Rezension: Oskar und die Dame in Rosa (von Eric-Emmanuel Schmitt)

5 11 2008
Oskar und die Dame in Rosa (Schmitt)

Oskar und die Dame in Rosa (Schmitt)gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Oskar ist zehn Jahre alt und hat Krebs. Er wird sterben und er weiß es. Trotzdem sprechen weder sein Arzt noch seine Eltern mit ihm über seinen bevorstehenden Tod. Gerade als Oskar darüber richtig verzweifelt, taucht Oma Rosa auf. Die alte Dame traut sich als einzige, mit Oskar über seine Krankheit zu reden. Mit ihren teils verrückten und immer wundervollen Ideen hilft sie ihm, seine letzten Tage so intensiv zu leben, dass er am Ende mit dem Gefühl stirbt, nichts verpasst zu haben.

Und, wie war’s?

Ergreifend und mitreißend. Ich habe abwechselnd geweint und geschmunzelt, geschluchzt und gelacht, gelächelt und geseufzt, und das alles durcheinander. Die Geschichte wird in Form von Briefen erzählt, die Oskar an Gott schreibt. Er berichtet von Freundschaft und seiner ersten und einzigen Liebe und von der Wut auf seine Eltern, die in ihm auf einmal nur noch den sterbenden Jungen und nicht mehr den geliebten Oskar sehen. Dabei vermittelt der kleine, liebenswerte Junge mit der guten Beobachtungsgabe, dem großen Einfühlungsvermögen und der übersprudelnden Lebensfreude viele Weisheiten ohne dabei Altklug zu wirken.

Obwohl das Buch eigentlich tief traurig ist, hat es trotzdem eine bezaubernde Leichtigkeit ohne je ins Oberflächliche abzurutschen. Ich habe das Buch an einem Abend gelesen, und hatte danach beim Einschlafen zwar einen kleinen Haufen benutzter Taschentücher neben dem Bett, aber auch ein warmes, glückliches, unbestimmt hoffnungsvolles Gefühl im Bauch.

Oskar und die Dame in Rosa, Eric-Emmanuel Schmitt
Fischer Verlag, 105 Seiten, 8 Euro, ISBN 3-596-50987-4


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