Rezension: Off-Road-Kids (von Valerie Wilson Wesley)

12 05 2015
gelesen von Michele Reble
Off-Road-Kids (Valerie Wilson Wesley)

Off-Road-Kids (Valerie Wilson Wesley)

Worum geht’s?

„Off-Road-Kids“ ist der 6. Band der Tamara-Hayle-Reihe.

Die junge, afroamerikanische Gabriella Desmond stammt aus reichem Hause und hat alles, was man sich nur wünschen kann. Doch sie verschwindet spurlos und ihre verzweifelte und ängstliche Mutter beauftragt die Privatdetektivin Tamara Hayle, ihre Tochter zu finden. Die Spuren führen Tamara nach Atlantic City – einer Stadt, die zwischen aufregendem Glückspiel und traurigen Slums mit Armut, Verbrechen und Drogen schwankt. Den Hinweisen nach lebt Gabriella mit einem jungen Mann zusammen und soll außerdem schwanger sein. Tamara ist verwundert darüber, warum ihr Stiefbruder im krassen Gegensatz zu dessem Vater so unglaublich besorgt um Gabriella ist und ihr kommen immer mehr Zweifel, ob Gabriella tatsächlich gefunden werden will. Doch wer würde ein wohlbehütetes Zuhause freiwillig gegen ein Leben in Armut und die Gefahren einer Spielerstadt eintauschen?

Und, wie war’s?

Die Bücher der Tamara-Hayle-Reihe lesen sich sehr flüssig und haben das thriller-typische „Crash, Boom, Bang“ nicht nötig. Denn mit der afro-amerikanischen Detektivin Tamara hat Valerie Wilson Wesley eine Figur geschaffen, die so menschlich ist, dass ich  mich sehr gut in sie hineinversetzen konnte. Sie hat keine Superkräfte oder unzählige Leben, sondern besticht durch Intelligenz, Verstand und eine ordentliche Portion Vorsicht.

Dabei greift Wesley aktuelle Themen, wie z.B. Rassendiskriminierung oder Missbrauch in Familien, auf, ohne allzu moralisch oder sozial belehrend zu wirken. Sie schildert das Leben der afro-amerikanischen Bevölkerung, wie sie es selbst erlebt und erlebt hat. Angefangen von ausgerissenen Jugendlichen, die mangels Zukunftsperspektive auf der Straße leben bis hin zu ihrer Krimi-Heldin, die als alleinerziehende Mutter den Unterhalt selbst verdienen muss und dabei keinen ganz ungefährlichen Job ausübt.

Mich hatte „Remeber Celia Jones“, der Nachfolger von „Off-Road-Kids“, schon vor einigen Monaten begeistert, ohne zu wissen, dass es um Tamara Hayle eine Reihe mit derzeit 8 Büchern gibt. Dies wird also gewiss nicht die letzte Rezension dieser Reihe sein.

Off-Road-Kids, Valerie Wilson Wesley
Diogenes, 272 Seiten, ISBN 3257063466

Advertisements




Rezension: Die Tribute von Panem (3) – Flammender Zorn (von Suzanne Collins)

23 03 2015

Die Tribute von Panem 3 (Suzanne Collins); foto: audible.de

gehört von Michele Reble

Worum geht’s?

„Flammender Zorn“ ist der 3. Band der Tribute von Panem-Triologie.

Das abrupte Ende der Hungerspiele bedeutete für Katniss die Rettung: eine Mannschaft aus Distrikt 13 und einige verbündete Tribute konnte ihr zur Flucht aus der Arena verhelfen. Doch Peeta und einige der anderen sind in den Händen des Kapitols gelandet.
Während Katniss noch mit den schlimmen Erinnerungen an die Arena denkt und um Peeta bangt, der in den Fängen des Kapitols „eingewebt“ wird, um als Waffe gegen sie eingesetzt zu werden, wird von ihr erwartet, den Spottölpel zu spielen, um den Rebellen zur Übernahme der übrigen Disktrikte zu verhelfen und das Kapitol zu stürzen.

Und, wie war’s?

