Rezension: Nur einen Tag noch (von Mitch Albom)

18 08 2009

gelesen von Michele Rassinger

Nur einen Tag noch (Mitch Albom)

Nur einen Tag noch (Mitch Albom)

Worum geht’s?

Nachdem Chicks Vater seine Familie verlassen hat, geht es mit Chicks Leben bergab. Das College schmeisst er für eine Profi-Baseballkarriere, die nach nur 6 Wochen aufgrund einer Verletzung jäh endet. Seine Ehe mit Catherine hält die andauernde Belastung durch Chicks Lebenskrise nicht aus und zerbricht und auch Chicks Tochter wendet sich von ihm ab. Als er dann auch noch seinen Job verliert, scheint Chick am Ende der Sackgasse angekommen zu sein.
Er beschließt, in seinen Heimatort zurückzufahren und seinem Leben ein Ende zu setzen. Kurz vor seinem Ziel baut er einen schlimmen Verkehrsunfall. Er überlebt und kann kaum glauben, wen er in seinem Elternhaus vorfindet: seine vor 8 Jahren verstorbene Mutter. Chick erlebt noch einen letzten Tag mit ihr und erkennt, wie blind er all die Jahre gewesen ist…

Und, wie war’s?

Mitch Albom schreibt mit sehr viel Einfühlungsvermögen, Warmherzigkeit und einer Leichtigkeit, dass es nicht schwer fällt, den Roman in einem wegzulesen. Man glaubt, noch auf den ersten einführenden Seiten zu stecken, doch eigentlich ist man schon mitten im Geschehen und kaum dass man sich versieht, sind die ersten 100 Seiten gelesen.

Die Idee, einen Toten zu treffen, war mir zwar sehr abstrus, aber Albom lässt dies nicht zu einer überirdischen Phantasiegeschichte werden, sondern zeigt dem Leser anhand von Chicks Begegnung mit seiner toten Mutter, auf was es im Leben ankommt. Er versucht so nicht nur, die Angst vor dem Tod zu nehmen, sondern vor allem die Aufmerksamkeit darauf zu fokusieren, was einem allzu oft entgeht, wenn man mitten im Alltagsstress zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist.

In dem Zusammenhang, dass Chick ein Treffen mit seiner Mutter wegen vermeintlich wichtigeren Gründen immer und immer wieder verschoben hat, fand ich folgenden Satz sehr einprägend: „Zählt man die Stunden, die man nicht mit seiner Mutter verbracht hat, so ergeben sie ein ganzes Leben“.

„Nur einen Tag noch“ ist unterhaltsam, gefühlvoll und regt zum Nachdenken an.

Nur einen Tag noch, Mitch Albom
Goldmann, 240 Seiten, 18 €, ISBN 3442311381

ACHTUNG: Das Taschenbuch ist unter folgendem Titel erschienen:
Ein Tag mit Dir, Mitch Albom
Goldmann, 234 Seiten, 7,95 €, ISBN 3442468434


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14 10 2011
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