Rezension: Spur der toten Mädchen (von Michael Conelly)

2 01 2012

gelesen von Michele Reble

Spur der toten Mädchen (Michael Conelly)

Spur der toten Mädchen (Michael Conelly)

Worum geht’s?

„Spur der toten Mädchen“ ist der 3. Band der Mickey-Haller-Reihe.

Anfang der 80er Jahre gab es noch keine kriminaltechnische DNA-Analyse. So führten nur die Blutgruppenübereinstimmung und andere Indizien zu der Verurteilung von Jason Jessup, der der Entführung und des Mordes eines kleinen Mädchens angeklagt war. Doch 25 Jahre später wird das Verfahren neu aufgerollt. Die DNA-Untersuchung beweist, dass nicht Jessups DNA auf dem Kleid der Kleinen ist, sondern die des Stiefvaters. Zudem wird der damaligen Staatsanwaltschaft Gemauschel vorgeworfen. So kommt es, dass die Staatsanwaltschaft sich einen unabhängigen Ankläger sucht und bei dem Strafverteidiger Mickey Haller fündig wird.
Zusammen mit dem Polizisten Harry Bosch und der Staatsanwältin Maggie McPherson versucht er, Jessups Schuld nachzuweisen. Die Freilassung Jessups bis zur erneuten Anklage hält Haller sowohl für einen guten Schachzug als auch für absolut ungefährlich. Schließlich wird ein Spezialistenteam zu dessen Observierung eingesetzt. Doch leider hat er Jessups Cleverness gewaltig unterschätzt.

Und, wie war’s?

Spannend bis zur letzten Seite. Dabei ist es keine Spannung, die einem den Atem stocken lässt, sondern eher eine sich aufbauende, mitreißende Spannung, die konstant über die Handlung führt.
Conelly steigt schon auf der erste Seite voll ins Geschehen ein und hält sich auch auf den weiteren 495 Seiten nicht mit irgendwelchen überflüssigen Beschreibungen auf. Und doch liefert er genügend Deteils und Schilderungen, die dem Leser die Geschichte bildlich vor Augen führen. Die Charaktere sind dabei wie aus dem Leben gegriffen: teils freundlich und sympathisch, teils undurchsichtig und brummelig, teils sensibel und zerbrechlich.

Die Sinnhaftigkeit des Titels zeigt sich erst ganz zum Schluss des Buches. Und da auch nicht wirklich stichhaltig, sondern nur zwischen den Zeilen. Insofern finde ich den Originaltitel „The Reversal“ viel treffender.

Nicht ganz so gut gefallen hat mir der Perspektivenwechsel in den Kapitel. Manche werden in ich-Form von Mickey erzählt, andere wiederum in der dritten Person. Ich finde nicht, dass es notwendig gewesen wäre, um mehr von Mickeys Gedanken und Gefühlen preiszugeben, sondern empfand es eher als verwirrend.

Harry Bosch wird Connelly-Fans schon aus unzähligen vorherigen Büchern bekannt sein. Zusammen mit Mickey Haller ist dies aber erst der dritte Band.

Spur der toten Mädchen, Michael Conelly
Knaur, 496 Seiten, ISBN 3426507900, 9,99 €

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