Rezension: Bis(s) zum Ende der Nacht / Breaking Dawn (von Stephenie Meyer)

19 01 2009
Breaking Dawn (Meyer)

Breaking Dawn (Meyer)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Bis(s) zum Ende der Nacht / Breaking Dawn ist der vierte Band der Twiligth Saga (Rezension Band 1; Rezension Band 2; Rezension Band 3).
Die junge Frau Bella heiratet ihren Vampir-Freund Edward und das ungleiche Paar reist gemeinsam in die Flitterwochen. Dort passiert etwas, das erst ihr Leben in Gefahr bringt, dann für sehr viel Freude sorgt – und schließlich die Volturi gegen die gesamte Cullen-Familie auf- und sehr viele Vampire in Gefahr bringt.
Und, wie war’s?

Selten hat mich das Ende einer Serie so innerlich unberührt gelassen. Der Anfang ist romantisch, der Mittelteil spannend – aber nach der letzten Seite habe ich nur mit der Schulter gezuckt. Vielleicht war es für mich doch zu vorhersehbar, vielleicht auch einfach ein Hauch zu viel Glück.
All die Probleme, die sich in den Bänden zuvor aufgetan hatten oder für künftige angedroht wurden, sind einfach weggewischt. Bella ist plötzlich perfekt, Edward war es ja sowieso schon immer, und selbst Jacob fügt sich unglaubwürdig harmonisch in die kleine Familie ein. Klar, es ist ein Jugendbuch, aber ich behaupte mal, dass auch Teenager damit umgehen können, wenn sich nicht ALLES urplötzlich in Wohlgefallen auflöst und absolut jeder rundrum glücklich ist. Genauso, wie die meisten vermutlich auch mit ein wenig mehr Sex gut (und gerne) hätten leben können.
Das Buch ist zwar so dick, dass das Lesen im wahrsten Sinn des Wortes zu einem Kraftakt wurde. Aber es ist trotzdem nicht langatmig und liest sich schnell.
Alles in allem hat mir das Lesen der gesamten Saga Spaß gemacht. Nie hatte ich den Eindruck, als würde ich mich gerade durch mehr als 2000 Seiten kämpfen. Aber trotzdem bin ich ein wenig enttäuscht, denn an den ersten Band kamen die folgenden einfach nicht mehr heran. Deshalb würde ich Weniglesern raten, lieber nur Twilight/Bis(s) zum Morgengrauen zu lesen. Die Geschichte ist in sich soweit abgeschlossen, dass einem danach nicht wirklich viel fehlt. Wer Bücher aber sowieso in Massen verschlingt, wird den Kauf der Bände 2, 3 und 4 vermutlich nicht bereuen.
Breaking Dawn, Stephenie Meyer
Atom, 754 Seiten, ca. 12 Euro, ISBN 978-1-905654-29-1

Bis(s) zum Ende der Nacht, Stephenie Meyer
Carlsen, 864 Seiten, Hardcover, 24,90 Euro, ISBN 978-3-551581-99-0 (erscheint am 14. Februar 2009)




Rezension: Bis(s) zur Mittagsstunde / New Moon (von Stephenie Meyer)

11 01 2009
New Moon (Meyer)

New Moon (Meyer)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Bis(s) zur Mittagsstunde / New Moon ist der zweite Band der Twilight Saga (Rezension Band 1; Rezension Band 3; Rezension Band 4).

Die Schülerin Bella ist glücklich mit ihrem Vampir-Freund Edward, doch dann verletzt sie sich an ihrem 18. Geburtstag – und Edward muss sie vor seiner eigenen Famile beschützen, die nun nach Bellas verführerisch duftendem Blut giert. Der Zwischenfall endet harmlos, aber Edward ist danach davon überzeugt, dass Bella in der Nähe von Vampiren nie sicher sein kann. Also verlässt er sie sicherheitshalber gleich ganz und nimmt seine Familie auch noch mit.

