Rezension: Night School (1) – Du darfst keinem trauen (von C.J. Daugherty)

31 07 2013

gelesen von Michele Reble

Night School (von C.J. Daugherty)

Night School (von C.J. Daugherty)

Worum geht’s?

„Night School – Du darfst keinem trauen“ ist der erste Teil der „Night School“-Reihe.

Nachdem Allies Bruder Christopher ohne Vorwarnung und richtige Erklärung die Familie verlassen hat, steht Allie völlig neben sich und rebelliert, wo sie nur kann. Ihre Eltern werden mit ihr nicht mehr fertig und sehen als einzige Lösung die Cimmeria Academy: ein ganz besonderes Internat mitten auf dem Land, von dessen Existenz nur ein ausgewählter Kreis weiß. Dort herrschen nicht nur extrem strenge Regeln, deren Verstoß umgehend geahndet wird, es ist auch völlig von der „technischen“ Außenwelt abgeschnitten. Handys, Laptops, mp3-Player – nichts davon ist erlaubt. Allie lebt sich recht gut ein und findet auch Freunde. Allerdings scheint es ein Geheimnis um ihren Aufenthalt im Internat zu geben und nicht alle sind über ihre Anwesenheit wirklich glücklich und treiben ihr ganz spezielles Spiel mit Allie. Schon bald muss sie feststellen, dass in Cimmeria nichts ist, wie es scheint und sie eine Schlüsselrolle bei all den mysteriösen Ereignissen spielt.

Und, wie war’s?

Schon lange habe ich keine so fesselnde, mitreißende und spannende Geschichte mehr gelesen wie in „Night School 1“. Der flüssige Schreibstil der Autorin und die interessant aufgebaute Handlung hat das Buch von Anfang an zu einem echten Pageturner gemacht. Die Kulisse, ein uraltes, riesiges, majestätisches Schloss umrahmt von vielen Wäldern mittten im Nichts, bietet die perfekte Grundlage für die mysteriösen und gefährlichen Geschehnisse, die sich auf der Cimmeria Academy abspielen. Auch die Charaktere sind gut gelungen – ein paar reiche, verwöhnte Jugendliche auf einer elitären Schule, die den Nervenkitzel suchen und sich liebend gern den strengen Regeln widersetzen – und werden mit all ihren Fehlern und Macken, aber auch liebenswürdigen Eigenschaften so präsentiert, dass ich sie als Leser sympathisch fand und mitfühlen konnte.

Bei all der Euphorie muss ich jedoch ganz klar sagen, dass „Night School“ nicht durch und durch ein perfekt gelungenes Werk ist. Teilweise machen die Charaktere einen etwas zu krassen und damit unglaubwürdigen Wandel duch. Und das, was alles in Cimmeria passiert und die Gefühle, die vor allem die Protagonistin entwickelt, passen nicht so ganz in die 6 Wochen, in denen sich die Handlung abspielt, sondern eher zu 6 Monaten oder mehr. Vor allem gegen Ende hin werden einige Situationen recht unglaubwürdig und etwas zu reißerisch. Für ein Jugendbuch aber völlig in Ordnung und mich haben diese kleinen Einschränkungen absolut nicht in meiner Lesebegeisterung trüben können.

Das Ende ist, wie sollte es anders sein, offen gehalten und die meisten Fragen werden nicht beantworten. Den zweiten Teil „Night School (2) – Der den Zweifel sät“ werde ich mir also ganz sicher kaufen.

Night School – Du darfst keinem trauen, C.J. Daugherty
Kindle Edition, 9,99 €

Gebundene Ausgabe: Oetinger, 464 Seiten, ISBN 978-3789133268, 17,95 €

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Rezension: Stolz und Vorurteil (von Jane Austen)

23 04 2013
Pride and Prejudice (Austen)

Pride and Prejudice (Austen)

gelesen von Astrid Kopp

Worum geht’s?

Mutter Bennet hat nur ein Ziel: Ihre fünf Töchter möglichst gut zu verheiraten. Als auf das Nachbargut der vermögende, attraktive, alleinstehende Charles Bingley einzieht, ist ein perfekter Schwiegersohn gefunden. Mit ihm tritt auch Bingleys guter Freund Mr. Darcy in das Leben der Bennet-Töchter. Die älteste, Jane, verliebt sich schnell in Charles Bingley und auch er scheint ihr den Hof zu machen.

