Rezension: Dreizehn Stunden (von Deon Meyer)

9 09 2010
gelesen von Michele Rassinger

Dreizehn Stunden (von Deon Meyer)

Dreizehn Stunden (von Deon Meyer)

Worum geht’s?

Benny Griessel ahnt nicht, was die folgenden 13 Stunden von ihm abverlangen werden, als um 05.37 Uhr sein Telefon klingelt und er zu einem Tatort gerufen wird.
Gedanklich gefangen von seiner Sehnsucht nach einem Schluck Alkohol, besorgt um seine Tochter, die im fernen London ihr Leben neu ordnen will, aufs Abstellgleis gesetzt von seiner Ehefrau und als „Mentor“ für junge Nachwuchspolizisten degradiert, steht er vor dem Problem, zwei hochbrisante Morde aufklären zu müssen und eine Vermisste zu finden.

Als wäre dies nicht schon schlimm genug, erhält Griessel von höchster Stelle Druck. Ein totes und ein vermisstes amerikanisches Mädchen ist das gefundene Fressen für die Medien und schadet dem als gefährlich und korrupt verschrieenen Südafrika erheblich. Doch auch der Mord an dem Boss des bekannten Musiklabels AfriSound birgt starke öffentliche Brisanz.

Und, wie war’s?

„Dreizehn Stunden“ ist ein unglaublich fesselnder und spannender Thriller, den man am besten an einem freien Tag morgens beginnen sollte, um bloß nicht mittendrin unterbrochen zu werden.

Sehr angenehm empfand ich, dass Deon Meyer auf thrillerbekannte Klischees verzichtet und auch keine Superhelden schafft, sondern verwundbare Menschen wie Du und ich. Man merkt sehr schnell, dass es sich hierbei um spannende Literatur auf hohem Niveau handelt, die darüberhinaus noch nebenbei interessante Informationen über Südafrika liefert.

Das Tempo ist konstant sehr hoch, wenn es z.B. um die Verfolgungsjagd des Mädchens geht, wird jedoch immer mal wieder schlagweise abgebremst und manche Passagen werden nahezu in Zeitlupentempo geschildert. Sehr schön wählt Meyer diese Technik, um dem Leser einerseits Gefahr und andererseits Sicherheit zu suggerieren.

Die Charaktere werden unglaublich lebhaft geschildert und sind so facettenreich wie das Leben selbst: ein alkoholkranker, verlassener Hauptermittler, ein Polizist, der damit zu kämpfen hat, dass er aufgrund seiner Hautfarbe nur die Quote erfüllen soll und eine übergewichtige, forsche Polizistin, deren brilliantes Genie durch Vorurteile übersehen wird.

Deon Meyer ist nicht umsonst der erfolgreichste Krimiautor Südafrikas. Und „Dreizehn Stunden“ wird nicht gewiss nicht das einzige Buch von ihm in meinem Bücherregal bleiben.

Dreizehn Stunden, Deon Meyer
Rütten & Loening, 470 Seiten, 19,95 €, ISBN 3352007799


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