Rezension: Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen (von Mitch Albom)

19 03 2012

gehört von Michele Reble

Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen (Mitch Albom)

Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen (Mitch Albom)

Worum geht’s?

Eddie hat in seinen 83 Jahren zwar einiges erlebt, aber nichts was ihm wirklich bedeutungsvoll erscheint. Seinen Job als Monteur in einem Vergnügungspark führt er gewissenhaft aus, so dass ihm schleierhaft ist, wieso eines der Fahrgeschäfte plötzlich eine Fehlfunktion hat. Eddie versucht noch in letzter Minute ein kleines Mädchen davor zu bewahren, von dem Fahrgeschäft zerquetscht zu werden, doch Eddie selbst schafft es nicht mehr rechtzeitig weg. Er stirbt.
Doch das ist erst der Anfang. Denn Eddie begegnet im Jenseits fünf Menschen, die in gewissen Lebensabschnitten für ihn eine entscheidende Rolle gespielt haben. Sie helfen ihm, einen anderen Blick auf sein Leben zu gewinnen und zu erkennen, dass sein Leben bedeutungsvoll war.

Und, wie war’s?

Alboms bisherige Bücher “Dienstags bei Morrie” und “Nur einen Tag noch” hatten mich so begeistert, dass ich mir sicher war, bei diesem Autor nicht enttäuscht zu werden. Tatsächlich hätte ich aber eher meinem Gefühl trauen sollen, dass mich sowohl bei Titel als auch Inhaltsangabe nicht umgehauen hat.

“Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen” ist schlicht, aber unterhaltsam und kurzweilig geschrieben. Die Lehre hinter dem Ganzen wird auch schnell klar, nur war es mir ein wenig zu oberflächlich. Es hat mich nicht wirklich berührt, was aber auch daran gelegen haben kann, dass der Sprecher mich mit seiner zeitlupenhaften, großväterlichen Märchenbuch-Erzählstimme wirklich genervt hat. Richtig lächerlich wurde es dann bei englischen Ausdrücken oder ganzen Sätzen, an deren Ausprache er kläglich gescheitert ist. Ein anderer Sprecher hätte dem Buch sicherlich gut getan.

Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen, Mitch Albom
Hörbuch gelesen von Edgar M. Böhlke
steinbach sprechende bücher über audible.de 9,95 €, 5 Stunden 33 min, ISBN 3869740159

Taschenbuch: Goldmann, 224 Seiten, 7,95 Euro, ISBN 3442460778

Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.





Rezension: Die Insel der besonderen Kinder (von Ransom Riggs)

15 02 2012

gehört von Michele Reble

Die Insel der besonderen Kinder (von Ransom Riggs)

Die Insel der besonderen Kinder (von Ransom Riggs)

Worum geht’s?

Opa Portman erzählt wundersame Geschichten. Von Kindern, die schweben und schwere Felsbrocken heben. Von Kindern, in denen Bienen wohnen und welche, die mit dem Hinterkopf essen. Jene Kinder waren seine Freunde, als er damals auf einer kleinen Insel in Wales im Heim lebte, nachdem er im Krieg von zu Hause fortgeschicht wurde. Als sein kleiner Enkel, Jacob, ihm nicht so recht glauben will, zeigt Opa Portman ihm sogar Fotos von seinen Freunden und scheint damit seine verrückten Geschichten beweisen zu können. Einige Jahre später, als Jacob ein Teenager ist, durchschaut er das Ganze natürlich. Die Bilder beruhen sicherlich auf Fotomontagen – man sieht es sogar, wenn man genauer hinschaut.

