Rezension: Machtlos (von Alex Berg)

18 07 2012

gelesen von Michele Reble

Machtlos (von Alex Berg)

Worum geht’s?

Valerie wollte für einen Geschäftstermin von Hamburg nach London fliegen. Doch dort kommt sie nie an. Sie wird am Flughafen von der Polizei abgefangen und stundenlang einem Verhör von BKA und CIA ausgesetzt. Man beschuldigt sie der Mitwisserschaft und Unterstützung eines Terroranschlags. Ihren Beteuerungen, nichts damit zu tun zu haben, schenkt man keinen Glauben. Denn schließlich gibt es ein Foto, dass sie zusammen mit ihrer besten Freundin und derren Freund zeigt. Eben jenem, dem der Anschlag in Kopenhagen zugeschrieben wird. Als wenig später ein Anschlag auf das Hamburger Dammtor verübt wird, der die gleiche Handschrift trägt, ist für die Ermittler der Fall klar.
Um aus Valerie die nötigen Informationen rauszukriegen, die weitere Anschläge verhindern und zur Ergreifung der Attentäter führen sollen, wird sie in ein offiziell nicht existierendes CIA-Spezialgefängnis nach Osteuropa gebracht. Was sie dort erlebt, entbehrt jeglicher Vorstellungskraft.

Und, wie war’s?

Ich habe schon lange kein so spannendes und fesselndes Buch mehr gelesen.
Alex Berg spielt mit den ureigensten Ängsten der Menschen: unschuldig verdächtigt und spurlos außer Landes geschafft. Was eigentlich der Sicherheit einem jeden von uns dienen soll, kann durch gezielte Manipulation oder schlichtweg auch durch Justizirrtümer ganz schnell zu einem Horrorszenario werden. Genau das durchlebt nicht nur die Protagonistin, sondern auch ihr verzweifelter Ehemann, der nichts tun kann, um seine von der Regierung verschleppte Frau wiederzufinden.

Obwohl der Leser natürlich erfährt, welches Grauen die Protagonistin im Gefängnis durchleben muss, ist dies auf eine noch recht sanfte Weise geschildert. Detaillierte Beschreibungen der Brutalität, wie man sie in einigen anderen Thrillern oftmals erlebt, werden weitgehend vermieden. Das hat „Machtlos“ auch absolut nicht nötig. Die unterschwellige Bedrohung fährt dem Leser so tief unter die Haut, dass es mehr Aufregung nicht bedarf.

Alex Berg versteht sich wunderbar darin, die Geschichte ausführlich und doch kurzweilig zu schildern und die Spannung dabei auf einem nervenzerreißendem Niveau zu halten.

Mehr von der Anwältin Valerie Weymann erfährt man in Bergs zweitem Buch „Die Marionette“.

Machtlos, Alex Berg
384 Seiten, Knaur, 8,99 €, ISBN 3426506491


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