Rezension: Urlaub im Schilderwald (von Titus Arnu)

31 03 2011
bestaunt von Michele Rassinger
Urlaub im Schilderwald (von Titus Arnu)

Urlaub im Schilderwald (von Titus Arnu)

In Deutschland gibt es mehr als 20 Millionen Verkehrsschilder. Manche sind unnütz, einige sind unverständlich und ein paar wenige sind äußert amüsant. Genau diese hat die Langenscheidt-Redaktion aus unzähligen Zusendungen in „Urlaub im Schilderwald“ zusammengestellt und mit Kommentaren versehen.

Ich muss gestehen, dass ich wirklich viele Male herzhaft lachen musste. Bei Schildern wie „Vorsicht Elektrozaun. Füttern verboten“ oder „Illegally parked cars will be fine“ konnte ich einfach nicht mehr an mich halten. Die von Titus Arnu verfassten Kommentare zu den Bildern treffen den Nagel auch wirklich auf den Kopf: kurz und präzise, aber mit der nötigen Spur Sarkasmus und Humor weist er auf die Kurriositäten im Schilderwald hin.

Trotz allem stellt sich mir die Frage: wer kauft sich solch ein Buch? Es ist ein netter kleiner Zeitvertreib, um mal darin zu stöbern, aber das war’s dann auch. Lobend erwähnen muss ich noch die Gestaltung: sehr ansprechend und auch innen gut aufgeteilt.

Urlaub im Schilderwald,  Titus Arnu
Langenscheidt, 134 Seiten, 9,95 €, ISBN 3468298889





Rezension: Die Essensfälscher (von Thilo Bode)

18 01 2011
Die Essensfälscher (Bode)

Die Essensfälscher (Bode)

gelesen von Juliane Rusche

Worum geht’s?

Mit seinem Sachbuch möchte Thilo Bode, ehemaliger Greenpeace-Chef und Gründer der Verbraucherschutzorganisation „foodwatch e. V.“, die dreisten Lügen der Nahrungsmittelkonzerne aufdecken. In Kapiteln mit Überschriften wie „Die große Irreführung als Wachstumsstrategie der Lebensmittelkonzerne“ klärt er darüber auf, welche Täuschungsmanöver genutzt werden, um Verbraucher zum Geldausgeben zu bewegen.

Dabei legt der Diplom-Volkswirt besonderen Wert auf Verständlichkeit – und arbeitet mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Der Leser erfährt unter anderem, warum Kinderprodukte oft Zuckerbomben sind, welche Gaukelei hinter regionalen Herkunftsversprechen wie „Original Schwarzwaldschinken“ liegt und welche Zusatzstoffe sich in angeblich gesunden Lebensmitteln verstecken.

Und, wie war’s?

Thilo Bode hat sein Buch für ein Massenpublikum geschrieben. Dementsprechend ist „Die Essensfälscher“ kein anspruchsvolles Sachbuch, das vor Fachausdrücken wimmelt, sondern die 224 Seiten lassen sich recht zügig und entspannt durchlesen. Das liegt natürlich auch an den vielen Beispielen, die der 63-Jährige einstreut – hier greift Bode auf Markennamen und Produkte zurück, die in jedem Supermarkt zu kaufen sind, intensiv beworben werden und deshalb (fast) jedem ein Begriff sein dürften.

Wer sich zuvor noch nie mit Werbestrategien, Inhaltsstoffen und den Nährwerten von Nahrungsmitteln beschäftigt hat, wird viel Neues und Empörendes erfahren. Ich war beim Lesen allerdings etwas enttäuscht: Im Vorfeld hatte ich mir einmal die Homepage von „foodwatch e. V.“ angeschaut und ein oder zwei Interviews mit Thilo Bode gelesen. Nach dieser marginalen Vorbereitung kannte ich trotzdem schon die meisten der Beispiele und Darlegungen aus dem Buch; hier hätte ich mehr Tiefgang erwartet.

Natürlich bietet es sich an, Großkonzerne wie Nestlé und Danone ins Visier zu nehmen. Mir war das Bashing einiger weniger Hersteller aber zu einseitig. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass manche der Themen, auf die Bode sich bezieht, nicht wirklich neu sind. Glaubt wirklich noch jemand, „Actimel“ stärke die Abwehrkräfte? Andererseits legt Bode Verkaufs- und Konsumentenzahlen insbesondere zu diesem Joghurtgetränk vor, die erschreckend sind.

Womöglich kann „Die Essensfälscher“ doch noch wertvolle Aufklärungsarbeit leisten – die Bestsellerlisten verraten, dass das Buch sehr, sehr viele interessierte Leser gefunden hat.

Die Essensfälscher, Thilo Bode
S. Fischer Verlag, 224 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-10-004308-5





Rezension: Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt (Antje Blinda und Stephan Orth)

30 03 2010

Sorry. wir haben die Landebahn verfehlt (Antje Blinda und Stephan Orth)

Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt (Antje Blinda und Stephan Orth)

gelesen von Michele Rassinger

Worum geht’s?

„Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt“ ist eine bunte Sammlung kurioser Flugerlebnisse und Durchsagen aus dem Cockpit. Spiegel Online hat aus Hunderten von Zuschriften ihrer Leser dieses Werk zusammengstellt. Die kurzen und vor allem kurzweiligen Anekdoten sind thematisch in Kapitel gegliedert. Jedes Kapitel enthält zudem eine Infobox, die z.B. darüber informiert, warum Handys und elektronische Geräte bei Start und Landung ausgeschaltet werden müssen oder was man gegen Flugangst tun kann.

Und, wie war’s?

Ich habe beim Lesen der von den Passagieren geschilderten Erlebnissen einige Male herzhaft lachen müssen. Aber nicht alle Anekdoten sind echte Lacher. Manche bringen nicht mal ein Schmunzeln aufs Gesicht. So kam es, dass ich das Buch nicht wirklich gelesen, sondern mehr überflogen habe und hin- und wieder hängengeblieben bin. Die Infoboxen lockern die Sammlung auf und bieten interessante und teils unbekannte Informationen.

Fluginteressierte wird die Anschaffung des Buches sicherlich begeistern, flugängstliche Menschen sollten davon absehen oder zumindest nicht alle Einträge lesen. Für alle anderen lohnt sich der Blick in das Buch in der Buchhandlung oder im Wartezimmer.

Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt, Antje Blinda und Stephan Orth
Ullstein Tb, 160 Seiten, 7,95 €, ISBN 3548373267





Rezension: Digitale Fotografie – Das Buch (von Scott Kelby)

11 02 2010

Digitale Fotografie (Kelby)

Digitale Fotografie (Kelby)

erarbeitet von Astrid Walter

Eine gute Kamera macht noch kein gutes Bild. Dafür braucht es das richtige Gespür für das Motiv, aber auch das Einhalten diverser Grundregeln hilft weiter. Die vermittelt Scott Kelby auf lockere, manchmal fast flappsige Art.

Jedes Kapitel ist daran aufgehängt, was fotografiert werden soll. So gibt er dann bei „Blumen“ Tipps zu Makroobjektiven, bei „Hochzeiten“ verrät er, wie der Fotograf verhindert, dass in einem Gruppenfoto einer blinzelt, bei „Landschaften“ geht er auf Weitwinkelobjektive und Filter ein, „Sportfotos“ widmet sich der Bewegung im Bild und „Menschen“ dreht sich um den richtigen Hintergrund.

Kelby setzt dem Leser und sich jeweils ein Ziel (z.B. „Fotografiere eine Hochzeit so, dass die Braut danach zufrieden ist“) und erläutert dann, wie es erreicht werden kann. Dabei sind seine Ratschläge allumfassend. Er geht auf das richtige Material ebenso ein wie auf die Kameraeinstellungen, die richtige Position des Fotografen, den Bildschnitt und den geeigneten Moment, den Auslöser zu drücken.

Auf langatmige Erklärungen, wieso welche Einstellung in welcher Situation die geeignetste sein könnte, verzichtet Kelby dabei. Er gibt lieber klare Werte, die sich seiner Erfahrung nach als richtig erwiesen haben, vor. Wer richtig viel über seine Kamera lernen möchte, wird damit nicht glücklich sein. Für alle, die einfach nur ohne groß nachzudenken schöne Bilder fotografieren möchten, ist das aber ideal.

Ich habe das Buch schon vor einigen Jahren gelesen, jetzt im Schrank wieder entdeckt und beim Durchblättern festgestellt, dass ich, ganz ohne mir dessen bewusst zu sein, zahlreiche von Kelbys Tricks regelmäßig und erfolgreich anwende.

Digitale Fotografie – Das Buch: Das Geheimnis professioneller Aufnahmen Schritt für Schritt gelüftet, Scott Kelby
Addison-Wesley, 224 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3827324726





Rezension: Nähen lernen (von Elena Merten)

12 01 2010
Nähen lernen (von Elena Merten)

Nähen lernen (von Elena Merten)

nachgeschneidert von Michele Rassinger

„Nähen lernen“ von Elena Merten ist ein schönes, kleines Buch mit 23 Projekten, die man problemlos nachnähen kann. Dabei sollte man allerdings kein blutiger Anfänger sein, sondern schon ein paar Grundbegriffe kennen und auch schon mal genäht haben. Denn leider gibt es keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die ein Anfänger bräuchte. Die Nähanleitung besteht immer nur aus ein paar wenigen Sätzen, die für Anfänger nicht ausführlich genug sind.

Aber für leicht Fortgeschrittene bieten sich tolle Ideen; von Nadelkissen über Schmucksäckchen und Stofftaschen bis hin zu Buchhüllen und Sitzkissen. Dabei wird in jedem Projekt eine andere Nähtechnik vorgestellt.

Das Layout ist angenehm gestaltet, die Bilder sind ansprechend und die Stoffauswahl zeitgemäß. Dadurch bekommt man richtig Lust, sein Zuhause oder seine Accessoires um ein paar selbsgenähte Dinge zu verschönern.