Doch als Opa Portman im Sterben liegt – vermeintlich attackiert von wilden Hunden – bittet er Jacob, zu jener Insel zu reisen und nach dem Vogel und der Schleife auf der anderen Seite des Grabes zu suchen. Jacob versteht nur Bahnhof und versucht, diese wirren Bitten seines geliebten Großvaters, sowie die Gestalten, die er bei dessen Leiche geglaubt gesehen zu haben, zu vergessen. Vergebens. Um ein für alle Mal damit abzuschließen, reist Jacob mit seinem Vater auf die Insel und will sich selbst beweisen, dass all das nicht existiert, von dem sein Großvater ihm erzählt hat. Kurze Zeit später erkennt Jacob, das Opa Portman alles andere als verrückt war und steht vor einer folgenschweren Entscheidung.

Und, wie war’s?

Ich bin mit wenig Vorwissen und keinerlei Erwartungen an dieses Hörbuch rangegangen und wurde positiv überrascht. Wenn man sich bewusst macht, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und man kein Problem mit fiktiven Welten und Wesen hat, dann darf man sich auf eine gut durchdachte und spannend aufgebaute Geschichte freuen.

Rasom Riggs stellt dem Leser zu Beginn des ersten Teils seiner Geschichte seinen Protagonisten Jacob ausführlich vor  – wie er denkt, wie er fühlt, wonach er lebt. Er schafft es, mit seinen Schilderungen eine lebhafte Umgebung vor dem Auge des Lesers zu schaffen und zieht ihn somit hinein in die fiktive Welt. Mit den Personen und Wesen, die darin auftauchen, hat sich mir die ein oder andere Parallele zu Harry Potters Zauberwelt aufgedrängt, ohne jedoch abgekupfert zu wirken.

Einen besonderen Mehrwert der Geschichte hat für mich der Leser Simon Jäger dargestellt, der die dustere und kalte Atmosphäre einer rauhen und abgelegenen walisischen Insel unglaublich gut einfangen und transportieren kann und es schafft, die einzelnen Personen in wiedererkennbare Individuen zu verwandeln.

“Die Insel der besonderen Kinder” hat ein offenes Ende. Wer also eine abgeschlossene Geschichte sucht, sollte hiermit nicht anfangen, denn Ransom Riggs baut in diesem Teil den Grundstock für viele weitere Bände. Ich kann das Hörbuch trotzdem uneingeschränkt empfehlen und bin gespannt, wie es mit Jacob und den besonderen Kindern weitergeht.

gelesen von Simon Jäger
Audible exklusiv über audible.de, 9,95 Euro (nur für Abonnenten), 11 Stunden 7 Minuten
Hardcover: PAN, 416 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 3426283689
Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.

 

PS: Das Buch wurde parallel gelesen von Astrid Walter. Deshalb noch eine kleine Anmerkung: Auch wer das Hörbuch gehört hat, sollte sich die Hardcover-Ausgabe auf alle Fälle mal bei einem Freund ausleihen oder in der Buchhandlung durchblättern. Denn Autor Ransom Riggs hat der Geschichte in dem gedruckten Buch noch eine besondere Ebene in Form zahlreicher, authentischer Schwarz-weiß-Aufnahmen hinzugefügt. Riggs hat die beeindruckenden Bilder in jahrelanger Arbeit auf Flohmärkten und bei Sammlern zusammengesucht. So sieht man als Leser genau die Fotos, die Jacob von seinem Opa gezeigt bekommt, und kann sich besonders gut in die Geschichte hineindenken.




Rezension: Smaragdgrün (von Kerstin Gier)

22 01 2011
Smaragdgrün (Gier)

Smaragdgrün (Gier)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Smaragdgrün ist der dritte Band der Edelsteintriologie.

Gwendolyn ist davon überzeugt, dass Gideon sie nur aus strategischen Gründen in ihn verliebt gemacht hat. Enttäuscht und verletzt versucht sie, alleine das Geheimnis des mysteriösen und gefährlichen Grafen aufzudecken. Um herauszufinden, was es wirklich mit der Magie der zwölf Zeitreisenden auf sich hat, reist sie auf eigene Faust in die Vergangenheit und holt sich Unterstützung bei dem jüngeren Ich ihres Großvaters. Im Verlauf der Geschichte erfährt sie etwas, das ihre Grundfeste zutiefst erschüttert, und bringt sich selbst in Lebensgefahr. Dieses Ereignis beweist ihr, dass Gideon sie doch liebt – und enthüllt eine noch viel größere Überraschung, die Gwendolyns Leben nachhaltig ändert.

