Rezension: Effi Briest (von Theodor Fontane)

10 02 2009
gelesen von Michele Rassinger

Effi Briest

Effi Briest (Theodor Fontane)

Worum geht’s?

Die kindliche und lebhafte Effi ist 17 Jahre alt, als sie den von ihren Eltern ausgesuchten 20 Jahre älteren Baron von Instetten heiratet und mit ihm an die Ostsee zieht. Doch Effi findet sich in ihrer neuen Welt nicht zurecht. Das riesige und für sie unheimliche Haus wird für sie kein Zuhause und zu den Bewohnern im Ort findet sie keinen Anschluss. Der Baron vernachlässigt Effi, so dass diese mehr und mehr vereinsamt. Selbst die Geburt ihrer Tochter hilft ihr nicht, ihren alten Lebensmut wiederzufinden. Sie flüchtet in eine kurze, aber sehr intensive Affäre zu dem Bezirkskommandanten Crampas, der sie schon lange verehrt. Die Versetzung des Barons nach Berlin setzt der Affäre ein Ende und Effi beginnt, sich auf ein neues Leben einzulassen. Nach Jahren findet der Baron alte Briefe von Crampas an Effi und zieht daraus drastische Konsequenzen.


Und, wie war’s?

Ein echter Klassiker, den man gelesen haben sollte. Zwar führte die detailreiche Sprache zu einigen für mich zu langen Passagen, aber insgesamt fand ich Effi Briest sehr schön, aber auch traurig. Man muss sich auf die Sprache Fontanes einlassen, um das Unausgesprochene herauszulesen und so die Geschichte überhaupt zu verstehen.

Obwohl eine Effi sowohl damals als auch in der heutigen Zeit verpönt wäre, da sie ihre Familie durch ihre Affäre hintergeht und zerstört, zeigt Theodor Fontane ein ganz anderes Bild. Er lässt sie zu einem Opfer der gesellschaftlichen Konventionen und Zwänge im 19. Jahrhundert werden, so dass man gar nicht anders kann, als mit ihr zu leiden.

Effi Briest, Theodor Fontane
Hamburger Lesehefte Verlag, 261 Seiten, 3,10 Euro, ISBN 3872911708

P.S. Ab 12. Februar 2009 im Kino.


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