Nähen lernen: Das 23-Projekte-Einsteigerprogramm, Elena Merten
62 Seiten, OZ Creativ, ISBN 3866730756, 12,90 €





Rezension: Kindheit 2.0 (von Thomas Feibel)

23 10 2009

Kindheit 2.0

Kindheit 2.0

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Wenn Kinder stundenlang am Computer „GTA4“ spielen oder an die beste Freundin „mak“ simsen, wissen Eltern häufig gar nicht so genau, was der medienaffine Nachwuchs da treibt. Dem will das Buch „Kindheit 2.0. So können Eltern Medienkompetenz vermitteln“ abhelfen. Ausführlich werden verschiedene Medien mit ihren Möglichkeiten vorgestellt. Die Gefahren von Fernsehen, Internet, Handy und Computerspielen aber auch ihr Nutzen für Kinder werden ausführlich dargestellt.

Und, wie war’s?

In Zeiten, in denen schon viele Kindergartenkinder ihr eigenes Handy haben, sollten dieses Buch meiner Meinung nach alle Eltern gelesen haben. Damit sie ihren Kinder Medienkompetenzen vermitteln können, müssen sie nämlich erstmal selbst welche haben. Und genau da setzt das Buch an.

Buchautor Thomas Feibel erklärt ausführlich, aber nie langatmig die verschiedenen Medien und ihre Hauptnutzung durch Kinder und Jugendliche. Dabei ist das im Herbst 2009 erschienene Buch auf dem Stand der Zeit und informiert auch z.B. über Twitter. In Interviews kommen zusätzlich noch Experten zu Wort.

Sehr angenehm finde ich, dass Feibel zwar keine Gefahren verschweigt, aber doch gegen die allgemeine Hysterie z.B. in Bezug auf Computerspiele anschreibt.

Außerdem gibt er klare Tipps, beispielsweise dazu, wie lange Kinder in verschiedenen Altersgruppen fernsehen sollten. Das macht das Buch für Eltern zu einem hilfreichen Nachschlagewerk.

Dank kurzer, klar gegliederter Artikel, farblich abgehobener Infoboxen und grafisch aufbereiteter Statistiken ist „Kindheit 2.0“ sehr übersichtlich gestaltet. Literaturverweise und Linktipps erleichtern die tiefer gehende Recherche – wobei sie nach der Lektüre dieses Buches nicht mehr nötig sein wird.

Kindheit 2.0. So können Eltern Medienkompetenz vermitteln, Thomas Feibel
Stiftung Warentest, 191 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3-86851-203-8





Rezension: Lust auf Lebensmittel (von MediaDidact)

27 09 2009

erforscht von Michele Rassinger

 

Lust auf Lebensmittel (MediaDidact)

Lust auf Lebensmittel (MediaDidact)

Worum geht’s?

„Lust auf Lebensmittel“ verrät mit über 3.000 Artikel alles, was man über Lebensmittel wissen muss. Von Obst und Gemüse über Gewürze und Fisch bis hin zu Getränken und Getreideprodukten und noch vielen weiteren Kategorien stellt dieses Wissensbuch die einzelnen Lebensmittel vor. Dabei erfährt man sehr viel Wissenswertes und auch viele kleine Tipps und Tricks, wie z.B. dass Käse sich besser reiben lässt, wenn er vorher kurz im Gefrierfach lag.

Und, wie war’s?

„Lust auf Lebensmittel“ ist ein echter Wälzer, aber unheimlich informativ.

Als Einführung wird erläutert, was überhaupt Kohlenhydrate, Proteine oder Fette sind, wie man sich optimal ernährt, was Convenieceprodukte sind, wie Öko-Produkte sich von Bio-Produkten unterscheiden, was Aromen und Zusatzstoffe sind und woran man qualitativ gute Lebensmittel erkennt.
Anschließend werden die Lebensmittel der einzelnen Kategorien (Obst, Gemüse, Kräuter & Gewürze, Milch & Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Geflügel, Fisch, Öle & Fette, Brot & Backwaren, Getreide & Getreideprodukte, würzige Fertigprodukte, frisch Konserviertes, Süßes & Desserts und Getränke) beschrieben und bebildert. Dabei wird u.a. darauf eingegangen, woher die Lebensmittel stammen, welche Größe, Form und Farbe sie aufweisen sollen, wie man sie am besten lagert und zubereitet, welche Sorten es gibt und welche Stoffe enthalten sind.

Die Artikel sind informativ, aber unterhaltsam geschrieben und werden durch zahlreiche Grafiken, Zeichnungen und vor allem sehr appetitanregenden Bildern ergänzt.

Ursprünglich ist das Buch als Nachschlagewerk für Mitarbeiter und Azubis in Gastronomie und Handel gedacht. Doch meiner Meinung nach bildet es für alle Kochbegeisterte und Wissenshungrige mit wichtigen Hintergrundinformationen die perfekte Ergänzung zu Kochbüchern.

Lust auf Lebensmittel, MediaDidact
Deutscher Fachverlag, 496 Seiten, 24,90 €, nur hier online zu bestellen