Und, wie war’s?

Atmosphärisch ist “Smaragdgrün” ein schönes Buch, auch die wirre Gefühlswelt eines Teenagers wird gut dargestellt. Zumindest, soweit ich das aus meiner Erinnerung heraus beurteilen kann ;-)

Inhaltlich überzeugt der Abschluss der Triologie mich nicht. Zwar werden alle Fragen, die sich im Verlauf der ersten zwei Bände gestellt haben, beantwortet. Aber vor allem mit einer Lösung hat es sich Kerstin Gier da meiner Meinung nach zu einfach gemacht. Ich kann das leider nicht näher erklären, ohne allen, die das Buch noch lesen wollen, die Spannung zu verderben. Kurz gesagt: Gwendolyns große Überraschung ist mir viel zu weit hergeholt und das sogar für ein Buch, in dem es um Zeitreisen geht.

Außerdem ist am Ende natürlich alles gut. Nicht, dass ich etwas gegen Happy Ends hätte. Aber dass man beispielsweise als Teenie wirklich so locker darüber hinweg gehen kann, dass die Mutter nicht die leibliche Mutter ist, glaube ich nicht. Auch darauf, was die wirklich große Überraschung nun für Gwendolyn bedeutet, wird gar nicht eingegangen. Gideon ist bei ihr, also ist alles gut. Das ist mir zu oberflächlich abgehandelt, auch für ein Jugendbuch.

Zweifelsfrei sehr schön ist bei der Edelsteintriologie aber die Gestaltung der Bände. Die schönen Cover haben mich überhaupt erst auf die Reihe aufmerksam gemacht, doch auch im Innenteil haben die Bücher noch einiges zu bieten. Lesebändchen sind ja bei Unterhaltungsliteratur nicht mehr selbstverständlich und zweifarbiger Druck erst recht nicht. Da sind dem Arenaverlag Schmuckstücke gelungen.

Smaragdgrün, Kerstin Gier
Arena Verlag, 496 Seiten, 18,95 Euro, ISBN 978-3401063485





Rezension: Saphierblau (von Kerstin Gier)

7 06 2010

 

Saphierblau (Gier)

Saphierblau (Gier)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Saphierblau ist der zweite Teil der Triologie “Liebe geht durch alle Zeiten”.

Gwendoly versteht die Welt nicht mehr. Im einen Moment küsst Gideon sie so intensiv, dass sie sich in eine Achterbahn versetzt fühlt. Und dann wieder betrachtet er sie mit kaltem Blick, als sei sie seine schlimmste Feindin. Was ja sogar sein könnte, schließlich deutet einiges darauf hin, dass Gwendolyn selbst in der Zukunft ihre aktuelle Mission in Gegenwart und Vergangenheit manipulieren wird.

Und, wie war’s?

Übergangslos geht es da weiter, wo Rubinrot aufgehört hat, weshalb es auch eher so wirkt, als habe Gier ein sehr dickes Buch geschrieben, das in mehrere Bände gestückelt wurde. Wobei mir der zweite Teil sogar besser gefiel als der erste, was bei Fortsetzungen ja wahrlich nicht immer der Fall ist. Es gibt mehr Zeitreisen und das Zusammenprallen der beiden Teenager aus der heutigen Zeit mit den Gepflogenheiten der Vergangenheit ist humorvoll und interessant geschildert.

Immer noch nimmt die Liebesgeschichte rund um den ach so attraktiven Gideon und die schwer verliebte Gwendolyn einen großen Raum der Handlung ein. Erwachsenen Lesern mag das Hin und Her ab und an etwas albern vorkommen. Aber schließlich wurde “Saphierblau” nicht für Erwachsene geschrieben sondern für 12- bis 13-Jährige und ich kann mir gut vorstellen, dass Gier deren Nerv trifft.

