Rezension: Der talentierte Mr. Ripley (von Patricia Highsmith)

26 01 2010

gelesen von Michele Rassinger

Der talentierte Mr Ripley (Patricia Highsmith)

Der talentierte Mr Ripley (Patricia Highsmith)

Worum geht’s?

Tom Ripley ist manipulativ, ein Lügner und Betrüger, aber vor allem ein Blender. Von seiner Tante ausgehalten, lebt er sein Leben vor sich hin, ohne sich um irgendetwas wirklich zu kümmern. Eines Tages spricht ihn der Vater seines flüchtigen Bekannten Richard Greenleaf an. Dieser sorgt sich um seinen Sohn, denn der genießt ein lässiges Leben in Reichtum und Glamour in Italien anstatt sich auf die Nachfolge des Familienunternehmen vorzubereiten. Mr. Greenleaf bietet Tom eine Stange Geld, wenn dieser seinen Sohn zurück nach Hause bringt.

Tom findet Richard und macht sich schnell im mondänen Haus von Richard und seiner Freundin breit – sehr zu deren Missfallen. In seiner gewohnten Art schafft es Tom, Richard für sich zu gewinnen, ihn dazu zu bringen, seine Zeit nicht mit seiner Freundin, sondern mit ihm zu verbringen und ihn mehr und mehr für sich einzunehmen.
Tom gefällt sein neues Leben in Italien und beschließt, seinen Kurzurlaub zu verlängern. Mr. Greenleaf vertröstet er mit Briefen, doch dieser streicht ihm die finanziellen Mittel. Nun muss Tom handeln. Als er feststellt, dass ihm nicht nur Richards Anzüge passen, sondern mit einer neuen Frisur die Ähnlichkeit der beiden überragend ist, beschließt er, dessen Leben zu führen. Der einzige Haken an der Sache ist Richard selbst…

Und, wie war’s?

Patricia Highsmith weckt beim Leser genau das, was nur wenige schaffen: Sympathie für einen fiesen Kerl. Ihr Protagonist Tom Ripley ist ein Künstler in vielerlei Hinsicht und es gelingt ihr, nicht nur ihn sympathisch hinzustellen, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihm zu fiebern, sondern vor allem die Orte des Geschehens so real werden zu lassen, dass man das Gefühl hat, mitten dabei zu sein. Dabei hat sie eine wunderschöne Kulisse ausgewählt: Italien in den 50er Jahren. Ihre Beschreibungen sind wunderschön, arten aber nicht in Langweile aus.

Die Geschichte und vor allem deren Spannung wird von Seite zu Seite langsam aufgebaut – ähnlich einer Welle, die anfangs kaum wahrnehmbar ist und am Ende unglaubliche Ausmaße hat. Auf die gleiche Weise zieht Tom Ripley seine Mitmenschen ins Verderben und den Leser in seinen Bann.

„Der talentierte Mr. Ripley“ ist ein absolut empfehlenswertes Werk!

Der talentierte Mr. Ripley, Patricia Highsmith
Süddeutsche Zeitung Bibliothek, 428 Seiten, ISBN 3937793135, nicht mehr erhältlich
Diogenes, 428 Seiten, ISBN 325723404X, 11,90 €

 

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