Rezension: Die Tribute von Panem (3) – Flammender Zorn (von Suzanne Collins)

23 03 2015

Die Tribute von Panem 3 (Suzanne Collins); foto: audible.de

gehört von Michele Reble

Worum geht’s?

„Flammender Zorn“ ist der 3. Band der Tribute von Panem-Triologie.

Das abrupte Ende der Hungerspiele bedeutete für Katniss die Rettung: eine Mannschaft aus Distrikt 13 und einige verbündete Tribute konnte ihr zur Flucht aus der Arena verhelfen. Doch Peeta und einige der anderen sind in den Händen des Kapitols gelandet.
Während Katniss noch mit den schlimmen Erinnerungen an die Arena denkt und um Peeta bangt, der in den Fängen des Kapitols „eingewebt“ wird, um als Waffe gegen sie eingesetzt zu werden, wird von ihr erwartet, den Spottölpel zu spielen, um den Rebellen zur Übernahme der übrigen Disktrikte zu verhelfen und das Kapitol zu stürzen.

Und, wie war’s?

„Flammender Zorn“ war wieder genauso spannend, flüssig und leicht geschrieben, wie die beiden vorherigen Bände. Inhaltlich wurde sogar noch mehr Geschehen verarbeitet, aber dafür blieb leider vieles andere auf der Strecke.
Die Beziehungen, die in den beiden ersten Bänden aufgebaut wurden – zwischen Katniss und Gale und zwischen Katniss und Peeta – werden nicht mehr in dieser Intensität erwähnt und auch nicht wirklich abschließend und zufriedendstellend erklärt. Viele Charaktere, die ausführlich beschrieben wurden, spielen nur noch eine kleine Rolle am Rande. Katniss‘ Mutter, die eine positive Entwicklung durchgemacht hatte, ist am Ende nur noch eine kleine Erwähnung wert.
Und Katniss selbst, das temperamentvolle, unerschrockene und kämpferische Mädchen wird in „Flammender Zorn“ als lethargisches Etwas dargestellt, das weder an ihrem eigenen Schicksal noch an dem anderer wirklich Interesse hat. Und das nur, weil Distrikt 12 zerstört wurde und Peetas Überleben ungewiss ist? Das wirkt nicht glaubwürdig. Schließlich hat sie in den beiden Hungerspielen und danach viel schlimmere Dinge erlebt und Peeta war ihr doch bis vor kurzem noch völlig gleichgültig.

Insgesamt hat mich der dritte Band also nicht überzeugt. Zuviel wurde für mein Empfinden nicht wirklich erklärt und aufgelöst und zu viele liebgewonnene Charaktere wurden in den Hintergrund gedrängt oder mussten gar sterben.
Trotz allem hat mir die Triologie insgesamt gut gefallen.

Die Tribute von Panem – Flammender Zorn, Suzanne Collins
gelesen von Maria Koschny
Oetinger Media über audible.de, 9,95 Euro, 9 Stunden 47 Minuten

Hardcover: Oetinger, 430 Seiten, 18,95 Euro, ISBN 3789132209

Leselust war Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.





Rezension: Mummenschanz (von Terry Pratchett)

14 03 2013
Mummenschanz (Foto: audible.de)

Mummenschanz (Foto: audible.de)

gelesen von Astrid Kopp

Worum geht’s?

„Mummenschanz“, der 18. Band der Scheibenwelt-Reihe, entführt den Hörer in die Welt der Hexen und die mindestens ebenso magische und gefährliche der Oper. Alles beginnt mit einem freien Platz im Hexenzirkel. Nachdem Magrat in einem vorherigen Roman Lancres König Verence geheiratet hat, hängt sie die Zauberei an den Nagel. Nur mit Oma Wetterwachs und Nanny Ogg ist es kein ordentlicher Zirkel mehr, denn dazu gehören drei Hexen. Eine geeignete Nachfolgerin für Magrat kommt den beiden schnell in den Sinn, doch dummerweise ist die magisch begabte Agnes Nitt gerade in die große Stadt Ankh-Morpok gegangen, um dort eine berühmte Opernsängerin zu werden. Oma Wetterwachs und Nanny Ogg packen kurzerhand Proviant und schwarzen Kater ein und machen sich in der Kutsche auf den langen Weg nach Ankh-Morpok.

