Rezension: The Lady Most Willing (von Julia Quinn, Eloisa James, Connie Brockway)

27 05 2015
gelesen von Astrid Kopp

Worum geht’s?

Der schottische Gutsherr Taran ist besorgt. Eigene Kinder hat er nicht und bislang macht keiner seiner beiden Neffen Anstalten, eine gute schottische Frau zu heiraten. Sogar eine Engländerin hat einer in Erwägung gezogen! Das geht natürlich gar nicht und so nutzt Taran die Gunst der Stunde und lässt seine Männer drei geeignete schottische Heiratskandidatinnen auf sein Schloss entführen. Dass in der Kutsche versehentlich auch noch ein Duke und die so gar nicht zum heiraten geeignete, weil arme und titellose, Miss Catriona Burns landen, führt zu einiger Verwirrung, bringt Taran aber nicht von seinem Plan ab: So lange ein Schneesturm die Straßen unpassierbar macht, haben seine zwei widerstrebenden Neffen Zeit, sich ihre Bräute auszusuchen. Dass am Ende tatsächlich gleich viermal die Hochzeitsglocken läuten, hätte Taran aber wohl selbst nicht zu hoffen gewagt.
Und, wie war’s?
Dadurch, dass jede Autorin eine Episode schreibt, ist „The Lady Most Willing“ eine Sammlung von drei Kurzgeschichten mit einer groben Rahmenhandlung. Und wie meistens bei Kurzgeschichten kommt für mich die Ausarbeitung der Charaktere zu kurz. Um mit den Protagonistinnen und Protagonisten mitleiden und -lieben zu können, hätte ich sie erst besser kennenlernen müssen, doch dafür war während der drei Tage auf dem zugigen, alten Schloss keine Zeit. Genauso wenig wie für ein ordentliches Ende: Das kam völlig holterdipolter und zumindest in einem Fall auch schwer nachvollziehbar daher.Die Stile der drei Autorinnen passen gut zusammen, vermisst habe ich als Julia-Quinn-Fan aber den Humor, der ihre Werke sonst auszeichnet. Vor allem die Situationskomik kommt viel zu kurz, hauptsächlich wird geredet und geredet und geredet – und das in den Episoden der anderen Damen auch noch ohne jede Scharfzüngigkeit und Witz.Für Fans einer der drei Regency-Romance-Autorinnen (oder von allen dreien) ist „The Lady Most Willing“ ein netter Zeitvertreib beim Warten auf ein neues Buch einer der Autorinnen. Mehr ist es aber nicht.
The Lady Most Willing, A Novel in Three Parts, Julia Quinn, Eloisa James, Connie Brockway
eBook: Avon, Kindle-Edition, 4,41 Euro
Taschenbuch: Avon, 384 Seiten, 5,70 Euro, ISBN 978-0062107381




Rezension: Night School (1) – Du darfst keinem trauen (von C.J. Daugherty)

31 07 2013

gelesen von Michele Reble

Night School (von C.J. Daugherty)

Night School (von C.J. Daugherty)

Worum geht’s?

„Night School – Du darfst keinem trauen“ ist der erste Teil der „Night School“-Reihe.

Nachdem Allies Bruder Christopher ohne Vorwarnung und richtige Erklärung die Familie verlassen hat, steht Allie völlig neben sich und rebelliert, wo sie nur kann. Ihre Eltern werden mit ihr nicht mehr fertig und sehen als einzige Lösung die Cimmeria Academy: ein ganz besonderes Internat mitten auf dem Land, von dessen Existenz nur ein ausgewählter Kreis weiß. Dort herrschen nicht nur extrem strenge Regeln, deren Verstoß umgehend geahndet wird, es ist auch völlig von der „technischen“ Außenwelt abgeschnitten. Handys, Laptops, mp3-Player – nichts davon ist erlaubt. Allie lebt sich recht gut ein und findet auch Freunde. Allerdings scheint es ein Geheimnis um ihren Aufenthalt im Internat zu geben und nicht alle sind über ihre Anwesenheit wirklich glücklich und treiben ihr ganz spezielles Spiel mit Allie. Schon bald muss sie feststellen, dass in Cimmeria nichts ist, wie es scheint und sie eine Schlüsselrolle bei all den mysteriösen Ereignissen spielt.

Und, wie war’s?

