Rezension: Ausgefressen (von Moritz Matthies)

20 09 2012

gehört von Michele Reble

Ausgefressen (Moritz Matthies); Foto: www.audible.de

Ausgefressen (Moritz Matthies); Foto: http://www.audible.de

Worum geht’s?

Ray ist ein sehr aufmerksamer Beobachter und findet, dass er als Detektiv ziemlich gut wäre – schließlich bringt er als Erdmännchen die besten Eigenschaften dafür mit. Unter Beweis stellen kann er seine Fähigkeiten, als in seinem Zoo ein Mann spurlos verschwindet. In der besagten Nacht haben Ray und sein Bruder Rufus auch seltsame Schüsse vernommen – wurde der Zoobesucher etwa ermordet und verscharrt?
Als er feststellt, dass Phil, ein menschlicher und wirklich echter Detektiv, mit ihm kommunizieren kann, schließen die beiden einen Pakt: Ray und Rufus suchen in Zusammenarbeit mit den anderen Erdmännchen nach Spuren und wenn sie etwas Verwertbares finden, bezahlt Phil diese Arbeit mit Waren. Dass Erdmännchen total scharf auf Smartphones, Aktivboxen und Spielekonsolen sind, hätte sich Phil nun wirklich nicht träumen lassen. Aber solange er damit zum Erfolg kommt, ist ihm jedes Mittel recht.

Und, wie war’s?

Ich bin immer noch in dem Zustand, dass ich allen und jedem von diesem tollen Hörbuch erzähle und es wärmstens empfehle. Selten habe ich mich so gut unterhalten gefühlt und muss dies auch hier wieder dem Sprecher Christoph Maria Herbst zugute halten. Natürlich hat sich Moritz Matthies eine unglaublich komische Geschichte ausgedacht, die trotz all ihrer Absurdität eine gewisse Logik bereithält. Die Charaktere, die der Autor geschaffen hat, sind witzig und originell und in jedem dieser Tiere erkennt man die vielen menschlichen Eigenheiten und Charaktertypen. Aber gelesen hätte mich diese Geschichte nicht so amüsiert, wie sie durch Christoph Maria Herbst vorgelesen zu bekommen. Dabei hat man den Eindruck, dass er hier nicht alleine am Werk ist, sondern mindestens 20 weitere Sprecher. Denn er schafft es von Beginn an, jedem Charakter eine unverwechselbare Stimme zu verleihen.

Ausgefressen, Moritz Matthies
gelesen von Christoph Maria Herbst

argon Verlag über audible.de, 9,95 Euro, 5 Stunden 9 Minuten (gekürzt)

Taschenbuch: Scherz, 272 Seiten, 13,99 Euro, ISBN 3651000265

Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.




Rezension: Schmitz‘ Katze (von Ralf Schmitz)

2 12 2010
Meine Katze vor "Schmitz' Katze"

Meine Katze vor "Schmitz' Katze"

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Seit 23 Jahren ist Minka die dominierende Frau in Ralf Schmitz‘ Leben. Fotos, Comics, Zeichnungen und natürlich zahlreiche Berichte über lustige Erlebnisse mit seiner getigerten Katzendame versammelt der Komiker in diesem Buch. Außerdem liefert er nebenbei zahlreiche nützliche und überflüssige Fakten rund um des Deutschen liebstes Haustier (ja, wirklich. In deutschen Haushalten leben mehr als 8,2 Millionen Katzen; Hunde sind es nur 5,4 Millionen).

Und, wie war’s?

Seit wenigen Wochen lebe ich mit einer Katze zusammen. Wie es wohl jeder buchaffine Mensch nachvollziehen kann, fand ich mich kurz nach ihrem Einzug in der Tierabteilung einer großen Buchhandelskette wieder, um mich mit wichtiger Katzenliteratur einzudecken. Dabei wanderten gleich zwei Fachbücher ins Einkaufskörbchen, aber ganz so ernst wollte ich das Zusammenleben nicht angehen. Da kam mir Ralf Schmitz gerade recht.

Das Buch hat alle meine Erwartungen voll erfüllt. Von dem Moment, in dem sich Minka ihn als neuen Dosenöffner aussuchte, ist „Schmitz‘ Katze“ locker leicht geschrieben und jederzeit für einen Schmunzler gut. Laut gelacht habe ich zwar nicht, aber Spaß hatte ich beim Lesen allemal.

Vielleicht habe ich das Buch zu früh gelesen – je länger Luli, so heißt unsere Minka, bei uns lebt, umso häufiger denke ich an Schmitz‘ Episoden und entdecke amüsante Parallelen. Dass es „die verrückten fünf Minuten“, in denen die Katze völlig grundlos durch die Wohnung saust, wirklich gibt, konnte ich mir beim Lesen noch nicht vorstellen. Jetzt hat mich unser Stubentiger eines besseren belehrt.

Ein Fan von Ralf Schmitz als Comedian bin ich übrigens nicht, ich finde ihn ein bisschen anstrengend. Als Buchautor hat er mich dagegen überzeugt.

Schmitz‘ Katze: Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal, Ralf Schmitz
Fischer Taschenbuch Verlag, 256 Seiten, 8,95 Euro, ISBN 978-3596179787





Rezension: Wohnungskatzen, glücklich und gesund (von Katrin Behrend)

20 03 2010

Wohnungskatzen (Foto von Michael Forst)

Wohnungskatzen (Foto von Michael Forst)

gelesen von Astrid Walter

Worum geht’s?

Wohnungskatzen haben andere Anforderungen als Freigänger. Welche Rassen für die Haltung in der Wohnung geeignet sind und was sie an Futter, Einrichtung und Zuwendung brauchen, um sich auch eingesperrt wohl zu fühlen, soll dieses Buch verraten.

Und, wie war’s?

Das Buch besteht aus weit mehr Bildern als Text, der dann auch noch häufig in Mini-Happen auf Infoboxen und Checklisten aufgeteilt wird. Das gibt zwar einen Pluspunkt für die Übersichtlichkeit, aber leider bleibt der Inhalt dafür völlig auf der Strecke. Zum Beispiel werden die vorgestellten sieben Katzenrassen gerade mal in zwei Sätzen pro Katze beschrieben. Wer kann daraufhin entscheiden, welche Rasse für ihn in Frage käme? Probleme bei der Katzenhaltung werden mit plakativen Standardlösungen, auf die jeder bei kurzem Nachdenken käme, „gelöst“. Alles in allem gibt das Buch einen guten Überblick über die Fragen, mit denen sich künftige Katzenbesitzer auseinander setzen sollten – die Antworten sollte man aber besser wo anders suchen.

Wohnungskatzen, glücklich und gesund, Katrin Behrend
GU, 64 Seiten, 7,90 Euro, ISBN 978-3-7742-5663-7

PS: Danke für das Foto an Michael und vor allem natürlich an das Fotomodel Köbes, der übrigens Freigänger ist