Bella versinkt in einem schwarzen Loch und wird erst von Jacob, einem Werwolf, wieder herausgeholt. Gerade als das Leben für Bella wieder erträglich ist, taucht Alice, Edwards Schwester, mit einer schrecklichen Nachricht auf.

Und, wie war’s?

Grundsätzlich nett zu lesen. Aber ich habe auch vor allem am Anfang und am Ende häufig ärgerlich die Stirn gerunzelt, denn bestimmte Verhaltensweisen und das damit von der Autorin ausgedrückte Weltbild haben mich gestört. So nimmt Bella einfach jede Entscheidung des sehr bestimmenden Edwards hin, ohne sie auch nur in Frage zu stellen – geschweige denn, dass Edward ihre Meinung zu irgendwas erfragen und berücksichtigen würde. Ist das wirklich das Frauenbild und ein Beziehungsmuster, das Mädchen heutzutage vermittelt werden sollte? Ich finde nicht.

Trotzdem bereue ich es nicht, New Moon (die deutsche Übersetzung war noch nicht als Taschenbuch erschienen und ich bin ungeduldig…) gelesen zu haben. Nicht zuletzt weil dem heißblütigen Jacob mehr Raum gegeben wird, hatte das Buch durchaus seine spannenden, amüsanten und romantischen Stellen. Im Gegensatz zum ersten Band gibt es auch traurige Momente, denn Bellas Zusammenbruch nach der Trennung von Edward ist für mein Empfinden realistisch und berührend geschildert.

Alles in allem war mein Magenkribbeln vom ersten Band zwar weg, aber so ist das eben, wenn die erste Verliebtheit nachlässt ;-)

New Moon, Stephenie Meyer
Atom, 563 Seiten, ca. 9 Euro, ISBN 978-1-904233-88-6

Bis(s) zur Mittagsstunde, Carlsen, 576 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-551357-82-3 (Erscheint Mitte Februar 2009)





Rezension: Bis(s) zum Morgengrauen / Twilight (von Stephenie Meyer)

31 12 2008

Twilight (Meyer)

Twilight (Meyer)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Bis(s) zum Morgengrauen / Twilight ist der erste Band der Twilight Saga (Rezension Band 2; Rezension Band 3; Rezension Band 4)

Bella (17) verliebt sich in ihren Klassenkameraden Edward. Der ist zwar auch 17, aber schon seit über 100 Jahren, denn Edward ist ein Vampir. Allerdings kein gewöhnlicher. Er lebt mit einer Gruppe anderer Vampire zusammen, die gegen ihre Natur kämpfen und geschworen haben, kein Menschenblut zu trinken.

Auch Edward fühlt sich von Bella unwiderstehlich angezogen – und so beginnt für beide eine eigentlich unmögliche Liebe, die für Bella schnell tödlich enden könnte.
Bis(s) zum Morgengrauen (Meyer)

Bis(s) zum Morgengrauen (Meyer)

Und, wie war’s?

Dieses Buch hat mich mitgerissen, wie schon lange keines mehr. Dabei wollte ich es erst gar nicht lesen. Mädchen verliebt sich in Jungen, Junge ist blöderweise ein Vampir, der sich nicht entscheiden kann, ob er sie küssen oder aussaugen soll – naja, klang für mich irgendwie nach Teeniekram. Der es ja eigentlich auch sein sollte, schließlich schreibt Stephenie Meyer Jugendromane; Wer “Bis(s) zum Morgengrauen” lesen möchte, muss also in die Kinderbuchabteilung. Der Weg lohnt sich. Zumindest für alle, die Mysterygeschichten nicht grundsätzlich ablehnen. Aber Vorsicht: “Bis(s) zum Morgengrauen” ist eines dieser Bücher, nach denen erstmal jedes andere nur unbefriedigend sein kann.