Schon lange habe ich keine so fesselnde, mitreißende und spannende Geschichte mehr gelesen wie in „Night School 1“. Der flüssige Schreibstil der Autorin und die interessant aufgebaute Handlung hat das Buch von Anfang an zu einem echten Pageturner gemacht. Die Kulisse, ein uraltes, riesiges, majestätisches Schloss umrahmt von vielen Wäldern mittten im Nichts, bietet die perfekte Grundlage für die mysteriösen und gefährlichen Geschehnisse, die sich auf der Cimmeria Academy abspielen. Auch die Charaktere sind gut gelungen – ein paar reiche, verwöhnte Jugendliche auf einer elitären Schule, die den Nervenkitzel suchen und sich liebend gern den strengen Regeln widersetzen – und werden mit all ihren Fehlern und Macken, aber auch liebenswürdigen Eigenschaften so präsentiert, dass ich sie als Leser sympathisch fand und mitfühlen konnte.

Bei all der Euphorie muss ich jedoch ganz klar sagen, dass „Night School“ nicht durch und durch ein perfekt gelungenes Werk ist. Teilweise machen die Charaktere einen etwas zu krassen und damit unglaubwürdigen Wandel duch. Und das, was alles in Cimmeria passiert und die Gefühle, die vor allem die Protagonistin entwickelt, passen nicht so ganz in die 6 Wochen, in denen sich die Handlung abspielt, sondern eher zu 6 Monaten oder mehr. Vor allem gegen Ende hin werden einige Situationen recht unglaubwürdig und etwas zu reißerisch. Für ein Jugendbuch aber völlig in Ordnung und mich haben diese kleinen Einschränkungen absolut nicht in meiner Lesebegeisterung trüben können.

Das Ende ist, wie sollte es anders sein, offen gehalten und die meisten Fragen werden nicht beantworten. Den zweiten Teil „Night School (2) – Der den Zweifel sät“ werde ich mir also ganz sicher kaufen.

Night School – Du darfst keinem trauen, C.J. Daugherty
Kindle Edition, 9,99 €

Gebundene Ausgabe: Oetinger, 464 Seiten, ISBN 978-3789133268, 17,95 €





Rezension: Stolz und Vorurteil (von Jane Austen)

23 04 2013
Pride and Prejudice (Austen)

Pride and Prejudice (Austen)

gelesen von Astrid Kopp

Worum geht’s?

Mutter Bennet hat nur ein Ziel: Ihre fünf Töchter möglichst gut zu verheiraten. Als auf das Nachbargut der vermögende, attraktive, alleinstehende Charles Bingley einzieht, ist ein perfekter Schwiegersohn gefunden. Mit ihm tritt auch Bingleys guter Freund Mr. Darcy in das Leben der Bennet-Töchter. Die älteste, Jane, verliebt sich schnell in Charles Bingley und auch er scheint ihr den Hof zu machen.

Als Bingley überraschend ohne Jane nach London abreist, ist sich Janes Schwester Elizabeth sicher, dass nur der verschlossene Mr. Darcy daran Schuld haben kann. Entsprechend ablehnend begegnet sie ihm, nicht ahnend, dass Darcy nur seinen Freund schützen möchte und selbst unter Liebeskummer leidet. Bis am Ende drei Bennet-Töchter glücklich verheiratet sind, müssen noch zahlreiche Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden.

Und, wie war’s?

Vier Anläufe, verteilt auf fünf Jahre, habe ich gebraucht, um das Buch zu lesen. Aufgeben wollte ich nicht, Jane Austens Werke sind schließlich Klassiker und nie etwas von ihr gelesen zu haben, ging für mich als Literaturliebhaberin doch gar nicht. Trotzdem bin ich dreimal nicht über Seite 15 hinausgekommen. Dass es beim vierten Anlauf geklappt hat, verdanke ich der kurzen Serie „Lost in Austen“. Nachdem ich sie gesehen hatte, war ich neugierig auf die ursprünglichen Charaktere und habe deshalb erneut zu „Stolz und Vorurteil“ gegriffen.