Dort ergeht es derweil Agnes Nitt nicht ganz so, wie es sich die junge Frau erhofft hatte. Zwar hört der Operndirektor natürlich sofort, was für eine wunderbare Stimme Agnes hat. Was er sieht, gefällt ihm aber so gar nicht. Deshalb bekommt die Solorolle in dem neuesten Opernstück eine bildhübsche, aber strohdumme und gesanglich gänzlich unbegabte Konkurrentin. Die pummelige Agnes soll sich im Chor verstecken – die Soloparts aber unbemerkt für die Andere singen. Agnes stimmt zu. Dabei ist ihr nicht bewusst, dass sie sich damit vielleicht sogar in Lebensgefahr bringt. Denn an der Oper treibt ein mörderisches Phantom sein Unwesen. Wie gut, dass Oma Wetterwachs und Nanny Ogg schon unterwegs sind, um nicht nur Agnes zurück nach Lancre zu holen, sondern vorher auch noch ordentlich im Opernhaus aufzuräumen.

Und, wie war’s?

„Mummenschanz“ spielt zwar in einer Fantasywelt, enthält aber so viele grandios komische Alltagsbeobachtungen zu Gegebenheiten und Charakteren aus dem realen Leben, dass es eine wahre Freude ist. Kurzweilig, satirisch, grandios geschrieben und noch besser gesprochen. Katharina Thalbach erweckt alle Figuren, egal ob Hexe, Mensch, Kater oder Phantom, derart gekonnt zum Leben, so dass ich jetzt schon meine, viele persönlich zu kennen.

Außer „Mummenschanz“ kenne ich bisher nur den 23. Band der Scheibenwelt-Reihe, „Ruhig Blut“. Bestimmt habe ich deshalb die ein oder andere Andeutung auf vorherige Bände überhört, mein Hörvergnügen wurde davon aber nicht gestört. Man kann also bedenkenlos mit diesem Hörbuch einsteigen und dann süchtig werden. „Lords und Ladies“ habe ich schon in meine Audible-App geladen…

Mummenschanz, Terry Prachtett
gelesen von Katharina Thalbach
SchallundWahn über audible.de, 6 Std 6 Min, 9,95 Euro
Taschenbuch: Goldmann Verlag, 352 Seiten, 8,95 Euro, ISBN 978-3442452606
Leselust war Mitglied im audible.de Rezensionsprogramm. Ich danke der audible.de GmbH für das kostenfreie Hörbuch.




Rezension: Schwarzer Mond über Soho (von Ben Aaronovitch)

28 01 2013
Schwarzer Mond über Soho (Aaronovitch)

Schwarzer Mond über Soho (Aaronovitch)

gelesen von Astrid Kopp

Worum geht’s?
So richtig kommt Constable Peter Grant nicht dazu, Latein zu lernen und Zaubersprüche zu üben. Kurz nachdem der Nachwuchszauberer und Bobby Aaronovitchs vorherigem Buch „Die Flüsse von London“ einen gefährlichen Geist zur Strecke gebracht hat, häufen sich in London schon wieder die Todesfälle mit magischer Aura. Eine geheimnisvolle und sehr gefährliche Dame raubt Männern ihr bestes Stück – und damit auch das Leben. Weniger grausam aber ebenso endgültig sterben mehrere Musiker. Dass Jazz etwas damit zu tun hat, ist für Peter Grant unüberhörbar, aber kann Musik denn tödlich sein?
Und, wie war’s?
Wie schon in „Die Flüsse von London“ startet die Geschichte eher behäbig, nimmt dann aber mächtig Fahrt auf bis zum spannenden und traurigen Finale. Ben Aaronovitch verschmilzt die Londoner Jazz-Szene in Soho mit einer Welt, in der Menschen zu Katzen werden, Tote reden und Magie über allem wabert. Gut gefällt mir, dass Peter Grant dabei trotz seiner besonderen Fähigkeiten sehr menschlich ist – mit allen Fehlern, Ängsten und Hoffnungen, die man als junger Mann eben vermutlich so hat, wenn man die Welt fast im Alleingang vor attraktiven Jazz-Vampiren retten muss.
Ein bisschen verwirrend fand ich die zwei parallel laufenden Fälle. Der eine endet auch sehr aprupt, ohne dass die Motiviation der Täterin befriedigend erklärt werden würde. Dafür war der andere Fall mit seiner schön ausgedachten Historie und dem traurigen Ende umso besser.
Schwarzer Mond über Soho,  Ben Aaronovitch
dtv, 413 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-423-21380-6




Rezension: Die Tribute von Panem (2) – Gefährliche Liebe (von Suzanne Collins)

15 11 2012

gehört von Michele Reble

Die Tribute von Panem 2 (Suzanne Collins); Foto: audible.de

Die Tribute von Panem 2 (Suzanne Collins); Foto: audible.de

Worum geht’s?

