Rezension: Rubinrot (von Kerstin Gier)

18 05 2010
Rubinrot (Gier)

Rubinrot (Gier)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Rubinrot ist der erste Teil der Triologie „Liebe geht durch alle Zeiten“.

Als sie sich überraschend auf einer Straße im London des 19. Jahrhunderts wiederfindet, ist der sechzehnjährigen Gwendolyn mit einem Schlag klar, dass ihr normales Teenagerleben vorbei ist. Dabei dachten doch alle, ihre Cousine Charlotte hätte das Zeitreise-Gen geerbt. Seit Kindertagen wurde Charlotte auf ein Leben zwischen den Zeiten getrimmt, kann Violine spielen, Menuett tanzen und auf Französisch parlieren – ganz im Gegensatz zur etwas trotteligen Gwendolyn, die völlig unvorbereitet auf Zeitreisen geht.

Gut, dass ihr der Geheimbund, dem alle vergangenen Zeitreisenden, ihre Familien und einige Wächter angehören, sofort Gideon zur Seite stellt. Er saust schon seit zwei Jahren in die Vergangenheit und zurück. Allerdings scheint er über seine neue Begleiterin alles andere als erfreut. Bei einer gefährlichen Aufgabe, die die ganze Welt verbessern soll, scheint ihm die ahnungslose Gwendolyn nur im Weg.

Und, wie war’s?

Was ich bisher von Kerstin Gier gelesen hatte, mochte ich nicht. Ihr Frauenroman „Lügen, die von Herzen kommen“ war mir zu flach – inhaltlich wie sprachlich. Schon vor Monaten fiel mir in der Buchhandlung der besonders schön gestaltete Einband von „Rubinrot“ auf. Doch der Name der Autorin hielt mich trotz ansprechendem Klappentext vom Kauf ab. Als sich dann die Begeisterung bei so ziemlich allen von mir geschätzten Literaturbloggern für die „Liebe geht durch alle Zeiten“-Reihe überschlug, habe ich es doch noch gelesen.

Zu meiner Überraschung hat mich Giers einfacher Schreibstil diesmal nicht gestört. Er passte zu den Gedanken der 16-Jährigen Gwendolyn, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. Die Idee der Zeitreisen gefällt mir sehr gut und Gier ist die Hüpferei in verschiedene Epochen gelungen, ohne den Leser allzu sehr zu verwirren. In diesem Fall sind die teils peinlichen und immer herausfordernden Besuche in der Vergangenheit auch ein schönes Symbol für das Leben als Teenager.

Alles in allem habe ich „Rubinrot“ gerne gelesen und werde sicher auch noch zu Saphierblau und Smaragdgrün greifen. Das hat Kerstin Gier schon mit ihrem sehr aprupten Ende als Cliffhanger sicher gestellt. Ich glaube allerdings nicht, dass über diese Reihe in zehn oder gar fünfzig Jahren noch viele reden werden, so wie es bei Büchern von Erich Kästner, Enid Blyton oder J.K. Rowling der Fall ist. Aber das muss ja auch gar nicht sein, gute Unterhaltung ist die Reihe allemal.

Rubinrot, Kerstin Gier
Arena, 345 Seiten, 14,05 Euro, ISBN 978-3401063348

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4 responses

18 03 2013
Librimania

Ich stimme dir voll und ganz zu. Allerdings…in ein paar Jahren wäre es auch komisch, ein Buch zu lesen, in welchem die Protagonistin 16 und 199x geboren ist ;-)
Trotzdem, ich liebe das Buch, auch wenn kleine Schwächen da sind (warum schweigt Gwen, wenn es um ihr Leben geht und sie weiß, dass sie bei ihrer Familie bestens verstanden wird? Dass man ihr glauben und helfen wird? Weil das Haustier der Schwester als Diskussion Vorrang hat? Na ja… :-) ) Ansonsten eine dicke, fette Empfehlung. Das Buch ist weit überdurchschnittlich!

25 05 2010
Settembrini

Gern geschehen!

25 05 2010
Astrid Walter

Guten Morgen Settembrini :-) Gwendolyn ist 16, danke, dass Du mich auf den Fehler aufmerksam gemacht hast.

25 05 2010
Settembrini

Ist die Protagonistion nun 14 oder 16? Im Text werden beide Zahlen genannt.

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