Rezension: Sieben verdammt lange Tage (von Jonathan Tropper)

7 12 2010
gelesen von Michele Rassinger

Sieben verdammt lange Tage (von Jonathan Tropper)

Sieben verdammt lange Tage (von Jonathan Tropper)

Worum geht’s?

Judds Vater ist gestorben und sein letzter Wunsch war, dass seine Familie für ihn Shiwa, eine traditionelle jüdische Totenwache, sitzen soll. Judd kann es kaum fassen, denn es ist für ihn ein Ding der Unmöglichkeit, „sieben verdammt lange Tage“ mit seinen Geschwistern und seiner Mutter in einem Haus zu verbringen. Enden die Familientreffen doch üblicherweise damit, dass alle wutentbrandt, verletzt oder enttäuscht das Weite suchen.
Doch Judd bleibt nichts anderes übrig und so kann er nur hoffen, dass er diese Tage ohne größeren Schaden übersteht…

Und, wie war’s?

Jonathan Tropper hat schon in „Zeit für Plan B“ bewiesen, dass er sich gut darin versteht, eine Geschichte auf lustig-lockere Weise zu erzählen. Der sehr umgangssprachlich direkte Ton passt im Grunde sehr gut dazu. Und das war auch mein erster Eindruck, als ich angefangen habe, „Sieben verdammt lange Tage“ zu lesen.

Doch relativ schnell hat mich eben genau dieser umgangsprachliche, flapsige Ton und die locker-lustige Art, cool zu schreiben, genervt. Auf Dauer ist das zu viel und in diesem Buch hat Tropper einfach zu dick aufgetragen. Zudem hatte der Roman für mich zu viele Längen, die mir die Lust aufs Weiterlesen geschmälert haben, so dass ich einige Seiten einfach überblättert habe.

Die Geschichte ist recht amüsant und könnte tatsächlich im Kern so vorzufinden sein: Der Vater stirbt und der Rest der Familie, der sonst nur durch hässlichen Bosheiten oder demütigenden Sätzen miteinander kommunizieren kann, muss sieben Tage in einem Haus leben. Dabei wird so manches aufgedeckt, dass unter der Oberfläche gebrodelt hat und teilweise hat das Buch auch recht ernste oder schon fast melancholische Momente. Doch vieles wirkt einfach zu aufgesetzt und übertrieben, als dass man sich genau so eine Konstellation vorstellen könnte.

Sieben verdammt lange Tage, Jonathan Tropper
Knaur, 447 Seiten, 16,95 €, ISBN 3426662736

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