„Gefährliche Liebe“ ist der 2. Teil der Tribute von Panem-Triologie.

Das erste Mal in der Geschichte der Hungerspiele gibt es zwei Überlebende. Durch ihre Weigerung, die Regeln des Kapitols zu befolgen, sehen die Menschen Katniss als Symbold des Widerstands. Das kann sich Präsident Snow nicht bieten lassen und setzt Katniss unter Druck. Sie versucht, ihre Tat durch die Demonstration ihrer tiefen Liebe zu Peeta zu rechtfertigen, doch Snow lässt sich nicht blenden und macht Katniss unmissverständlich klar, dass sie und ihre Lieben dafür bezahlen müssen, wenn sie es nicht schafft, die drohenden Aufstände in den Distrikten zu unterbinden.

Und, wie war’s?

Der zweite Teil der Triologie knüpft erstmal nicht an der atemraubenden Spannung an, die das Ende des ersten Teils hinterlassen hat. Katniss schildert zunächst wie es ihr nun ergeht, nachdem sie von den Spielen zurück in Distrikt 12 gekehrt ist. Diese Schilderungen könnten stellenweise etwas kürzer sein, durch das Hörbuch konnte man es aber gut „aussitzen“.
Die große Wende in der Geschichte lässt jedoch nicht lange auf sich warten und schon ist man wieder gefangen in der Neugier, wie es weitergeht mit Katniss und Peeta und Gale.

Gut gefallen hat mir, dass Suzanne Collins weitere Charaktere aus anderen Distrikten in die Geschichte eingebracht und ihnen ein Gesicht gegeben hat. Denn bisher drehte sich alles um Distrikt 12 und ich wurde den Schilderungen der ärmlichen Verhältnissen dort schon überdrüssig.
Das Ende ist wie ein Schlag vor den Kopf und lässt das Warten auf das exklusive audible-Hörubuch des 3. Bandes zur echten Qual werden.

Die Tribute von Panem 2 – Gefährliche Liebe, Suzanne Collins
gelesen von Maria Koschny
Oetinger Media über audible.de, 9,95 Euro, 9 Stunden 35 Minuten

Hardcover: Oetinger, 431 Seiten, 17,95 Euro, ISBN 3789132195

Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.





Buchreihe: Die Tribute von Panem (von Suzanne Collins)

15 11 2012

Folgende Bücher umfasst die Tribute von Panem-Reihe von Suzanne Collins:

1. Tödliche Spiele

2. Gefährliche Liebe

3. Flammender Zorn

Alle Bücher sind auf deutsch bei Oetinger erschienen.

Suzanne Collins (Foto: david_shankbone)

Suzanne Collins (Foto: david_shankbone)





Rezension: Vermiss mein nicht (von Cecilia Ahern)

11 10 2012

gelesen von Michele Reble

Vermiss mein nicht (Cecilia Ahern)

Vermiss mein nicht (Cecilia Ahern)

Worum geht’s?

Wer kennt das nicht? Aus der Waschmaschine kommt nur noch ein Socken, der kleine Regenschirm lässt sich nicht mehr finden und der Schlüssel scheint auch vom Erdboden verschluckt zu sein. Diese Ärgernisse beschäftigen einen eine Zeit lang und dann geraten sie in Vergessenheit. Nicht so bei Sandy Shortt. Seit ihre Schulfreundin mit 10 Jahren spurlos verschwunden ist, hat sie einen regelrechten Suchzwang entwickelt. Sie gründet eine Agentur für Personensuche und hilft somit den Menschen, die sämtliche Hoffnung verloren haben.
Bei einem ihrer Aufträge verschwindet sie jedoch selbst während des Joggens im Wald. Sie gelangt an einen Ort ohne Namen und trifft Menschen, die sie kennt. Nicht persönlich, aber von Fotos und aus Erzählungen ihrer Klienten. Denn dort an diesem seltsamen Ort findet sich nicht nur alles, was irgendwer einmal verloren hat, sondern auch all die Menschen, die spurlos verschwunden sind.

