischt. Bella ist plötzlich perfekt, Edward war es ja sowieso schon immer, und selbst Jacob fügt sich unglaubwürdig harmonisch in die kleine Familie ein. Klar, es ist ein Jugendbuch, aber ich behaupte mal, dass auch Teenager damit umgehen können, wenn sich nicht ALLES urplötzlich in Wohlgefallen auflöst und absolut jeder rundrum glücklich ist. Genauso, wie die meisten vermutlich auch mit ein wenig mehr Sex gut (und gerne) hätten leben können.
Das Buch ist zwar so dick, dass das Lesen im wahrsten Sinn des Wortes zu einem Kraftakt wurde. Aber es ist trotzdem nicht langatmig und liest sich schnell.
Alles in allem hat mir das Lesen der gesamten Saga Spaß gemacht. Nie hatte ich den Eindruck, als würde ich mich gerade durch mehr als 2000 Seiten kämpfen. Aber trotzdem bin ich ein wenig enttäuscht, denn an den ersten Band kamen die folgenden einfach nicht mehr heran. Deshalb würde ich Weniglesern raten, lieber nur Twilight/Bis(s) zum Morgengrauen zu lesen. Die Geschichte ist in sich soweit abgeschlossen, dass einem danach nicht wirklich viel fehlt. Wer Bücher aber sowieso in Massen verschlingt, wird den Kauf der Bände 2, 3 und 4 vermutlich nicht bereuen.
Breaking Dawn, Stephenie Meyer
Atom, 754 Seiten, ca. 12 Euro, ISBN 978-1-905654-29-1

Bis(s) zum Ende der Nacht, Stephenie Meyer
Carlsen, 864 Seiten, Hardcover, 24,90 Euro, ISBN 978-3-551581-99-0 (erscheint am 14. Februar 2009)




Rezension: Bis(s) zur Mittagsstunde / New Moon (von Stephenie Meyer)

11 01 2009
New Moon (Meyer)

New Moon (Meyer)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Bis(s) zur Mittagsstunde / New Moon ist der zweite Band der Twilight Saga (Rezension Band 1; Rezension Band 3; Rezension Band 4).

Die Schülerin Bella ist glücklich mit ihrem Vampir-Freund Edward, doch dann verletzt sie sich an ihrem 18. Geburtstag – und Edward muss sie vor seiner eigenen Famile beschützen, die nun nach Bellas verführerisch duftendem Blut giert. Der Zwischenfall endet harmlos, aber Edward ist danach davon überzeugt, dass Bella in der Nähe von Vampiren nie sicher sein kann. Also verlässt er sie sicherheitshalber gleich ganz und nimmt seine Familie auch noch mit.

Bella versinkt in einem schwarzen Loch und wird erst von Jacob, einem Werwolf, wieder herausgeholt. Gerade als das Leben für Bella wieder erträglich ist, taucht Alice, Edwards Schwester, mit einer schrecklichen Nachricht auf.

Und, wie war’s?

Grundsätzlich nett zu lesen. Aber ich habe auch vor allem am Anfang und am Ende häufig ärgerlich die Stirn gerunzelt, denn bestimmte Verhaltensweisen und das damit von der Autorin ausgedrückte Weltbild haben mich gestört. So nimmt Bella einfach jede Entscheidung des sehr bestimmenden Edwards hin, ohne sie auch nur in Frage zu stellen – geschweige denn, dass Edward ihre Meinung zu irgendwas erfragen und berücksichtigen würde. Ist das wirklich das Frauenbild und ein Beziehungsmuster, das Mädchen heutzutage vermittelt werden sollte? Ich finde nicht.

Trotzdem bereue ich es nicht, New Moon (die deutsche Übersetzung war noch nicht als Taschenbuch erschienen und ich bin ungeduldig…) gelesen zu haben. Nicht zuletzt weil dem heißblütigen Jacob mehr Raum gegeben wird, hatte das Buch durchaus seine spannenden, amüsanten und romantischen Stellen. Im Gegensatz zum ersten Band gibt es auch traurige Momente, denn Bellas Zusammenbruch nach der Trennung von Edward ist für mein Empfinden realistisch und berührend geschildert.

Alles in allem war mein Magenkribbeln vom ersten Band zwar weg, aber so ist das eben, wenn die erste Verliebtheit nachlässt ;-)

New Moon, Stephenie Meyer
Atom, 563 Seiten, ca. 9 Euro, ISBN 978-1-904233-88-6

Bis(s) zur Mittagsstunde, Carlsen, 576 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-551357-82-3 (Erscheint Mitte Februar 2009)








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