Rezension: Die Insel der besonderen Kinder (von Ransom Riggs)

15 02 2012

gehört von Michele Reble

Die Insel der besonderen Kinder (von Ransom Riggs)

Die Insel der besonderen Kinder (von Ransom Riggs)

Worum geht’s?

Opa Portman erzählt wundersame Geschichten. Von Kindern, die schweben und schwere Felsbrocken heben. Von Kindern, in denen Bienen wohnen und welche, die mit dem Hinterkopf essen. Jene Kinder waren seine Freunde, als er damals auf einer kleinen Insel in Wales im Heim lebte, nachdem er im Krieg von zu Hause fortgeschicht wurde. Als sein kleiner Enkel, Jacob, ihm nicht so recht glauben will, zeigt Opa Portman ihm sogar Fotos von seinen Freunden und scheint damit seine verrückten Geschichten beweisen zu können. Einige Jahre später, als Jacob ein Teenager ist, durchschaut er das Ganze natürlich. Die Bilder beruhen sicherlich auf Fotomontagen – man sieht es sogar, wenn man genauer hinschaut.

Doch als Opa Portman im Sterben liegt – vermeintlich attackiert von wilden Hunden – bittet er Jacob, zu jener Insel zu reisen und nach dem Vogel und der Schleife auf der anderen Seite des Grabes zu suchen. Jacob versteht nur Bahnhof und versucht, diese wirren Bitten seines geliebten Großvaters, sowie die Gestalten, die er bei dessen Leiche geglaubt gesehen zu haben, zu vergessen. Vergebens. Um ein für alle Mal damit abzuschließen, reist Jacob mit seinem Vater auf die Insel und will sich selbst beweisen, dass all das nicht existiert, von dem sein Großvater ihm erzählt hat. Kurze Zeit später erkennt Jacob, das Opa Portman alles andere als verrückt war und steht vor einer folgenschweren Entscheidung.

Und, wie war’s?

Ich bin mit wenig Vorwissen und keinerlei Erwartungen an dieses Hörbuch rangegangen und wurde positiv überrascht. Wenn man sich bewusst macht, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und man kein Problem mit fiktiven Welten und Wesen hat, dann darf man sich auf eine gut durchdachte und spannend aufgebaute Geschichte freuen.

Rasom Riggs stellt dem Leser zu Beginn des ersten Teils seiner Geschichte seinen Protagonisten Jacob ausführlich vor  – wie er denkt, wie er fühlt, wonach er lebt. Er schafft es, mit seinen Schilderungen eine lebhafte Umgebung vor dem Auge des Lesers zu schaffen und zieht ihn somit hinein in die fiktive Welt. Mit den Personen und Wesen, die darin auftauchen, hat sich mir die ein oder andere Parallele zu Harry Potters Zauberwelt aufgedrängt, ohne jedoch abgekupfert zu wirken.

Einen besonderen Mehrwert der Geschichte hat für mich der Leser Simon Jäger dargestellt, der die dustere und kalte Atmosphäre einer rauhen und abgelegenen walisischen Insel unglaublich gut einfangen und transportieren kann und es schafft, die einzelnen Personen in wiedererkennbare Individuen zu verwandeln.

„Die Insel der besonderen Kinder“ hat ein offenes Ende. Wer also eine abgeschlossene Geschichte sucht, sollte hiermit nicht anfangen, denn Ransom Riggs baut in diesem Teil den Grundstock für viele weitere Bände. Ich kann das Hörbuch trotzdem uneingeschränkt empfehlen und bin gespannt, wie es mit Jacob und den besonderen Kindern weitergeht.

gelesen von Simon Jäger
Audible exklusiv über audible.de, 9,95 Euro (nur für Abonnenten), 11 Stunden 7 Minuten
Hardcover: PAN, 416 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 3426283689
Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.

 

PS: Das Buch wurde parallel gelesen von Astrid Walter. Deshalb noch eine kleine Anmerkung: Auch wer das Hörbuch gehört hat, sollte sich die Hardcover-Ausgabe auf alle Fälle mal bei einem Freund ausleihen oder in der Buchhandlung durchblättern. Denn Autor Ransom Riggs hat der Geschichte in dem gedruckten Buch noch eine besondere Ebene in Form zahlreicher, authentischer Schwarz-weiß-Aufnahmen hinzugefügt. Riggs hat die beeindruckenden Bilder in jahrelanger Arbeit auf Flohmärkten und bei Sammlern zusammengesucht. So sieht man als Leser genau die Fotos, die Jacob von seinem Opa gezeigt bekommt, und kann sich besonders gut in die Geschichte hineindenken.

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