Und, wie war’s?

Einfühlsam und flüssig erzählt, hat mich die Geschichte und ihr Geheimnis sofort in ihren Bann gezogen. Ohne ein großer Freund von Fantasiegeschichten zu sein, war ich auf das Mysteriöse in „Vermiss mein nicht“ doch neugierig genug. Cecilia Ahern scheint für alles eine recht plausible Eklärung liefern zu können. Doch das hält sie leider nicth bis zum Schluss durch. Das Ende kommt holter die polter und lässt einfach zu viele Fragen unbeantwortet.

Cecilia Ahern schätzte ich bisher durch ihre äußert feinfühlig erzählten Geschichten und fein gezeichneten Charaktere. Möglicherweise ist das Fantasy-Genre nicht das ihre und sie sollte dabei bleiben, was sie gut beherrscht.

Vermiss mein nicht, Cecilia Ahern
Fischer, 440 Seiten, 8,95 €, ISBN 3596167353





Rezension: Die Tribute von Panem (1) – Tödliche Spiele (von Suzanne Collins)

27 08 2012

gehört von Michele Reble

Die Tribute von Panem 1 (Suzanne Collins); Foto: audible.de

Die Tribute von Panem 1 (Suzanne Collins); Foto: audible.de

Worum geht’s?

„Tödliche Spiele“ ist der erste Teil der Tribute von Panem-Triologie.

Aus dem früheren Nordamerika entstand Panem: bestehend aus 12 Distrikten und dem Kapitol, das alles überwacht. Im ärmsten Distrikt lebt die Halbwaise Katniss mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Prim und kämpft täglich darum, nicht zu verhungern. Doch das ist nicht ihre größte Sorge. Denn alljährlich steht die Ernte bevor und die darauf folgenden Hungerspiele: dabei werden je ein Mädchen und ein Junge ausgewählt, um in einer Arena mit weiteren 22 „Tributen“ gegeneinander und ums Überleben zu kämpfen.
Bei der diesjährigen Ernte wird der Name von Prim gezogen. Katniss meldet sich sofort freiwillig, um ihre Schwester zu schützen, weiß jedoch, dass ihre Chancen, lebend die Spiele durchzustehen, verschwindend gering sind. Gegen die wohlernährten und fitten Tribute aus den wohlhabenderen Distrikten hat sie keine Chance. Trotzdem gibt sie alles, um wieder zurück zu ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrem Jugendfreund Gale zu kommen.

Und, wie war’s?

Ich bin etwas hin- und hergerissen. Denn eigentlich hat mich die Panem-Begeisterungswelle erfasst. Gespannt habe ich der Gesichte von Katniss gelauscht, wollte das Hörbuch am liebsten von Anfang bis Ende durchhören. Die düstere Stimmung des Buches, die tragischen, weil hilflos und verzweifelt, aber sehr liebenswerte Charaktere und die sich aufbauende Spannung, wie es Katniss in der Arena ergehen wird, haben mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Die Sprecherin (übrigens die Synchronstimme der Katniss aus der gleichnamigen Verfilmung) schafft es, die Emotionen, die in der Protagonistin toben, authentisch zu vermitteln.

Doch dann hab ich mich gefragt, wie mich ein Buch begeistern kann, in dem es darum geht, dass sich 24 Kinder gegenseitig umbringen müssen. Ja, das ist grausam. Und es ist mir auch unerklärlich, wie Autorin und Verlag dieses Buch als Jugendbuch deklarieren konnten. Selbst die letzten Bände von Harry Potter sind fast harmlos dagegen. Insofern empfehle ich das Hörbuch gerne meinen Freunden, rate allerdings jedem Jugendlichen davon ab.

Eine kleine Randbemerkung: Etwas unlogisch empfinde ich die Erzählperspektive in Ich-Form, denn wenn es in einem Buch ums Überleben geht und dies eine Triologie ist, dürfte ziemlich klar sein, dass die Erzählerin nicht im ersten Teil sterben wird. Desweiteren ist es lächerlich, solch eine von Gewalt geprägte Geschichte zu erzählen, aber in Liebesdingen dann auf Kindesniveau zu verfallen.

Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele, Suzanne Collins
gelesen von Maria Koschny
Oetinger Media über audible.de, 9,95 Euro, 9 Stunden 41 Minuten

Hardcover: Oetinger, 414 Seiten, 17,90 Euro, ISBN 3789132187

Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.