Rezension: Der dritte Bruder (von Nick McDonell)

14 08 2009

gelesen von Michele Rassinger

Der dritte Bruder (Nick McDonell)

Der dritte Bruder (Nick McDonell)

Worum geht’s?

Mike macht während seines Studiums ein Praktikum bei einem Verlag in Hongkong. Er wird für eine Story über drogenkonsumierende Backpacker zusammen mit einem Kollegen nach Bangkog geschickt, doch dieser lässt sich bald nicht mehr blicken. Mike zieht also alleine los und lernt einige zwielichtige Gestalten kennen, die ihm zu seinem ersten Rausch verhelfen und ihn in gefährliche Situationen bringen.
Die Nachricht über den Tod seiner Eltern führt ihn zurück nach New York zu seinem Bruder Lyle. Kurz darauf geschehen die Attentate vom 11. September und Lyle kommt auf tragische Weise ums Leben.

Und, wie war’s?

Füchterlich uninteressant. Der Titel sagt nichts über die Geschichte aus. Denn dieser dritte Bruder wird nur mal ein paar Seiten lang erwähnt als Hirngespinst des psychisch kranken Lyles und Mike richtet am Ende des Buches seine Erzählung an besagten dritten Bruder. Aber das war’s schon.

Der erste Teil – Mikes Praktikum in Hongkong – ist so unspektakulär und langweilig geschrieben, dass ich selbst an vermeintlich spannenden Passagen nur gähnen konnte. Jedes zweite Kapitel ist ein Rückblick auf sein Leben in einer reichen New Yorker Familie und den Problemen, die sich durch einen arbeitssüchtigen Vater und eine tablettenschluckende Mutter ergeben.

Nach 170 quälend langen Seiten beginnt der zweite Teil, der von dem Hausbrand berichtet, bei dem Mikes Eltern umgekommen sind und aufgrund dessen sein Bruder Lyle in die Psychatrie eingewiesen wurde, da dieser den Brand gelegt hat. Obwohl dieser zweite Teil fast schon spannend war, fehlte immer noch der rote Faden.

Nach Lyles Tod beginnt der dritte Teil und Mike geht zurück nach Havard. Hier geht die Geschichte wieder bergab, die Sprache wird wieder flach und das Ende ist ohne Sinn.

In einer Kritik schrieb der Verfasser, dies wäre das beste Buch, dass er je gelesen hätte. Ich fürchte, dieser arme Mensch kennt keine guten Bücher.

Der dritte Bruder, Nick McDonell
Kiepenheuer & Witsch, 269 Seiten, 8,95 €, ISBN 3462037315


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3 02 2010
Randnotiz: Kein schlimmerer Dieb als ein schlechtes Buch « Leselust

[…] “bad books”: Pia Frankenberg, Nora Cilla Naumann, Eriks Zimmer Nick McDonell, Der dritte Bruder Francois Lelord, Hector und die Entdeckung der Zeit Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz Kate […]

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