Rezension: Die Bücherdiebin (von Markus Zusak)

22 08 2009

 

Die Bücherdiebin (Markus Zusak)

Die Bücherdiebin (Markus Zusak)

gelesen von Michele Rassinger

Worum geht’s?

Liesel Meminger und ihr Bruder werden zu einer Pflegefamilie nach Molching geschickt, da ihre Mutter in den frühen Kriegsjahren nicht in der Lage ist, sich um ihre Kinder zu kümmern. Doch Liesels Bruder stirbt auf der Zugfahrt und so kommt Liesel alleine in eine ihr fremden Familie; zu einer scheinbar borstigen Pflegemutter und einem wortkargen Pflegevater. Doch bald entdeckt sie den weichen Kern in ihrer Pflegemutter Rosa und die unendliche Güte und das große Herz ihres Pflegevaters Hans.

Diese Eigenschaften zeigen sich vor allem in dem Moment, als der Jude Max vor ihrer Tür steht und um Hilfe bittet. Zu Zeiten des Dritten Reichs bedeutet es das eigene Todesurteil, einem Juden zu helfen. Doch Hans und Rosa nehmen Max auf und zwischen ihm und Liesel wächst eine ungewöhnliche Freundschaft.

Und, wie war’s?

Auf „Die Bücherdiebin“ bin ich durch die zahllosen Lobeshymnen aufmerksam geworden und nachdem ich selbst voller Begeisterung Markus Zusaks „Der Joker“ gelesen hatte, war für mich klar, dass ich „Die Bücherdiebin“ lesen muss. Mittlerweile ist meine Euphorie etwas gedämpft, denn mit „Der Joker“ kann dieses Buch leider nicht mithalten.

Auch wenn es keine Passagen gibt, die ich als zu langwierig oder zäh empfunden habe, hätte man die Geschichte beser etwas kürzer halten sollen. Die Erzählung aus Sicht des Todes zu schildern, der mitunter einen sehr sarkastischen Ton an den Tag legt, lässt die Handlung nicht zu betrüblich werden. Schade ist allerdings, dass die Einwürfe und Erläuterungen des Todes, die zu Beginn noch sehr häufig kamen, am Ende fast gar nicht mehr vorkommen. So scheint es gen Ende, als gäbe es bloß einen „einfachen“, unbeteiligten Erzähler und dadurch driftet „Die Bücherdiebin“ eben doch in eine der unzähligen Geschichten zur Zeit des 2. Weltkrieges ab.

Trotzdem hat mir „Die Bücherdiebin“ gut gefallen, denn Zusaks teils bilderreiche, teils abgehakt kurze Sprache hat’s mir einfach angetan. Sehr gut sind ihm die Charaktere gelungen, die so facettenreich und tiefgründig beschrieben werden, dass ich das Gefühl hatte, die Menschen in Liesels Leben tatsächlich zu kennen. Die Schilderung der langsam entstehenden Freundschaft zwischen Max und Liesel hat mich am meisten berührt.

Meine Empfehlung ist also gespalten: Zwar würde ich „Die Bücherdiebin“ nicht unbedingt weiterempfehlen (hauptsächlich wegen der Länge des Buches), aber auch keinesfalls davon abraten.

Die Bücherdiebin, Markus Zusak
cbj, 592 Seiten, 19,95 €, ISBN 3570132749


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3 responses

23 08 2009
turningworld

Hallo nochmal.

Die Bilder reißen auf jeden Fall alles raus ;) Eigentlich gehören eure Buchvorstellungen nicht zu meinem Lesegeschmack, aber eventuell lasse ich mich ja überzeugen ;)

Schönen Sonntag noch!

23 08 2009
Michele Rassinger

Hallo Katrin,

vielen Dank für das Kompliment – das hören wir natürlich gerne! Obwohl wir manchmal ganz einfallslos sind, probieren wir trotzdem, immer mal was thematisch passendes zu fotografieren.

Es freut uns sehr, Dich als Stammleserin gewonnen zu haben! :-)

23 08 2009
turningworld

Hallo ihr Beiden! Ich wollte euch ein ganz großes Kompliment aussprechen und zwar für die Bilder zu den Büchern! Da lasst ihr euch ja ganz schön was einfallen! Wirklich eine tolle Idee!

Beste Grüße, ich schau ab jetzt öfter rein :)

Katrin

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