Durchgehalten habe ich diesmal – ein Lesevergnügen war es jedoch nicht. Austens Erzählstil ist sind langatmig, seitenlang passiert mehr oder weniger gar nichts. Den ihr so oft zugeschriebenen Witz oder gar eine Scharfzüngigkeit konnte ich nicht entdecken. Es ist mir nicht mal gelungen, mich so weit in die Charaktere hineinzudenken, dass ich ihre Gefühlswirren nachzuempfinden in der Lage gewesen wäre. Wieso Mr. Darcy Elizabeth liebt – keine Ahnung, seine Offenbarung kam für mich aus dem Nichts. Wieso er als die Partie schlechthin gilt und noch heute viele Frauen von ihm träumen – keine Ahnung.

Wirklich interessant waren nur die Schilderungen des alltäglichen Lebens in verschiedenen Schichten zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Irgendwann werde ich mir eine der Verfilmungen ansehen; vielleicht gewinnt die Geschichte, wenn sie in das fernsehübliche 90-Minuten-Format passen muss. Ein Jane Austen Buch werde ich aber so bald nicht nochmal lesen.

Pride and Prejudice, Jane Austen
Canterbury Classics, 315 Seiten, 11,99 Euro, ISBN 978-1607105541
Kindle-Version ab 0 Euro

Stolz und Vorurteil, Taschenbuch, Reclam, 431 Seiten, 7,60 Euro, ISBN 978-3150098714





Rezension: Vampir à la carte (von Lynsay Sands)

21 02 2013
Vampir a la Carte

Vampir a la Carte

gelesen von Astrid Kopp

Worum geht’s?
Sam ist unsterblich in den Vampir Mortimer verliebt. Bevor sie jedoch selbst zur Vampirin wird, möchte sie erstmal passende (also untote) Lebenspartner für ihre Schwestern finden. Als ihre Schwester Alex dringend einen Koch für ihr Restaurant sucht, stellt sie ihr kurzerhand den mehrere tausend Jahre alten Vampir Cale Valens als Spitzenkoch vor. Tatsächlich erkennt Cale in Alex sofort seine ideale Lebensgefährtin. Nun muss sie nur auch noch von ihrem Glück überzeugt werden. Cale hat zwar keine Ahnung vom Kochen, aber mit der Hilfe seiner Familie schafft er es, sich einen Platz in Alex Nähe zu sichern und sie zu umgarnen. Sie braucht ihn dringender als sie selbst denkt, denn was sie für eine Pechsträhne hält, entwickelt sich langsam zur echten Gefahr.

Und, wie war’s?

Ich habe ja durchaus einen Hang zu Fast-Food-Kitsch-Romanen, wie sich dank der zahlreichen Julia Quinn Rezensionen kaum verbergen lässt. Und ich habe nichts gegen Vampire (siehe Twilight). Also habe ich gleich zugeschlagen, als es „Vampir à la carte“ als Kindle-Buch kostenlos gab. Nach dem Lesen muss ich leider sagen: Das Beste an dem Roman war sein Preis. Ihn zu lesen ist ungefähr so, wie beim Abendessen mal in die X-Diarys auf RTLII hineinzuschalten. Fünf Minuten fremd schämen und nichts wie wieder weg.
Die ganze Geschichte ist total an den Haaren herbeigezogen. Dass gleich drei (sterbliche) Schwestern für Vampire als einzige wahre Lebensgefährtinnen bestimmt sind und damit in trauter Eintracht für immer leben können, nachdem diese Vampire teils schon Jahrtausende lang passende Partnerinnen gesucht haben, ist ziemlich absurd. Dass die taffe und sonst ziemlich clevere Geschäftsfrau Alex es nicht kapiert, wenn ein Konkurrent versucht, sie mit allem Mitteln auszustechen, vor allem, wenn der Konkurrent noch dazu ein enttäuschter und wütender Ex-Freund ist, ist absolut unglaubwürdig. Was übrigens auch auf die Beschreibung des lebensverändernden, umwerfenden, unglaublichen (!) Sexes zutrifft.
Dazu, was ich davon halte, dass eine Frau nach ein paar Tagen Beziehung einwilligt, eine Vampirin zu werden, ausgerechnet eine Frau, die vorher Angst vor jeder normalen Beziehung hatte, möchte ich mich jetzt gar nicht auslassen, denn bevor die Rezension zu lang wird, soll doch noch etwas zum Schreibstil gesagt werden. Positiv formuliert könnte man sagen „schnell zu lesen“. Weniger euphemistisch und angebrachter wäre aber „platte Dialoge“, „Redundanzen“ und „so schlechte Beschreibungen, dass der Leser keinerlei Gespür für die Atmosphäre bekommt“.
Also allen in allem: Umsonst war noch zu teuer.
Vampir à la carte, Lynsay Sands
Taschenbuch: Emont LYX, 368 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3802588013
Kindle E-Book: e-book Emont LYX,  8,99 Euro