Als Bingley überraschend ohne Jane nach London abreist, ist sich Janes Schwester Elizabeth sicher, dass nur der verschlossene Mr. Darcy daran Schuld haben kann. Entsprechend ablehnend begegnet sie ihm, nicht ahnend, dass Darcy nur seinen Freund schützen möchte und selbst unter Liebeskummer leidet. Bis am Ende drei Bennet-Töchter glücklich verheiratet sind, müssen noch zahlreiche Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden.

Und, wie war’s?

Vier Anläufe, verteilt auf fünf Jahre, habe ich gebraucht, um das Buch zu lesen. Aufgeben wollte ich nicht, Jane Austens Werke sind schließlich Klassiker und nie etwas von ihr gelesen zu haben, ging für mich als Literaturliebhaberin doch gar nicht. Trotzdem bin ich dreimal nicht über Seite 15 hinausgekommen. Dass es beim vierten Anlauf geklappt hat, verdanke ich der kurzen Serie „Lost in Austen“. Nachdem ich sie gesehen hatte, war ich neugierig auf die ursprünglichen Charaktere und habe deshalb erneut zu „Stolz und Vorurteil“ gegriffen.

Durchgehalten habe ich diesmal – ein Lesevergnügen war es jedoch nicht. Austens Erzählstil ist sind langatmig, seitenlang passiert mehr oder weniger gar nichts. Den ihr so oft zugeschriebenen Witz oder gar eine Scharfzüngigkeit konnte ich nicht entdecken. Es ist mir nicht mal gelungen, mich so weit in die Charaktere hineinzudenken, dass ich ihre Gefühlswirren nachzuempfinden in der Lage gewesen wäre. Wieso Mr. Darcy Elizabeth liebt – keine Ahnung, seine Offenbarung kam für mich aus dem Nichts. Wieso er als die Partie schlechthin gilt und noch heute viele Frauen von ihm träumen – keine Ahnung.

Wirklich interessant waren nur die Schilderungen des alltäglichen Lebens in verschiedenen Schichten zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Irgendwann werde ich mir eine der Verfilmungen ansehen; vielleicht gewinnt die Geschichte, wenn sie in das fernsehübliche 90-Minuten-Format passen muss. Ein Jane Austen Buch werde ich aber so bald nicht nochmal lesen.

Pride and Prejudice, Jane Austen
Canterbury Classics, 315 Seiten, 11,99 Euro, ISBN 978-1607105541
Kindle-Version ab 0 Euro

Stolz und Vorurteil, Taschenbuch, Reclam, 431 Seiten, 7,60 Euro, ISBN 978-3150098714





Rezension: Collateral (von Tom Cain)

3 04 2013

gelesen von Michele Reble

Collateral (Tom Cain)

Collateral (Tom Cain)

Worum geht’s?

Collateral ist der 4. Band der Sam-Carver-Reihe.

Samuel Carver soll die entführte Nichte des wohlhabenden Klerk aus den Fängen des machthungrigen Afrikaners Moses befreien – und das in einem Land, in dem kein einziger Schritt, den man tut, sicher ist. Carver schreckt das nicht ab. Es fordert ihn eher heraus. Bei der Befreiung läuft nicht alles glatt, aber das Mädchen ist schließlich in Sicherheit.
10 Jahre später kommt Klerk erneut mit einem Auftrag auf Carver zu. Diesmal willig Carver nicht gleich ein, schließlich wird von ihm verlangt, bei dem Sturz des malembischen Diktator Gushungo zu helfen. Als er jedoch erfährt, wie Gushungo sein eigenes Volk nicht nur unterdrückt, sondern enteignet, foltert und in Gefängnissen verhungern lässt und einer dieser Betroffenen Carvers Freund samt Familie ist, ist Carver bereit, bei der Aktion zu helfen.

Und, wie war’s?

Nun ja, als Verfilmung wäre Collateral einer dieser Filme, den ich mir an einem (tatortfreien) Sonntagabend mal anschauen würde, weil er viel Action und Unterhaltung mit wenig Anspruch bietet.

Tom Cain scheint sein Pulver wohl zu Beginn der Sam-Carver-Reihe verschossen zu haben. Je mehr Bände ich aus dieser Reihe lese, desto enttäuschter bin ich. Das, was mich an den ersten beiden Bänden „Target“ und „Survivor“ noch begeisterte – die fiktive Ausgestaltung einer wahren Begebenheit – war schon bei „Assasin“ nicht mehr zu finden, ganz zu schweigen von „Collateral“. Natürlich gibt es diese bösen Diktatoren, die ihr Volk unterdrücken, aber eigentlich ist das nur die Nebenhandlung für rasante Verfolgungsjagten, riskante Befreiungsaktionen und ohrenbetäubende Schießereien und Explosionen.