Edwards gut dargestellte innere Zerissenheit, sein Hass auf das eigene Dasein, die immer im Raum schwebenden Fragen, ob man ist, was und wie man ist – oder sein kann, was man sein möchte, und ob man sich von dem fern halten kann, was einem schadet, wenn es doch zugleich das ist, was man liebt, machen das Buch tiefgründiger, als es die Geschichte erstmal vermuten lässt. 

Vor allem aber ist das Buch derart spannend, dass ich in der Mittagspause mit dem dampfenden Essen vor der Nase und der Gabel in der Hand so fasziniert las, dass das Essen unberührt wieder kalt wurde. Und so romantisch, dass in meinem Magen sogar ein paar Schmetterlinge flogen.

Wie Stephanie Meyer das Kunststück gelingt, einen mit einem solchen Sog in ihre klassische Geschichte hineinzuziehen? Ich habe keine Ahnung. Aber eigentlich ist es mir auch egal. Hauptsache, die folgenden drei Bände der Twilight Saga genannten Serie sind genauso gut.

Twilight, Stephenie Meyer
Atom, 434 Seiten, ca. 9 Euro, ISBN 978-1-904233-65-7
Bis(s) zum Morgengrauen, Stephenie Meyer
Carlsen, 512 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-551-35690-1

PS: “Bis(s) zum Morgengrauen” wurde unter dem Originaltitel “Twilight” verfilmt und ist seit dem 15. Januar 2009 in den deutschen Kinos.




Rezension: Die schwarze Stadt (von Tamora Pierce)

23 12 2008

gelesen von Astrid Walter

Die schwarze Stadt (Pierce)

Die schwarze Stadt (Pierce)

Worum geht’s?

Tamora Pierce erzählt in insgesamt vier Bänden die Geschichte von Alanna, einem mutigen und sturen Mädchen, das es schafft, die erste Ritterin des Köngreichs Tortall zu werden. Da die Bände aufeinander aufbauen, sollte man sie (zumindest beim ersten Mal ;-) ) auch in der richtigen Reihenfolge lesen. Band 2 ist “Im Bann der Göttin”, Band 3 “Das zerbrochene Schwert”, Band 4 “Das Juwel der Macht”.

In “Die schwarze Stadt” wird der Wildfang Alanna von Trebond von ihrem Vater ins Kloster geschickt, damit aus ihr ein braves Fräulein wird. Ihr Zwillingsbruder Thom, ein vergeistigter Weichling, soll dagegen am Königshof die gefährliche Ritterausbildung durchleben. Kurz entschlossen tauschen die Zwillinge Plätze: Alanna reist als “Alan” verkleidet an den Königshof, Thom geht ins Kloster, um von den gelehrten Mönchen die Kunst der Zauberei zu erlernen. Ein Jahr lang quält Alanna als Page ihren Körper im harten Ritter-Training und ihren Geist im täglichen Studium. Bald gehört sie zur Clique des Thronerben Jonathan und lebt sich am Hof ein, doch dann zeigt sich, dass die Götter dem Mädchen ganz besondere Aufgaben zugedacht haben…

Und, wie war’s?

Die Zielgruppe der Alanna-Reihe sind Jugendliche, und obwohl Fantasy zumeist eher ein Jungen-Genre ist, dürfte die Geschichte der eigensinnigen Alanna vor allem Mädchen im Alter zwischen 11 und 14 ansprechen. Trotzdem empfehle ich “Die schwarze Stadt” auch für Erwachsene, denn die Mischung aus Einblicken in die Welt des Mittelalters und der phantastischen Ebene rund um Götter und Magie lässt mich die Realität für Stunden vergessen. Tamora Pierce gelingt eine so liebevolle und facettenreiche Beschreibung des Königreichs und der Palastbewohner, dass man leicht komplett in das Phantasiereich Tortall abtauchen kann.

Die schwarze Stadt. Alanna von Trebonds Abenteuer, Tamora Pierce
Arena, 207 Seiten, 5,90 Euro, ISBN 978-3401018157








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