Randnotiz: Ein E-Book-Reader für Deutschland

11 03 2009

Kindle & Sony E-Book-Reader  (Foto: jblyberg auf Flickr)

Kindle & Sony E-Book-Reader (Foto: jblyberg auf Flickr)

angemerkt von Astrid Walter

Amerikaner konnten ihre heruntergeladenen E-Books schon länger mit dem Kindle von Amazon überall mithin nehmen, nun scheinen sie es auch zu wollen. Denn der im Februar in den USA erschienene Kindle 2 erfreut sich bei Amazon.com einer großen Nachfrage. Genaue Verkaufszahlen will das Unternehmen zwar wohl nicht nennen, das Manager Magazin schätzt aber, dass pro Monat 40’000 Exemplare des Kindle geordert werden könnten.

Über eine deutsche Markteinführung wird zwar immer mal gemunkelt, genaues scheint aber bisher nicht bekannt. Und das, obwohl doch laut einer bei Meedia zitierten Forsa-Umfrage auch 2,2 Millionen Deutsche über den Kauf eines E-Books zumindest mal nachdenken.

Amazons Konkurrent Sony hat das Zögern von Amazon genutzt und heute, passend zum Beginn der Leipziger Buchmesse, seinen E-Book-Reader PRS-505 auf den Markt gebracht. Kleiner als ein Taschenbuch soll der Reader sein und doch Speicherplatz für den Inhalt von 160 Büchern bieten, verspricht die Sony Eigenwerbung. Wer den PRS-505 (wieso hat sich bei Sony dafür eigentlich keiner einen Namen ausgedacht, den man sich auch merken kann??) hat, spart also eine Menge Platz im Bücherregal und schleppt nicht mehr so schwer an der Urlaubslektüre im Koffer.

Ca. 130 000 Titel sind in den USA schon als E-Book verfügbar, wie viele es in Deutschland sind, weiß ich nicht, aber bei einem Stöbern durch das E-Book-Angebot von Thalia habe ich schon einige bekannte Bücher entdeckt. Preislich liegen sie ungefähr so wie ihre gebundenen Kollegen auch. Neuerscheinungen kosten circa 25, ältere Werke ungefähr 7 Euro.

Da frage ich mich allerdings, wieso die E-Books nicht deutlich günstiger sind, schließlich bekomme ich bei gedruckten Büchern für diesen Preis nicht nur die Geschichte, sondern auch das Papier, auf dem sie festgehalten wird. Außerdem muss, wer E-Books komfortabel im Bett, am Frühstückstisch, in der S-Bahn oder im Stau lesen will, eben auch noch den Reader kaufen und der kostet von Sony aktuell 299 Euro (Kindle 2: 359 Dollar).

Obwohl das schon sehr praktisch klingt, für mich wäre so ein Reader momentan nichts. Für fast 300 Euro bekomm ich eine Menge altmodische Bücher. Und die kann ich auch mit in die Badewanne nehmen, ohne einen Stromschlag zu riskieren. Oder am Strand auf dem Handtuch liegen lassen, ohne gleich einen Diebstahl zu fürchten. Ich kann tolle Sätze anstreichen oder gleich ganze Seiten anknicken. Widmungen reinschreiben, falls ich sie verschenke. Und meine Büchersammlung immer mal wieder im Regal angucken und mich daran erinnern, wie das war, als ich dieses oder jenes Buch an irgendeinem Ort dieser Welt gelesen habe. Darauf mag ich nicht verzichten.

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