„Flammender Zorn“ war wieder genauso spannend, flüssig und leicht geschrieben, wie die beiden vorherigen Bände. Inhaltlich wurde sogar noch mehr Geschehen verarbeitet, aber dafür blieb leider vieles andere auf der Strecke.
Die Beziehungen, die in den beiden ersten Bänden aufgebaut wurden – zwischen Katniss und Gale und zwischen Katniss und Peeta – werden nicht mehr in dieser Intensität erwähnt und auch nicht wirklich abschließend und zufriedendstellend erklärt. Viele Charaktere, die ausführlich beschrieben wurden, spielen nur noch eine kleine Rolle am Rande. Katniss‘ Mutter, die eine positive Entwicklung durchgemacht hatte, ist am Ende nur noch eine kleine Erwähnung wert.
Und Katniss selbst, das temperamentvolle, unerschrockene und kämpferische Mädchen wird in „Flammender Zorn“ als lethargisches Etwas dargestellt, das weder an ihrem eigenen Schicksal noch an dem anderer wirklich Interesse hat. Und das nur, weil Distrikt 12 zerstört wurde und Peetas Überleben ungewiss ist? Das wirkt nicht glaubwürdig. Schließlich hat sie in den beiden Hungerspielen und danach viel schlimmere Dinge erlebt und Peeta war ihr doch bis vor kurzem noch völlig gleichgültig.

Insgesamt hat mich der dritte Band also nicht überzeugt. Zuviel wurde für mein Empfinden nicht wirklich erklärt und aufgelöst und zu viele liebgewonnene Charaktere wurden in den Hintergrund gedrängt oder mussten gar sterben.
Trotz allem hat mir die Triologie insgesamt gut gefallen.

Die Tribute von Panem – Flammender Zorn, Suzanne Collins
gelesen von Maria Koschny
Oetinger Media über audible.de, 9,95 Euro, 9 Stunden 47 Minuten

Hardcover: Oetinger, 430 Seiten, 18,95 Euro, ISBN 3789132209

Leselust war Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.





Kurzrezension: Nachricht von Dir (von Guillaume Musso)

26 02 2014

gelesen von Michele Reble

Nachricht von Dir (Guillaume Musso)

Nachricht von Dir (Guillaume Musso)

Jonathan und Madeline vertauschen versehentlich bei einem Zusammenstoß am Flughafen ihre Handys. Auf zwei verschiedenen Kontinenten lebend ist die Rückgabe nicht so einfach und so beginnen sie, die intimsten Inhalte des anderen im Handy zu erforschen. Sie stellen schockiert fest, dass es in ihrer Veragngenheit etwas gibt, was sie miteinander verbindet.

♥♥♥♥♥ Handlung
♥♥♥♥Sprache
♥♥♥♥♥ Charaktere
♥♥♥♥♥ Spannung
♥♥♥♥♥ Emotionen
♥♥♥♥♥ Anspruch
♥♥♥♥♥ Humor
♥♥♥♥♥ Glaubwürdigkeit

Nachricht von Dir, Guillaume Musso
Kindle Edition, 11,99 €
Taschenbuch: Pendo, 464 Seiten, ISBN 3866123132, 14,99 €





Rezension: Night School (1) – Du darfst keinem trauen (von C.J. Daugherty)

31 07 2013

gelesen von Michele Reble

Night School (von C.J. Daugherty)

Night School (von C.J. Daugherty)

Worum geht’s?

„Night School – Du darfst keinem trauen“ ist der erste Teil der „Night School“-Reihe.

Nachdem Allies Bruder Christopher ohne Vorwarnung und richtige Erklärung die Familie verlassen hat, steht Allie völlig neben sich und rebelliert, wo sie nur kann. Ihre Eltern werden mit ihr nicht mehr fertig und sehen als einzige Lösung die Cimmeria Academy: ein ganz besonderes Internat mitten auf dem Land, von dessen Existenz nur ein ausgewählter Kreis weiß. Dort herrschen nicht nur extrem strenge Regeln, deren Verstoß umgehend geahndet wird, es ist auch völlig von der „technischen“ Außenwelt abgeschnitten. Handys, Laptops, mp3-Player – nichts davon ist erlaubt. Allie lebt sich recht gut ein und findet auch Freunde. Allerdings scheint es ein Geheimnis um ihren Aufenthalt im Internat zu geben und nicht alle sind über ihre Anwesenheit wirklich glücklich und treiben ihr ganz spezielles Spiel mit Allie. Schon bald muss sie feststellen, dass in Cimmeria nichts ist, wie es scheint und sie eine Schlüsselrolle bei all den mysteriösen Ereignissen spielt.

Und, wie war’s?

Schon lange habe ich keine so fesselnde, mitreißende und spannende Geschichte mehr gelesen wie in „Night School 1“. Der flüssige Schreibstil der Autorin und die interessant aufgebaute Handlung hat das Buch von Anfang an zu einem echten Pageturner gemacht. Die Kulisse, ein uraltes, riesiges, majestätisches Schloss umrahmt von vielen Wäldern mittten im Nichts, bietet die perfekte Grundlage für die mysteriösen und gefährlichen Geschehnisse, die sich auf der Cimmeria Academy abspielen. Auch die Charaktere sind gut gelungen – ein paar reiche, verwöhnte Jugendliche auf einer elitären Schule, die den Nervenkitzel suchen und sich liebend gern den strengen Regeln widersetzen – und werden mit all ihren Fehlern und Macken, aber auch liebenswürdigen Eigenschaften so präsentiert, dass ich sie als Leser sympathisch fand und mitfühlen konnte.