Rezension: Türkisgrüner Winter (von Carina Bartsch)

4 01 2013

gelesen von Michele Reble

Türkisgrüner Winter (Carina Bartsch; foto: www.carinabartsch.de)

Türkisgrüner Winter (Carina Bartsch; foto: http://www.carinabartsch.de)

Worum geht’s?

„Türkisgrüner Winter“ ist die Fortsetzung von „Kirschroter Sommer„.

Emely versteht die Welt nicht mehr. Monatelang hat Elyas sie mit frechen Sprüchen, eindeutigen Kommentaren und seiner permanenten Präsenz genervt und nun geht er total auf Abstand. Und obwohl es genau das ist, was sie von ihm immer verlangt hat, spielen nun ihre Gefühle verrückt. Sie muss sich eingestehen, dass sich ihre Einstellung zu Elyas geändert hat und nachdem sie auch ihm dies endlich zeigt, scheint sie am Ziel ihrer Träume sein. Doch durch ein zufällig mitgehörtes Gespräch zerbricht Emelys Traum in tausend Scherben.

Und, wie war’s?

Nachdem „Kirschroter Sommer“ quasi mitten im Geschehen geendet hat, ging kein Weg dran vorbei, sofort zur Fortsetzung zu greifen.
Obwohl Carina Bartsch ihrem Stil treu bleibt, habe ich ein wenig die bissigen Dialoge aus dem Vorgänger vermisst. Zudem war mir die Zeit, die Emely bei ihren Eltern verbringt, zu langatmig. Da hätte man gut einige Seiten kürzen können.
Insgesamt aber ist „Türkisgrüner Winter“ eine gelungene und lesenswerte Fortsetzung dieser gefühlvollen Liebesgeschichte.

Türkisgrüner Winter, Carina Bartsch
Kindle Edition, 359 Seiten, 5,97 €





Rezension: Kirschroter Sommer (von Carina Bartsch)

4 12 2012

gelesen von Michele Reble

Kirschroter Sommer (Carina Bartsch; foto: www.carinabartsch.de)

Kirschroter Sommer (Carina Bartsch; foto: http://www.carinabartsch.de)

Worum geht’s?

Emely hatte eine große – unerwiderte – Liebe: Elyas. Doch seit einem Vorfall vor 7 Jahren haben sie sich nicht mehr gesehen und Emely hat alles dafür getan, diesen gutausehenden und charmanten Traum einer jeden Schwiegermutter zu vergessen. Doch plötzlich zieht Emelys beste Freundin und zugleich Elyas Schwester, Alex, zu ihrem Bruder in die WG und Emely kommt nicht umhin, Elyas ständig über den Weg zu laufen. Mit seiner unverschämt schmeichelhaften Art versucht er, Emely zu erobern, doch diese kann nicht vergessen, was vor 7 Jahren passiert ist. Und trotzdem kann sie auch dieses Kribbeln nicht leugnen, wenn sie in seiner Nähe ist. Um Elyas aus dem Kopf zu bekommen, kommt die Mail eines unbekannten Verehrers allzu passend.

Wie es weitergeht, erfährt man in „Türkisgrüner Winter„.

Und, wie war’s?

Unglaublich schön, romantisch, auch ein wenig kitschig – das gehört dazu, aber trotzdem noch authentisch. Allein der perfekte Elyas, ein attraktiver, gut gebauter, einfühlsamer, klavierspielender, intelligenter Medizinstudent, macht das Buch schon lesenswert. Doch vor allem das, was zwischen ihm und Emely ist oder auch nicht ist, lässt einen die Seiten im Nu verschlingen. Carina Bartsch hat hier eine sehr gefühlvolle und doch mit ausreichen Humor gespickte Liebesgeschichte geschrieben.

