Rezension: Jesus liebt mich (von David Safier)

14 06 2009
 

Jesus liebt mich (Safier)

Jesus liebt mich (Safier)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Gerade noch rechtzeitig erkennt Marie vorm Traualtar, dass sie den Mann an ihrer Seite nicht liebt. Sie macht einen Rückzieher und wird für so viel Ehrlichkeit offensichtlich belohnt, denn nur wenige Stunden später taucht ein Mann auf, der für die Mittdreißigerin der Richtige zu sein scheint. Der Handwerker Joshua ist zwar ein wenig merkwürdig gekleidet und zitiert ungewöhnlich viele Bibelverse, aber das hält Marie nicht davon ab, sich Hals über Kopf in den Fremden zu verlieben. Doch ihre Liebe wird schnell auf eine harte Probe gestellt. Joshua heißt nämlich eigentlich Jesus und ist von Gott zurück auf die Erde geschickt worden, um schon mal alles fürs Jüngste Gericht vorzubereiten.

Und, wie war’s?

Ähnlich wie in „Mieses Karma“ setzt David Safier ganz auf eine skurile Grundhandlung, viel Situationskomik und Wortwitz. Am Anfang war mir das stellenweise zu gewollt, aber mit der Zeit hat das Lesen richtig viel Spaß gemacht.

Sehr gut gefallen hat mir ein Nebenstrang, in dem auf Maries Verhältnis zu ihrer an einem Gehirntumor erkrankten Schwester eingegangen wird. Der liebevolle Umgang der Schwester miteinander und die Sorge umeinander gibt dem Buch abseits der Liebesgeschichte die nötige Tiefe.

Trotzdem kann ich „Jesus liebt mich“ nur eingeschränkt empfehlen. Denn vor allem zum Ende hin wird das Buch doch sehr religionslastig. Wer selbst nicht sonderlich gläubig ist, wird sich damit vermutlich schwer tun und ob Strenggläubigen die Vorstellung vom Nachmittagstee mit Gott gefällt, wage ich auch zu bezweifeln.

Jesus liebt mich, David Safier
Kindler/Rowohlt Verlag, 301 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3-463-40552-0

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One response

4 08 2009
Bücherknabberin Anj

Ich habe auch immer mal wieder überlegt, ob ich mir dieses Buch zu gemüte führen sollte, weil ich „Mieses Karma“ ganz gut und witzig fand. Aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, wie diese Jesus-Story letztlich nicht doch zu abstrus-beknackt wird. Vor allem dein Fazit drängt mich jetzt doch eher in die Richtung, das Buch mal lieber doch nicht anzufassen.

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