Bei all der Euphorie muss ich jedoch ganz klar sagen, dass „Night School“ nicht durch und durch ein perfekt gelungenes Werk ist. Teilweise machen die Charaktere einen etwas zu krassen und damit unglaubwürdigen Wandel duch. Und das, was alles in Cimmeria passiert und die Gefühle, die vor allem die Protagonistin entwickelt, passen nicht so ganz in die 6 Wochen, in denen sich die Handlung abspielt, sondern eher zu 6 Monaten oder mehr. Vor allem gegen Ende hin werden einige Situationen recht unglaubwürdig und etwas zu reißerisch. Für ein Jugendbuch aber völlig in Ordnung und mich haben diese kleinen Einschränkungen absolut nicht in meiner Lesebegeisterung trüben können.

Das Ende ist, wie sollte es anders sein, offen gehalten und die meisten Fragen werden nicht beantworten. Den zweiten Teil „Night School (2) – Der den Zweifel sät“ werde ich mir also ganz sicher kaufen.

Night School – Du darfst keinem trauen, C.J. Daugherty
Kindle Edition, 9,99 €

Gebundene Ausgabe: Oetinger, 464 Seiten, ISBN 978-3789133268, 17,95 €





Rezension: Collateral (von Tom Cain)

3 04 2013

gelesen von Michele Reble

Collateral (Tom Cain)

Collateral (Tom Cain)

Worum geht’s?

Collateral ist der 4. Band der Sam-Carver-Reihe.

Samuel Carver soll die entführte Nichte des wohlhabenden Klerk aus den Fängen des machthungrigen Afrikaners Moses befreien – und das in einem Land, in dem kein einziger Schritt, den man tut, sicher ist. Carver schreckt das nicht ab. Es fordert ihn eher heraus. Bei der Befreiung läuft nicht alles glatt, aber das Mädchen ist schließlich in Sicherheit.
10 Jahre später kommt Klerk erneut mit einem Auftrag auf Carver zu. Diesmal willig Carver nicht gleich ein, schließlich wird von ihm verlangt, bei dem Sturz des malembischen Diktator Gushungo zu helfen. Als er jedoch erfährt, wie Gushungo sein eigenes Volk nicht nur unterdrückt, sondern enteignet, foltert und in Gefängnissen verhungern lässt und einer dieser Betroffenen Carvers Freund samt Familie ist, ist Carver bereit, bei der Aktion zu helfen.

Und, wie war’s?

Nun ja, als Verfilmung wäre Collateral einer dieser Filme, den ich mir an einem (tatortfreien) Sonntagabend mal anschauen würde, weil er viel Action und Unterhaltung mit wenig Anspruch bietet.

Tom Cain scheint sein Pulver wohl zu Beginn der Sam-Carver-Reihe verschossen zu haben. Je mehr Bände ich aus dieser Reihe lese, desto enttäuschter bin ich. Das, was mich an den ersten beiden Bänden „Target“ und „Survivor“ noch begeisterte – die fiktive Ausgestaltung einer wahren Begebenheit – war schon bei „Assasin“ nicht mehr zu finden, ganz zu schweigen von „Collateral“. Natürlich gibt es diese bösen Diktatoren, die ihr Volk unterdrücken, aber eigentlich ist das nur die Nebenhandlung für rasante Verfolgungsjagten, riskante Befreiungsaktionen und ohrenbetäubende Schießereien und Explosionen.

Ein kleiner Hinweis zum Layout: die gleichbleibende Gestaltung und somit der größe Wiedererkennungswert dieser Reihe, hat der Verlag bei „Collateral“ leider nicht mehr beherzigt. Schade.

Collateral, Tom Cain
Bastei Lübbe, 416 Seiten, 9,99 €, ISBN 3404160762





Rezension: Wer Wind sät (von Nele Neuhaus)

7 03 2013

gelesen von Michele Reble

Wer wind sät (Nele Neuhaus)

Wer wind sät (Nele Neuhaus)

Worum geht’s?

„Wer Wind sät“ ist der 5. Band der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe.

