Rezension: Top Job (von Jason Starr)

13 07 2009

 

Top Jop (Jason Starr)

Top Jop (Jason Starr)

 

gelesen von Michele Rassinger

Worum geht’s?

Bill ist Anfang 30, lebt mit seiner Freundin in New York und hat seinen tollen Job in der Werbebranche gerade verloren. Vorrübergehend jobt er als unterbezahlter Telefonverkäufer und ist den Schikanen seines rassistischen Chefs ausgesetzt. Sein Umfeld lässt Bill stark spüren, dass er mit solch einem Job nichts wert ist. Zwar versucht Bill mit frisierten Bewerbungen wieder in der Werbebranche Fuß zu fassen, erhält aber eine Absage nach der nächsten. Auch in seiner Beziehung läuft es alles andere als rosig.

Eine unerwartete Beförderung scheint wieder etwas Hoffnung aufkommen zu lassen. Dummerweise erfährt sein Chef dann, dass Bill bei seiner Einstellung gelogen hat und will ihn erlassen. Bill sieht nur eine Chance, dem drohenen Abstieg zu entkommen: er bringt seinen Chef um.

Und, wie war’s?

„Top Job“ hat’s faustdick hinter den Ohren. Mit einer sehr neutralen Sprache, die weder reißerrisch noch gefühlsgeladen ist, lässt Jason Starr seine Geschichte aus Bills Sicht erzählen.

Den Big Apple als Ort des Geschehens auszuwählen – diese produktive Metropole, in der alles möglich ist – wäre noch nicht einmal nötig gewesen. Denn jeder wird diese Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und somit der eigenen Existenz und der sozialen Anerkennung kennen. Für Bill, der seinen eigenen Wert nur durch seine berufliche Position und Erfolg bemisst, ist der Jobverlust ein Abstieg, den er nicht verkraftet.

Seine Panik, ein Niemand zu sein, ist so groß, dass er vor sich selbst sogar einen Mord rechtfertigt. Und als Leser war ich hin- und hergerissen, sein Verhalten abscheulich zu finden und seiner Logik zu folgen, dass es einfach keinen anderen Weg gab.

Dieser Thriller hat etwas sehr Düsteres und hat mich nachdenklich gemacht. Denn die Thematik betrifft jeden und die Frage, wie weit man geht, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, kann sicherlich keiner beantworten.

Top Job, Jason Starr
Diogenes, 315 Seiten, 8,90 €, ISBN 3257231652


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