Rezension: Die Marionette (von Alex Berg)

18 01 2013

gehört von Michele Reble

 

Die Marionette (Alex Berg, Foto: audible.de)

Die Marionette (Alex Berg, Foto: audible.de)

Worum geht’s?

Anderthalb Jahre sind vergangen, seitdem Valerie Weymann von der Regierung verschleppt, gefoltert zu unrecht der Terrorismusunterstützung beschuldigt wurde. Anderthalb Jahre lang hat sie den BND-Agenten Eric Meyer, ihren Lebensretter, nicht gesehen – und doch verging kein Tag, an dem sie nicht an ihn denken musste. Und nun, nach anderthalb Jahren, wird sie mit seiner Gegenwart eiskalt konfrontiert, wurde sie doch von ihrem Seniorpartner, der sich der „speziellen“ Verbindung zwischen Valerie und Eric bewusst ist, als Rechtsberaterin der Larenz-Werke zugeteilt. Eben jener Waffenlieferant, gegen den Eric ermittelt, nachdem Truppen der Bundeswehr von Taliban mit Waffen aus den Larenz-Werken angegriffen wurden.
Das Chaos ist perfekt, als sich bei einer verwundeten Soldatin eine posttraumatische Störung entwickelt, die zur echten Bedrohung wird.

Und, wie war’s?

Anfangs hat mich „Die Marionette“ nicht richtig begeistern können. Wenn man den Vorgänger „Machtlos“ noch im Sinn hat und sich an die atemberaubende Spannung erinnert, die das Buch von Beginn an beherrscht hat, dann steht „Die Marionette“ in einem schwachen Licht. Schon als ich dachte, mein endgültiges Urteil gefällt zu haben, kam frischer Wind in die Geschichte und die ersehnte Wendung. Ab diesem Moment wurde die Geschichte immer rasanter. Dieses Tempo konnte bis zum Schluss gehalten werden.

Die Anwältin Valerie wirkt zwar einerseits beherrscht und kühl, doch ist das nur ihr Eigenschutz, um nicht ihren weichen Kern offenlegen zu müssen. Das macht sie authentisch und menschlich. Zwar ist der BND-Agent Eric etwas Bruce-Willis-mäßig gezeichnet (attraktiver, kämpferischer und erfolgreicher Beschützer-Typ), doch auch er zeigt hin und wieder seine „echte“ Seite und gibt den Blick auf seine Schwächen und Verfehlungen frei.

Ich bin gespannt, ob und wie es mit dem Duo weitergeht.

Ein Hinweis noch zu dem Sprecher des Hörbuchs: Die sensationslüsternde Tonlage hat mich nicht so sehr genervt wie die Tatsache, dass er nicht in der Lage ist, unterschiedlichen Charakteren auch einen unterschiedlichen, aber wiedererkennbaren Tonfall zu geben. So war der hispanische Folterchef der CIA stimmlich zum verwechseln ähnlich mit der gut betuchten Gattin des Larenz-Vorstands.

Die Marionette, Alex Berg
Hörbuch gelesen von Detlef Bierstedt
Exklusiv über audible.de 13,95 €, 10 Stunden 32 min

Taschenbuch: Knaur TB, 384 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 3426508990

Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.

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