Rezension: Puh, der Bär (von A. A. Milne)

22 11 2008
Winnie-the-Pooh (Milne)

Winnie-the-Pooh (Milne)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?
Der kleine Junge Christopher Robin erlebt gemeinsam mit seinem treuen, pelzigen Freund  Winnie-the-Pooh (in der deutschen Übersetzung Puh, der Bär) und diversen anderen (Stoff-)Tieren Abenteuer. Beispielsweise besucht Pooh in einer Episode seinen Freund Rabbit, mampft in dessen Kaninchenbau eine Menge Honig und bleibt deshalb schließlich im Ausgang stecken.
Und, wie war’s?
Wundervoll. Als Kind hatte ich eine Kassette von „Puh, der Bär“ und habe sie geliebt. Als Erwachsene erst habe ich die Geschichten rund um  Christopher Robin und seinen Stoffbären Winnie-the-Pooh dann auch gelesen. Um in der S-Bahn nicht ausgelacht zu werden, im englischen Original. Aber die einzige, die gelacht hat, war ich. Über den trotteligen, verfressenen Bären Pooh, den überängstlichen Rabbit und den ewig depressiven Eeyore und die fantasievoll und anschaulich geschilderten Abenteuer, die alle zusammen erleben.
Alan Alexander Milne schreibt, als hätte er seinen Sohn auf dem Schoß und würde ihm eine Geschichte erzählen. Die Nachfragen des Jungen, kleine Diskussionen, das alles ist in das Buch eingearbeitet, gibt ihm eine zweite Ebene und macht es noch liebenswerter. Außerdem muss Milne ein großartiger Beobachter gewesen sein, denn die leicht schrulligen Charaktere und ihre Erlebnisse scheinen direkt aus dem echten Leben genommen. Überhaupt konnte ich bei vielen Absätzen nur zustimmend nicken. Beispielsweise gleich zu Beginn des Buches. Da gibt es diese Szene, in der Christopher Robin eine Treppe hinunter läuft und Winnie-the-Pooh am Bein hinter sich her schleift. Und während der kleine Bär so auf jeder Stufe mit dem Kopf aufschlägt, denkt er sich, dass es doch noch eine andere Art geben muss, um eine Treppe hinunter zu kommen – es fällt ihm nur vor lauter Schlägen keine ein. Dieses Gefühl, dass es da zu irgendetwas noch eine Alternative geben muss, aber sie fällt einem partout nicht ein, das kennt doch vermutlich jeder.
Winnie-the-Pooh wurde bereits 1926 veröffentlicht, gehört aber zu den Klassikern, die dank ihrer zeitlosen Weisheiten und des Witzes immer aktuell bleiben.
Die Reclam Universal Bibliothek Ausgabe hat das typische Reclam-Format, ist aber mit den Original-Zeichnungen von Ernest H. Shepard angereichert und hilft mit kleinen Vokabelhilfen bei Verständnisproblemen weiter.
Winnie-the-Pooh (Puh, der Bär), A. A. Milne
Reclam Universal Bibliothek, 163 Seiten, 4,60 Euro, ISBN 3-15-009231-0
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2 responses

21 02 2016
byahuman

Großartige Rezension! Obwohl ich nicht erwartet hätte, dass andere Erwachsene meine Faszination für Puh so teilen, habe ich meine Gedanken über das Buch in jedem deiner Sätze wiedergefunden. Es ist einfach köstlich zu lesen und gleichzeitig auf eine einzigartig niedliche Art philosophisch.

7 12 2008
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