Rezension: Garou (von Leoni Swann)

31 07 2011
Garou (Swann)

Garou (Swann)

gehört von Astrid Walter

Worum geht’s?

Nach dem überstandenen Abenteuer aus „Glenkill“ hat die Schäferin Rebecca ihre Tiere zusammengetrieben und ist von Großbritannien nach Frankreich gereist. Dort grasen die Schafe nun friedlich auf einer Weide und arrangieren sich sogar mit den stinkenden Ziegen von nebenan.

Als merkwürdige Dinge geschehen, ist es mit der Ruhe schnell vorbei. Alle roten Kleidungsstücke von Rebecca werden zerschnitten. Tote Rehe liegen am Waldrand. Und dann hören die Schafe von dem „Garou“, einem gefährlichen Wesen, halb Mensch, halb Wehrwolf, das schon länger in der Gegend sein Unwesen treibt. Klar, dass Miss Maple und die anderen dem nachgehen müssen.

Und, wie war’s?

Wie schon der Vorgänger „Glenkill“ gefällt mir auch „Garou“ wegen seiner liebenswerten Schafcharaktere und dem schönen Erzählstil von Leoni Swann. Alleine schon die Idee, Schafe Verbrechen lösen zu lassen, ist toll, und die Umsetzung noch viel besser. Oft muss ich über uns Menschen und unsere Welt lachen, wenn sie mir aus Schafsicht präsentiert wird.

Die Bewertung von „Garou“ fällt mir trotzdem schwer. Denn einerseits ist mir die Geschichte viel zu wirr und es kommen eindeutig zu viele Namen vor. Die unzähligen Schafe, die Hunde, die Ziegen, der Tierarzt, die Mutter, der Nachbar, die Schäferin, der Ziegenhirt, die Urlauber… Einige von ihnen haben dann auch noch „echte“ Namen und solche, die die Schafe ihnen geben. Manchmal wusste ich schon gar nicht mehr, wer Mensch ist und wer Tier. Irgendwer wurde erschossen und ich wusste nicht mal, wer das war und ob und wieso es wichtig für den Fortgang der Geschichte ist. Wirkliche Thriller-Spannung hat sich deshalb bei mir auch nicht eingestellt, obwohl es zwischendrin aufregende Szenen gibt.

Vermutlich behält man beim Lesen besser den Überblick als beim Zuhören, weil es leichter ist, zurückzublättern und Details nachzulesen, als die Datei zur richtigen Stelle zurückzuspulen. Insofern müsste man eigentlich sagen: Garou ja, aber nicht als Hörbuch.

Andererseits hat mir das Zuhören ungeheuer viel Spaß macht. Andrea Sawatzki liest ganz wundervoll und bringt die Eigenheiten jedes einzelnen Schafs schön heraus. Ihre Interpretation gibt dem Buch einen ganz besonderen Charme, den man natürlich verpasst, wenn man selbst liest. Außerdem trägt sie einen auch über gelegentliche Textlängen. Vielleicht sollte man „Garou“ erst lesen, und dann einige Zeit später nochmal hören? Wirklich schwierig.

Garou: Ein Schaf-Thriller, Leoni Swann
Hörbuch gelesen von Andrea Sawatzki
Audible GmbH über audible.de 13,95 Euro, 6 Stunden 21 Minuten

Hardcover: Goldmann-Verlag, 416 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3442312245; das Taschenbuch erscheint im November 2011

Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.

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