Ein kleiner Hinweis zum Layout: die gleichbleibende Gestaltung und somit der größe Wiedererkennungswert dieser Reihe, hat der Verlag bei „Collateral“ leider nicht mehr beherzigt. Schade.

Collateral, Tom Cain
Bastei Lübbe, 416 Seiten, 9,99 €, ISBN 3404160762





Rezension: Mummenschanz (von Terry Pratchett)

14 03 2013
Mummenschanz (Foto: audible.de)

Mummenschanz (Foto: audible.de)

gelesen von Astrid Kopp

Worum geht’s?

„Mummenschanz“, der 18. Band der Scheibenwelt-Reihe, entführt den Hörer in die Welt der Hexen und die mindestens ebenso magische und gefährliche der Oper. Alles beginnt mit einem freien Platz im Hexenzirkel. Nachdem Magrat in einem vorherigen Roman Lancres König Verence geheiratet hat, hängt sie die Zauberei an den Nagel. Nur mit Oma Wetterwachs und Nanny Ogg ist es kein ordentlicher Zirkel mehr, denn dazu gehören drei Hexen. Eine geeignete Nachfolgerin für Magrat kommt den beiden schnell in den Sinn, doch dummerweise ist die magisch begabte Agnes Nitt gerade in die große Stadt Ankh-Morpok gegangen, um dort eine berühmte Opernsängerin zu werden. Oma Wetterwachs und Nanny Ogg packen kurzerhand Proviant und schwarzen Kater ein und machen sich in der Kutsche auf den langen Weg nach Ankh-Morpok.

Dort ergeht es derweil Agnes Nitt nicht ganz so, wie es sich die junge Frau erhofft hatte. Zwar hört der Operndirektor natürlich sofort, was für eine wunderbare Stimme Agnes hat. Was er sieht, gefällt ihm aber so gar nicht. Deshalb bekommt die Solorolle in dem neuesten Opernstück eine bildhübsche, aber strohdumme und gesanglich gänzlich unbegabte Konkurrentin. Die pummelige Agnes soll sich im Chor verstecken – die Soloparts aber unbemerkt für die Andere singen. Agnes stimmt zu. Dabei ist ihr nicht bewusst, dass sie sich damit vielleicht sogar in Lebensgefahr bringt. Denn an der Oper treibt ein mörderisches Phantom sein Unwesen. Wie gut, dass Oma Wetterwachs und Nanny Ogg schon unterwegs sind, um nicht nur Agnes zurück nach Lancre zu holen, sondern vorher auch noch ordentlich im Opernhaus aufzuräumen.

Und, wie war’s?

„Mummenschanz“ spielt zwar in einer Fantasywelt, enthält aber so viele grandios komische Alltagsbeobachtungen zu Gegebenheiten und Charakteren aus dem realen Leben, dass es eine wahre Freude ist. Kurzweilig, satirisch, grandios geschrieben und noch besser gesprochen. Katharina Thalbach erweckt alle Figuren, egal ob Hexe, Mensch, Kater oder Phantom, derart gekonnt zum Leben, so dass ich jetzt schon meine, viele persönlich zu kennen.

Außer „Mummenschanz“ kenne ich bisher nur den 23. Band der Scheibenwelt-Reihe, „Ruhig Blut“. Bestimmt habe ich deshalb die ein oder andere Andeutung auf vorherige Bände überhört, mein Hörvergnügen wurde davon aber nicht gestört. Man kann also bedenkenlos mit diesem Hörbuch einsteigen und dann süchtig werden. „Lords und Ladies“ habe ich schon in meine Audible-App geladen…

Mummenschanz, Terry Prachtett
gelesen von Katharina Thalbach
SchallundWahn über audible.de, 6 Std 6 Min, 9,95 Euro
Taschenbuch: Goldmann Verlag, 352 Seiten, 8,95 Euro, ISBN 978-3442452606
Leselust war Mitglied im audible.de Rezensionsprogramm. Ich danke der audible.de GmbH für das kostenfreie Hörbuch.