Mir gefiel gut, dass im zweiten Teil der Triologie auch die Spannung rund um die Mission der Beiden etwas zunimmt. So richtig was zum aufgeregt die Luft anhalten ist das Buch zwar nicht, aber ich wüsste jetzt doch gerne, welche Rolle wohl der merkwürdige (falsche) Graf spielt und was passiert, falls es Gideon und Gwendolyn gelingt, das Blut aller Zeitreisenden vor ihnen einzusammeln.

Saphierblau, Kerstin Gier
Arena, 400 Seiten, 15,95 Euro, ISBN 978-3401063478





Rezension: Rubinrot (von Kerstin Gier)

18 05 2010
Rubinrot (Gier)

Rubinrot (Gier)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Rubinrot ist der erste Teil der Triologie “Liebe geht durch alle Zeiten”.

Als sie sich überraschend auf einer Straße im London des 19. Jahrhunderts wiederfindet, ist der sechzehnjährigen Gwendolyn mit einem Schlag klar, dass ihr normales Teenagerleben vorbei ist. Dabei dachten doch alle, ihre Cousine Charlotte hätte das Zeitreise-Gen geerbt. Seit Kindertagen wurde Charlotte auf ein Leben zwischen den Zeiten getrimmt, kann Violine spielen, Menuett tanzen und auf Französisch parlieren – ganz im Gegensatz zur etwas trotteligen Gwendolyn, die völlig unvorbereitet auf Zeitreisen geht.

Gut, dass ihr der Geheimbund, dem alle vergangenen Zeitreisenden, ihre Familien und einige Wächter angehören, sofort Gideon zur Seite stellt. Er saust schon seit zwei Jahren in die Vergangenheit und zurück. Allerdings scheint er über seine neue Begleiterin alles andere als erfreut. Bei einer gefährlichen Aufgabe, die die ganze Welt verbessern soll, scheint ihm die ahnungslose Gwendolyn nur im Weg.

Und, wie war’s?

Was ich bisher von Kerstin Gier gelesen hatte, mochte ich nicht. Ihr Frauenroman “Lügen, die von Herzen kommen” war mir zu flach – inhaltlich wie sprachlich. Schon vor Monaten fiel mir in der Buchhandlung der besonders schön gestaltete Einband von “Rubinrot” auf. Doch der Name der Autorin hielt mich trotz ansprechendem Klappentext vom Kauf ab. Als sich dann die Begeisterung bei so ziemlich allen von mir geschätzten Literaturbloggern für die “Liebe geht durch alle Zeiten”-Reihe überschlug, habe ich es doch noch gelesen.

Zu meiner Überraschung hat mich Giers einfacher Schreibstil diesmal nicht gestört. Er passte zu den Gedanken der 16-Jährigen Gwendolyn, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. Die Idee der Zeitreisen gefällt mir sehr gut und Gier ist die Hüpferei in verschiedene Epochen gelungen, ohne den Leser allzu sehr zu verwirren. In diesem Fall sind die teils peinlichen und immer herausfordernden Besuche in der Vergangenheit auch ein schönes Symbol für das Leben als Teenager.

Alles in allem habe ich “Rubinrot” gerne gelesen und werde sicher auch noch zu Saphierblau und Smaragdgrün greifen. Das hat Kerstin Gier schon mit ihrem sehr aprupten Ende als Cliffhanger sicher gestellt. Ich glaube allerdings nicht, dass über diese Reihe in zehn oder gar fünfzig Jahren noch viele reden werden, so wie es bei Büchern von Erich Kästner, Enid Blyton oder J.K. Rowling der Fall ist. Aber das muss ja auch gar nicht sein, gute Unterhaltung ist die Reihe allemal.

Rubinrot, Kerstin Gier
Arena, 345 Seiten, 14,05 Euro, ISBN 978-3401063348








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