Rezension: Maria, ihm schmeckt’s nicht (von Jan Weiler)

24 09 2008
gelesen von Michele Rassinger
Maria, ihm schmeckt's nicht (Jan Weiler)

Maria, ihm schmeckt's nicht (Jan Weiler)

Worum geht’s?

In diesem autobiografischen Roman erzählt Jan Weiler von seiner Heirat mit der Halbitalienerin Sara und wie sich dadurch sein Leben völlig ändert. Er lernt die italienische Art zu leben hautnah kennen und muss einige kulturelle und auch zwischenmenschliche Hindernisse sowohl in Deutschland mit seinem Schwiegervater Antonio als auch mit einigen anderen neuen Verwandten in dem kleinen italienischen Dorf Campobasso bewältigen.

Und, wie war’s?

Jan Weiler liefert mit seiner Erzählung einen lebhaften und realen Einblick in das Leben einer italienischen Großfamilie. Zwischen den überwiegend komischen Zeilen liest man aber auch die Ängste vor dem Fremdsein heraus. Der Autor macht dies an der Lebensgeschichte seines Schwiegervaters Antonio Marcipane fest, der in der 60er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam und dort seine Frau Ursula kennenlernte. Aber auch er selbst sieht sich mit einigem Befremdlichen konfrontiert, als er Antonios Tochter Sara heiratet und mit ihr ihre italienische Großfamilie.

Insgesamt ein sehr kurzweiliges, unterhaltsames und lustiges Buch. Für meinen Geschmack ist der Übergang der mit trockenem Humor geschilderten Erlebnisse mit den Maricapanes zu der ernsthaft stimmenden Lebensgeschichte von Antonio nicht ganz gelungen. In dem einen Moment noch schmerzen die Lachmuskeln, im nächsten ist man betroffen, mit welchen Anfeindungen Gastarbeiter sowohl beruflich als auch privat vor 40 Jahren in Deutschland zu kämpfen hatten.

Maria, ihm schmeckt’s nicht, Jan Weiler
Ullstein Tb, 272 Seiten, 10 €, ISBN 3548264263

P.S. Ab 06.08.2009 im Kino!

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One response

12 04 2009
Nicole

Ich habe beim lesen auch mehrmals herzhaft gelacht.
Empfehlen kann ich auch eine Lesung von Jan Weiler zu besuchen. Ich kam eineinhalb Stunden nicht mehr aus dem Lachen raus! Zumal die beschriebenen Personen durch die Stimmen, die ihnen Weiler gibt, noch plastischer – und lustiger werden.

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