Rezension: Erbarmen (von Jussi Adler-Olsen)

5 09 2011
Erbarmen

Erbarmen

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

„Erbarmen“ ist der erste Band der Reihe „Sonderdezernat Q“.

Carl Mørck letzter Einsatz für die Mordkommission ist fürchterlich schief gegangen. Bei einer Routineuntersuchung an einem Tatort wird auf die Polizisten geschossen, einer von Mørck Kollegen stirbt, ein anderer wird schwer verletzt. Nur er bleibt äußerlich unverletzt. Nach diesem Erlebnis wird Mørck von Schuldgefühlen geplagt und noch mehr zum Eigenbrödler als er es vorher schon war. Um den schwierigen Kollegen los zu werden, macht ihn sein Vorgesetzter zum Chef des neuen Sonderdezernats Q. Es soll sich um alte, nie aufgeklärte Fälle in ganz Dänemark kümmern.

Eigentlich will Mørck dort eine ruhige Kugel schieben, doch sein einziger Mitarbeiter lässt ihn nicht. Der eigentlich nur zum Putzen und Aufräumen eingestellte Assad stürzt sich mit Begeisterung auf die verstaubten Akten und kann schließlich sogar Mørck dazu bewegen, sich einen Fall genauer anzusehen. Vor Jahren ist die attraktive Politikerin Merete Lynggaard spurlos verschwunden. Mork und Assad glauben an ein Verbrechen, das wegen der Schlamperei der damals ermittelnden Beamten nicht aufgeklärt wurde.

Und, wie war’s?

Danke, Jussi Adler-Olsen! Nicht nur für dieses Buch, sondern vor allem dafür, dass es noch weitere Fälle für das Sonderdezernat Q geben wird. Endlich habe ich wieder eine Buchreihe gefunden, die sowohl spannend als auch amüsant ist. Mit Charakteren, die einerseits herrlich verschroben und andererseits absolut glaubwürdig sind und von denen ich noch viel, viel mehr erfahren möchte. Und mit Fällen, die aufwühlend und außergewöhnlich sind, aber durchaus so passieren könnten. Adler Olsen trifft für mich genau die richtige Mischung aus Kriminalfall und Privatgeschichte der Ermittler – und er verzichtet dankenswerterweise darauf, die kalte, finstere, depressive Stimmung zu kreieren, die mich bei nordischen Krimis normalerweise abschreckt.

Dank des Stilelements der wechselnden Perspektiven baut „Erbarmen“ eine besondere Dramatik auf. Immer abwechselnd übernimmt der Autor die Rolle der Ermittler und der entführten Merete. So bekommt der Leser das Leid der Politikerin hautnah mit und bangt um ihr Leben, während er zugleich Carl vorwärts drängen möchte, um ihm bei der Aufklärung des Falls zu helfen.

Ich habe Assad und Carl jetzt schon ins Herz geschlossen und werde den nächsten Band (Schändung) definitiv direkt im Anschluss lesen.

Erbarmen, Jussi Adler-Olsen
dtv, 423 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3423212625


Aktionen

Information

One response

15 11 2011

Wir freuen uns über Deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s