Rezension: Wer Wind sät (von Nele Neuhaus)

7 03 2013

gelesen von Michele Reble

Wer wind sät (Nele Neuhaus)

Wer wind sät (Nele Neuhaus)

Worum geht’s?

„Wer Wind sät“ ist der 5. Band der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe.

Pia Kirchhoffs erster Arbeitstag nach dem Urlaub beginnt gleich mit einem Rätsel: ein toter Nachtwächter, der tagelang unentdeckt in einem Gebäude liegt, dazu ein toter Hamster auf einem Schreibtisch und offensichtlich hat sich der Täter vergebens bemüht, es nach einem Unfall  aussehen zu lassen. Gerade als Pia mit ihren Kollegen eine Verbindung zu der Initiative gegen den geplanten Windparks aufbauen kann, geschieht ein weiterer Mord: ein Landwirt, dessen Grundstück im zukünftigen Windpark-Areal liegt und urplötzlich Millionen wert ist, wird tot aufgefunden. Wurde er für den Windpark aus dem Weg geräumt? Und warum musste der Nachtwächter sterben?

Und, wie war’s?

Ich habe bisher alle Fälle der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe gelesen und in der Regel haben mich alle begeistert oder zumindest gut unterhalten. Doch bei „Wer Wind sät“ habe ich kapituliert. Nachdem ich mich – wie gewohnt bei den Neuhaus-Büchern – durch eine Masse an (meist unglaubwürdigen) Charakteren gekämpft habe und langsam anfing, die Namen den richtigen Personen zuordnen zu können, musste ich feststellen, dass mich die Geschichte so gar nicht reizt. Nicht, dass ich die Thematik und Windparks uninteressant fände, das war okay. Aber mir war einfach völlig egal, wer nun der Mörder ist und ob er gefasst wird. Und das war der Moment, an dem ich das Buch zur Seite gelegt habe. Schließlich sollte ein Thriller so fesselnd und spannend sein, dass man die Auflösung um keinen Preis verpassen möchte.

Wie es nun weitergeht mit mir und der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe kann ich noch nicht genau sagen. Da die Bücher immer einen ordentlichen Umfang haben, schreckt mich die letzte Erfahrung ein wenig davor ab, das neueste Werk „Böser Wolf“ zu kaufen.

Wer Wind sät, Nele Neuhaus
Ullstein Taschenbuch, 560 Seiten, 9,99 €,  ISB 3548284671





Rezension: Das Schicksal ist ein mieser Verräter (von John Green)

28 02 2013

gehört von Michele Reble

Das Schicksal ist ein mieser Verräter (John Green; Foto: audible.de)

Worum geht’s?

Hazel weiß, dass ihre Chancen auf Heilung gering sind, und trotzdem hat die 16-jährige mehr Lebensmut, als manch anderer, dessen Schilddrüse und Lunge nicht voller Krebs sind. Auf die doofe Selbsthilfegruppe hat sie allerdings keine Lust und geht dort eigentlich nur ihrer Mutter zuliebe hin. Doch dann lernt sie Augustus kennen, der Hazel von da an nicht mehr aus den Augen lässt. Die beiden freunden sich an und merken, dass sie die gleiche verschrobene Art haben, die Welt zu betrachten. Es dauert nicht lange und die beiden sind unzertrennlich. Ziemlich schnell realisiert Hazel, dass sie Augustus verletzen wird, denn sie ist eine tickende Zeitbombe und je mehr sie ihn an sich ranlässt, desto schwieriger wird sein Leben nach ihrem Tod. Augustus überzeugt sie aber, dass er jede gemeinsame Minute mit ihr nutzen und genießen möchte und so erfüllt er ihr ihren Herzenswunsch mit einer Reise zu Hazels Lieblingsautor nach Amsterdam. Der schöne Schein trügt aber leider nicht darüber hinweg, dass die gemeinsame Zeit begrenzt ist.

Und, wie war’s?

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist keins der Bücher, in denen der Protagonist sein Leiden beklagt und von seinem schwierigen Tagesverlauf und kräftezehrenden Therapien erzählt. Hazel ist eine intelligente, starke, junge Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und in dem attraktiven und sehr direkten Augustus einen ebenbürdigen Vertrauten findet.
Erfrischend fand ich die schonungslose Offenheit und Direktheit, mit der die Jugendlichen mit ihrer Krankheit umgehen und auch mal den ein oder anderen derben Witz reißen. Gerade die Dialoge zwischen Hazel und Gus sind humorvoll und spritzig und heitern das tragische Thema ungemein auf. Es ist sicherlich ein trauriges Thema, aber irgendwie doch kein trauriges Buch.

