Rezension: Gut gegen Nordwind (von Daniel Glattauer)

8 02 2009

Gut gegen Nordwind (Daniel Glattauer)

Gut gegen Nordwind (Daniel Glattauer)

gelesen von Michele Rassinger

Worum geht’s?

Emmi Rothner will per E-Mail das Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen – und landet bei Leike, Leo Leike. Ein kleiner Tippfehler in der Mailadresse hat große Auswirkungen. Aus einem anfänglichen Geplänkel wird bald mehr, ein zaghaft aber stetig wachsender Flirt bis hin zu Sehnsucht, Leidenschaft, Gefühlsfieber – für eine Person, die man noch nie gesehen hat.

Und, wie war’s?

Wenn man ein Buch aufschlägt, anfängt, die erste Seite zu lesen und es nach 224 Seiten wieder weglegt, weil die letzte Seite nun mal die letzte Seite ist, dann ist es unbestritten ein gutes Buch. Und wenn man dann noch gleich das Notebook anschmeißt, um zu prüfen, ob Daniel Glattauer nach diesem aufwühlenden, offenen Ende wenigstens so gnädig war, einen Nachfolger hinterherzuschieben, dann ist das ein verflucht gutes Buch.

Doch was macht es so gut?
Der kurzweilige Stil, der ausschließlich aus dem E-Mail-Verkehr zwischen Leo und Emmi besteht und einem immer wieder ein Lächeln über die Lippen huschen lässt? Die Kunst, wie Daniel Glattauer allein durch die Art wie die Protagonisten schreiben, dem Leser scharfsinnig gezeichnete Charaktere präsentiert? Wie er es schafft, von Sehnsucht und Leidenschaft zu erzählen, ohne ins Kitschige abzudriften? Wie er den Leser in Aufruhr bringt mit dieser mitreißenden Art und dann die Geschichte abrupt enden lässt? Oder ist es das Thema? Dass zwei sich völlig fremde Menschen über das geschriebene Wort eine Vertrautheit und Intimität aufbauen, eine Sehnsucht wecken und eine Abhängigkeit schaffen können, die es im „realen“ Aufeinandertreffen selten gibt?

Es ist wohl alles zusammen und noch viel mehr. Ich kann nur sagen: lesen!
Wie es weitergeht mit Emmi und Leo erfährt man in „Alle sieben Wellen„.

Gut gegen Nordwind, Daniel Glattauer
Goldmann, 224 Seiten, 7,95 €, ISBN 3442465869


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4 responses

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13 02 2009
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