Pia Kirchhoffs erster Arbeitstag nach dem Urlaub beginnt gleich mit einem Rätsel: ein toter Nachtwächter, der tagelang unentdeckt in einem Gebäude liegt, dazu ein toter Hamster auf einem Schreibtisch und offensichtlich hat sich der Täter vergebens bemüht, es nach einem Unfall  aussehen zu lassen. Gerade als Pia mit ihren Kollegen eine Verbindung zu der Initiative gegen den geplanten Windparks aufbauen kann, geschieht ein weiterer Mord: ein Landwirt, dessen Grundstück im zukünftigen Windpark-Areal liegt und urplötzlich Millionen wert ist, wird tot aufgefunden. Wurde er für den Windpark aus dem Weg geräumt? Und warum musste der Nachtwächter sterben?

Und, wie war’s?

Ich habe bisher alle Fälle der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe gelesen und in der Regel haben mich alle begeistert oder zumindest gut unterhalten. Doch bei „Wer Wind sät“ habe ich kapituliert. Nachdem ich mich – wie gewohnt bei den Neuhaus-Büchern – durch eine Masse an (meist unglaubwürdigen) Charakteren gekämpft habe und langsam anfing, die Namen den richtigen Personen zuordnen zu können, musste ich feststellen, dass mich die Geschichte so gar nicht reizt. Nicht, dass ich die Thematik und Windparks uninteressant fände, das war okay. Aber mir war einfach völlig egal, wer nun der Mörder ist und ob er gefasst wird. Und das war der Moment, an dem ich das Buch zur Seite gelegt habe. Schließlich sollte ein Thriller so fesselnd und spannend sein, dass man die Auflösung um keinen Preis verpassen möchte.

Wie es nun weitergeht mit mir und der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe kann ich noch nicht genau sagen. Da die Bücher immer einen ordentlichen Umfang haben, schreckt mich die letzte Erfahrung ein wenig davor ab, das neueste Werk „Böser Wolf“ zu kaufen.

Wer Wind sät, Nele Neuhaus
Ullstein Taschenbuch, 560 Seiten, 9,99 €,  ISB 3548284671





Rezension: Sein letzter Wille (von Harlan Coben)

6 02 2013

gelesen von Michele Reble

Sein letzter Wille (Harlan Coben)

Sein letzter Wille (Harlan Coben)

Worum geht’s?

„Sein letzter Wille ist der 10. Band der Myron-Bolitar-Reihe.

Suzze und Lex können auf einige gemeinsame turbulente Jahre blicken, doch mit der Zeit hat sich der Sturm gelegt und nun erwartet das glückliche Paar ihr erstes Kind. Als ein Kommentar auf Suzzes Facebook-Seite darauf hindeutet, dass Lex nicht der Vater des Kindes ist, verschwindet dieser spurlos. Die hochschwangere Suzze wendet sich verzweifelt an ihren langjährigen Freund und früheren Agenten Myron. Dieser findet Lex – doch nicht nur den, sondern auch eine Verbindung in seine familiäre Vergangenheit, die er lieber nicht wiederherstellen wollte.

Und, wie war’s?

Harlan Coben beweist mit dem 10. Band dieser Reihe, dass er des Geschichtenschreibens nicht müde wird. Er hält die Spannung erneut auf einem hohen Niveau, baut den üblichen Wortwitz ein und präsentiert dem Leser in gewohnter Manier eine unerwartete Wendung zum Ende der Geschichte.
Wie schon in „Von meinem Blut“ ist auch dieses Mal der Sportagent selbst in das Geschehen verwickelt. Zwar finde ich die familiären Verwicklungen und den Grund für die Kontaktsperre zwischen Myron und seinem Bruder etwas zu konstruiert, aber trotzdem macht es diesen Band wieder persönlicher und direkter.

Die Geschichte um Suzze und Lex ist durch allerlei Verstrickungen interessant gestaltet, verlangt dem Leser allerdings einige Geduld durch manch unnötige Längen ab. Zudem hat mich das ganze Drogen-Rockstar-Millieu auf Dauer genervt und gelangweilt.

Der wahre Held dieses Bandes ist Myrons bester Freund Win. Schon immer als treuer und hilfsbereiter Weggefährte, zeigt er zum Schluss, was für ihn wahre Freundschaft bedeutet. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten sein.

ACHTUNG SPOILER:
Die Myron-Fans unter den Lesern werden die letzten Seiten mit viel Wehmut gelesen haben, ist dies doch der letzte Band der Myron-Bolitar-Reihe. Ob die damit neu geschaffene Mickey-Bolitar-Reihe mit dem Hype mithalten kann, muss sich erst noch zeigen.

Sein letzter Wille, Harlan Coben
Goldmann Verlag, 384 Seiten, 9,99 €, ISBN 3442476585