Die Stimme der Sprecherin hat mich hingehen nicht wirklich begeistert. Sie klang immer ein wenig gedrückt und nasal. Die unterschiedlichen Charaktere hat sie meist in einem einheitlichen Tonfall gesprochen, so dass es nicht immer ganz leicht war, sofort zu wissen, wer nun sprach.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter, John Green
gelesen von Anna Maria Mühe
HHV GmbH über audible.de, 9,95 Euro, 6 Stunden 9 Minuten

Hardcover: Carl Hanser Verlag, 285 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3446240094

Leselust ist Mitglied im Rezensionsprogramm von audible.de. Ich danke der Audible GmbH für das kostenfreie Hörbuch.





Rezension: Vampir à la carte (von Lynsay Sands)

21 02 2013
Vampir a la Carte

Vampir a la Carte

gelesen von Astrid Kopp

Worum geht’s?
Sam ist unsterblich in den Vampir Mortimer verliebt. Bevor sie jedoch selbst zur Vampirin wird, möchte sie erstmal passende (also untote) Lebenspartner für ihre Schwestern finden. Als ihre Schwester Alex dringend einen Koch für ihr Restaurant sucht, stellt sie ihr kurzerhand den mehrere tausend Jahre alten Vampir Cale Valens als Spitzenkoch vor. Tatsächlich erkennt Cale in Alex sofort seine ideale Lebensgefährtin. Nun muss sie nur auch noch von ihrem Glück überzeugt werden. Cale hat zwar keine Ahnung vom Kochen, aber mit der Hilfe seiner Familie schafft er es, sich einen Platz in Alex Nähe zu sichern und sie zu umgarnen. Sie braucht ihn dringender als sie selbst denkt, denn was sie für eine Pechsträhne hält, entwickelt sich langsam zur echten Gefahr.

Und, wie war’s?

Ich habe ja durchaus einen Hang zu Fast-Food-Kitsch-Romanen, wie sich dank der zahlreichen Julia Quinn Rezensionen kaum verbergen lässt. Und ich habe nichts gegen Vampire (siehe Twilight). Also habe ich gleich zugeschlagen, als es „Vampir à la carte“ als Kindle-Buch kostenlos gab. Nach dem Lesen muss ich leider sagen: Das Beste an dem Roman war sein Preis. Ihn zu lesen ist ungefähr so, wie beim Abendessen mal in die X-Diarys auf RTLII hineinzuschalten. Fünf Minuten fremd schämen und nichts wie wieder weg.
Die ganze Geschichte ist total an den Haaren herbeigezogen. Dass gleich drei (sterbliche) Schwestern für Vampire als einzige wahre Lebensgefährtinnen bestimmt sind und damit in trauter Eintracht für immer leben können, nachdem diese Vampire teils schon Jahrtausende lang passende Partnerinnen gesucht haben, ist ziemlich absurd. Dass die taffe und sonst ziemlich clevere Geschäftsfrau Alex es nicht kapiert, wenn ein Konkurrent versucht, sie mit allem Mitteln auszustechen, vor allem, wenn der Konkurrent noch dazu ein enttäuschter und wütender Ex-Freund ist, ist absolut unglaubwürdig. Was übrigens auch auf die Beschreibung des lebensverändernden, umwerfenden, unglaublichen (!) Sexes zutrifft.
Dazu, was ich davon halte, dass eine Frau nach ein paar Tagen Beziehung einwilligt, eine Vampirin zu werden, ausgerechnet eine Frau, die vorher Angst vor jeder normalen Beziehung hatte, möchte ich mich jetzt gar nicht auslassen, denn bevor die Rezension zu lang wird, soll doch noch etwas zum Schreibstil gesagt werden. Positiv formuliert könnte man sagen „schnell zu lesen“. Weniger euphemistisch und angebrachter wäre aber „platte Dialoge“, „Redundanzen“ und „so schlechte Beschreibungen, dass der Leser keinerlei Gespür für die Atmosphäre bekommt“.
Also allen in allem: Umsonst war noch zu teuer.
Vampir à la carte, Lynsay Sands
Taschenbuch: Emont LYX, 368 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3802588013
Kindle E-Book: e-book Emont LYX,  8,99 Euro