Etwas stutzig hat mich das Verhältnis zwischen Emely und ihrer besten Freundin Alex gemacht, die sich in einigen Situationen vor anderen gegenseitig richtig niedermachen und bloßstellen. Vielleicht habe ich da eine sehr eigene Sicht auf die Dinge, aber so behandelt man nicht seine beste Freundin! Diese Freundschaft wirkte stellenweise nicht so eng, innig und liebenswürdig, wie sie geschildert wurde. Das fand ich sehr schade, hat es doch einen etwas faden Beigeschmack hinterlassen. Aber letztlich steht diese Beziehung ja nicht im Vordergrund. Insofern kann ich dieses Buch trotzdem jedem uneingeschränkt empfehlen, der mal wieder eine schöne, schnulzige Herz-Schmerz-Geschichte sucht.

Kirschroter Sommer, Carina Bartsch
Schandtaten Verlag, 398 Seiten, 16,90 €, ISBN 978-3000358210
kindle ebook: 3,99 €





Rezension: Pictures of Lily (von Paige Toon)

21 08 2012
Pictures of Lily (Toon; Foto: audible.de)

Pictures of Lily (Toon; Foto: audible.de)

gehört von Astrid Walter

Worum geht’s?

Als Lily 15 ist, verliebt sich ihre Mutter in einen Australier und schleppt ihre Tochter aus London mit ans andere Ende der Welt. Ursprünglich will Lily nur wieder zurück nach Hause, zu ihrem Vater und ihren Halbschwestern nach England. Doch dann verliebt sich Lily in die Koalabären und Kängurus im nahe gelegenen Tierpark – und in deren Pfleger Ben. Er ist zu Lilys Unglück nicht nur zwölf Jahre älter als sie, sondern auch noch verlobt. Ironischerweise lebt seine Verlobte ausgerechnet in London – und so ist es nicht Lily, die Australien mit Ziel England wieder verlässt sondern Ben.

Zehn Jahre später ist Australien längst Lilys Heimat geworden. Sie lebt mit ihrem Verlobten Roger in Sydney, hat liebe Freunde gewonnen und kann auch beruflich endlich kleine Erfolge verzeichnen. Vergessen hat sie Ben jedoch nie. Als sie ihn überraschend in Sydney wiedertrifft, stürzt Lily in ein Gefühlschaos.

Und, wie war’s?

Am Anfang dachte ich, versehentlich hätte sich ein Teenie-Roman auf mein iPhone verirrt. Denn das Buch beginnt mit einem sehr langen Rückblick, in dem Paige Toon erzählt, wie Teenager Lily sich in Ben verliebt. Erst in der zweiten Hälfte des Buches springt die Geschichte in die Gegenwart. Nachdem ich mich auf den Teenage-Crush einmal eingelassen hatte, gefiel mir diese Zweiteilung sehr gut, denn dadurch ist die Fixierung der erwachsenen Lily auf Ben besser nachvollziehbar.

Paige Toon macht es dem Leser bzw. Zuhörer sehr leicht, früh zu erkennen, welcher Mann der richtige für Lily ist. Insofern ist der Verlauf der Geschichte absolut vorhersehbar, die Spannung ist gleich Null. Mir hat das aber nichts ausgemacht; ich wollte eine leichte, lockere, unterhaltsame, unangestrengte Sommerlektüre und die habe ich auch bekommen.

Trotz der nicht sonderlich originellen Geschichte (das Thema „Frau zwischen zwei Männer“ hat die Autorin z.B. auch in „Lucy in the Sky“ verwendet), habe ich mit Lily gelebt, geliebt und gelitten. Daran hat die Sprecherin Jane Collingwood einen großen Anteil. Sie spricht Lily sehr sympathisch und schafft es, allen Figuren stimmmliche Eigenheiten zu geben, die die Charaktere besser herausarbeiten. Außerdem ist ihre Stimme angenehm klar, die Aussprache deutlich und das Lesetempo für mich genau richtig, was es zu einem großen Vernügen machte, dieses Hörbuch im englischen Original zu hören. Hoffentlich liest Jane Collingwood bald noch weitere Titel von Paige Toon für audible.

Pictures of Lily, Paige Toon
gelesen von Jane Collingwood
Simon & Schuster Audio über audible.de, 9,95 Euro, 10 Stunden 45 Minuten

englisches Taschenbuch: Simon & Schuster, 432 Seiten, 8,30 Euro, ISBN 978-1847393913
deutsche Ausgabe: „Immer wieder du“, Krüger Verlag, 432 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3810520326

Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.