Rezension: Smaragdgrün (von Kerstin Gier)

22 01 2011
Smaragdgrün (Gier)

Smaragdgrün (Gier)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Smaragdgrün ist der dritte Band der Edelsteintriologie.

Gwendolyn ist davon überzeugt, dass Gideon sie nur aus strategischen Gründen in ihn verliebt gemacht hat. Enttäuscht und verletzt versucht sie, alleine das Geheimnis des mysteriösen und gefährlichen Grafen aufzudecken. Um herauszufinden, was es wirklich mit der Magie der zwölf Zeitreisenden auf sich hat, reist sie auf eigene Faust in die Vergangenheit und holt sich Unterstützung bei dem jüngeren Ich ihres Großvaters. Im Verlauf der Geschichte erfährt sie etwas, das ihre Grundfeste zutiefst erschüttert, und bringt sich selbst in Lebensgefahr. Dieses Ereignis beweist ihr, dass Gideon sie doch liebt – und enthüllt eine noch viel größere Überraschung, die Gwendolyns Leben nachhaltig ändert.

Und, wie war’s?

Atmosphärisch ist “Smaragdgrün” ein schönes Buch, auch die wirre Gefühlswelt eines Teenagers wird gut dargestellt. Zumindest, soweit ich das aus meiner Erinnerung heraus beurteilen kann ;-)

Inhaltlich überzeugt der Abschluss der Triologie mich nicht. Zwar werden alle Fragen, die sich im Verlauf der ersten zwei Bände gestellt haben, beantwortet. Aber vor allem mit einer Lösung hat es sich Kerstin Gier da meiner Meinung nach zu einfach gemacht. Ich kann das leider nicht näher erklären, ohne allen, die das Buch noch lesen wollen, die Spannung zu verderben. Kurz gesagt: Gwendolyns große Überraschung ist mir viel zu weit hergeholt und das sogar für ein Buch, in dem es um Zeitreisen geht.

Außerdem ist am Ende natürlich alles gut. Nicht, dass ich etwas gegen Happy Ends hätte. Aber dass man beispielsweise als Teenie wirklich so locker darüber hinweg gehen kann, dass die Mutter nicht die leibliche Mutter ist, glaube ich nicht. Auch darauf, was die wirklich große Überraschung nun für Gwendolyn bedeutet, wird gar nicht eingegangen. Gideon ist bei ihr, also ist alles gut. Das ist mir zu oberflächlich abgehandelt, auch für ein Jugendbuch.

Zweifelsfrei sehr schön ist bei der Edelsteintriologie aber die Gestaltung der Bände. Die schönen Cover haben mich überhaupt erst auf die Reihe aufmerksam gemacht, doch auch im Innenteil haben die Bücher noch einiges zu bieten. Lesebändchen sind ja bei Unterhaltungsliteratur nicht mehr selbstverständlich und zweifarbiger Druck erst recht nicht. Da sind dem Arenaverlag Schmuckstücke gelungen.

Smaragdgrün, Kerstin Gier
Arena Verlag, 496 Seiten, 18,95 Euro, ISBN 978-3401063485





Rezension: Bis(s) zum Morgengrauen / Twilight (von Stephenie Meyer)

31 12 2008

Twilight (Meyer)

Twilight (Meyer)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Bis(s) zum Morgengrauen / Twilight ist der erste Band der Twilight Saga (Rezension Band 2; Rezension Band 3; Rezension Band 4)

Bella (17) verliebt sich in ihren Klassenkameraden Edward. Der ist zwar auch 17, aber schon seit über 100 Jahren, denn Edward ist ein Vampir. Allerdings kein gewöhnlicher. Er lebt mit einer Gruppe anderer Vampire zusammen, die gegen ihre Natur kämpfen und geschworen haben, kein Menschenblut zu trinken.

Auch Edward fühlt sich von Bella unwiderstehlich angezogen – und so beginnt für beide eine eigentlich unmögliche Liebe, die für Bella schnell tödlich enden könnte.
Bis(s) zum Morgengrauen (Meyer)

Bis(s) zum Morgengrauen (Meyer)

Und, wie war’s?

Dieses Buch hat mich mitgerissen, wie schon lange keines mehr. Dabei wollte ich es erst gar nicht lesen. Mädchen verliebt sich in Jungen, Junge ist blöderweise ein Vampir, der sich nicht entscheiden kann, ob er sie küssen oder aussaugen soll – naja, klang für mich irgendwie nach Teeniekram. Der es ja eigentlich auch sein sollte, schließlich schreibt Stephenie Meyer Jugendromane; Wer “Bis(s) zum Morgengrauen” lesen möchte, muss also in die Kinderbuchabteilung. Der Weg lohnt sich. Zumindest für alle, die Mysterygeschichten nicht grundsätzlich ablehnen. Aber Vorsicht: “Bis(s) zum Morgengrauen” ist eines dieser Bücher, nach denen erstmal jedes andere nur unbefriedigend sein kann.

Edwards gut dargestellte innere Zerissenheit, sein Hass auf das eigene Dasein, die immer im Raum schwebenden Fragen, ob man ist, was und wie man ist – oder sein kann, was man sein möchte, und ob man sich von dem fern halten kann, was einem schadet, wenn es doch zugleich das ist, was man liebt, machen das Buch tiefgründiger, als es die Geschichte erstmal vermuten lässt. 

Vor allem aber ist das Buch derart spannend, dass ich in der Mittagspause mit dem dampfenden Essen vor der Nase und der Gabel in der Hand so fasziniert las, dass das Essen unberührt wieder kalt wurde. Und so romantisch, dass in meinem Magen sogar ein paar Schmetterlinge flogen.

Wie Stephanie Meyer das Kunststück gelingt, einen mit einem solchen Sog in ihre klassische Geschichte hineinzuziehen? Ich habe keine Ahnung. Aber eigentlich ist es mir auch egal. Hauptsache, die folgenden drei Bände der Twilight Saga genannten Serie sind genauso gut.

Twilight, Stephenie Meyer
Atom, 434 Seiten, ca. 9 Euro, ISBN 978-1-904233-65-7
Bis(s) zum Morgengrauen, Stephenie Meyer
Carlsen, 512 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-551-35690-1

PS: “Bis(s) zum Morgengrauen” wurde unter dem Originaltitel “Twilight” verfilmt und ist seit dem 15. Januar 2009 in den deutschen Kinos.







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