Rezension: Breakfast at Tiffany’s (von Truman Capote)

13 02 2009

 

Breakfast at Tiffany's (Capote)

Breakfast at Tiffany's (Capote)


gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Ohne festen Job, ohne Ausbildung und von Haus aus mittellos feiert die 19-jährige Holly (Holiday) Golightly jeden Abend auf einer anderen Party. Dank ihres Stils und ihres Charmes hat sie zahlreiche Bekannte, die sich gerne in ihrer Nähe zeigen – darunter auch viele Verehrer, von deren finanziellen Geschenken sie ihr Leben finanziert.

Eines Nachts hat sie den falschen Mann mit nach Hause genommen und flüchtet vor ihm über die Feuertreppe. Im Appartment über sich lernt sie einen jungen Schriftsteller kennen, mit dem sie sich anfreundet. Als sie einige Zeit später in Verdacht gerät, für einen Mafia-Boss gearbeitet zu haben, ist er der einzige, der noch zu ihr hält.

Und, wie war’s?

Ein Meisterwerk. Truman Capote ist das Kunststück gelungen, ein Buch ohne einen einzigen langweiligen Satz zu schreiben. Pointiert, amüsant und einfühlsam ist der Stil, in dem er die Geschichte von Holly Golightly erzählt. Capote hat zwar den Stil des Ich-Erzählers gewählt, der aus Sicht des Nachbarn und Freundes über seine kurze Zeit in Hollys Nähe berichtet.

Doch ganz klar ist die Hauptfigur in diesem Kurzroman nicht der noch am Anfang seiner Karriere stehende und ein bisschen bieder wirkende Schriftsteller aus dessen Augen wir das New York rund um Holly betrachten. Holly, die zugleich schillernd und mädchenhaft ist, einsam und umschwärmt, ebenso naiv wie lebenserfahren und nie ganz zu fassen.

Ich habe das Buch erst jetzt gelesen, circa 50 Jahre nach seinem Erscheinen, und hatte zuvor bereits (mehrfach) die berühmte Verfilmung gesehen. Entsprechend sieht Holly in meiner Fantasie wie Audrey Hepburn aus, doch das war auch schon das einzige, was mich beim Lesen der Geschichte kurz an den Film denken ließ. Das Buch geht tiefer und hat mehr Mut zu Traurigkeit, wobei es nicht minder romantisch ist. Und dank seiner sprachlichen Klasse stellte sich nicht eine Minute die Langeweile ein, die ich sonst meistens erlebe, wenn ich ein Buch lese nachdem ich den Film gesehen habe.

Breakfast at Tiffany’s and Three Stories, Truman Capote
Vintage Books, 178 Seiten, ISBN 0-679-74565-3

sehr schöne deutsche Ausgabe:
Frühstück bei Tiffany, Truman Capote
Kein & Aber, 174 Seiten, 14 Euro, 978-3-036-95528-5

Aktionen

Information

Wir freuen uns über Deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s